Das Krematorium am Schwenninger Waldfriedhof erhöht seine Kapazitäten. Eine zweite Kremationslinie wird eingerichtet. Foto: Archiv Pohl

Feuerbestattungen liegen im Trend. Nachdem das neue Krematorium in Schwenningen seine Kapazitäten erreicht hat, wird derzeit eine zweite Kremationslinie eingerichtet.

VS-Schwenningen - Das Krematorium Villingen-Schwenningen ist seit seinem Neubau und der Inbetriebnahme im Jahr 2018 in der gesamten Region gefragt. Die maximale Auslastung ist längst erreicht. So hatte der Gemeinderat Anfang des Jahres den Bau einer zweiten Kremationslinie im Krematorium am Schwenninger Waldfriedhof beschlossen, die analog zur bisherigen eine Kapazität von 3500 Einäscherungen pro Jahr ermöglichen soll.

 

Die baulichen Voraussetzungen wie beispielsweise der Abluftkamin und der Rauchgaskanal für eine zweite Kremationslinie wurden mit dem Neubau des Krematoriums bereits realisiert. Somit waren die wesentlichen baulichen Voraussetzungen für die Nachrüstung einer zweiten Kremationslinie bereits vorhanden. Mitte November sei nun termingerecht der Montagebeginn für die zweite Kremationslinie erfolgt, informiert Madlen Falke, Pressesprecherin der Stadt Villingen-Schwenningen. Sie geht derzeit davon aus, dass die veranschlagten 1,8 Millionen Euro Investitionskosten eingehalten werden können.

Gestiegene Energiekosten wirken sich nicht groß aus

Wie wirken sich die gestiegenen Energiekosten auf die Preise für Einäscherungen aus? Falke spricht von "keinen erheblichen Auswirkungen auf die Kostensituation des Krematoriums", da der Anteil der Energiekosten an den Gesamtaufwendungen lediglich bei rund vier Prozent liege. Der aktuelle Gasliefervertrag habe außerdem eine Laufzeit bis 31. Dezember 2023.

Die Wartezeit für eine Einäscherung betrage durchschnittlich drei Werktage, so Falke. Mit dem steigenden Bedarf an Einäscherungen sei auch das Mitarbeiterkonzept hinsichtlich der Arbeitszeit angepasst worden. "Im Zusammenhang mit der insgesamt gestiegenen Nachfrage wurde für die Mitarbeiter vor einiger Zeit ein Zwei-Schicht-Modell eingeführt." Das solle helfen die Wartezeiten insgesamt in einem akzeptablen Zeitrahmen zu halten. Ähnlich solle auch beim künftigen Betrieb der zweiten Kremationslinie vorgegangen werden, um bei kurzfristig ansteigenden Einäscherungszahlen ein hohes Maß an Flexibilität und Reservekapazität zu haben.

Krematorien unterstützen sich gegenseitig

"Die Vollauslastung beider Kremationslinien wird in Abhängigkeit der Nachfrage in der Zukunft eintreten", blickt Falke voraus. "Der Zeitverlauf ist allerdings nicht abschätzbar." Im Umkreis von Villingen-Schwenningen gebe es außerdem noch Krematorien in Tuttlingen, Singen, Reutlingen und Freiburg. "Die gegenseitige Unterstützung der Krematorien wurde in der Vergangenheit bereits aus verschiedenen Anlässen praktiziert."