Eine Bürgerin kritisiert einen vermeintlichen „Schottergarten“ in Albstadt-Truchtelfingen. Die Verwaltung widerspricht und kündigt an, Flächen im Stadtgebiet umzugestalten.
Die Bepflanzung des Kreisverkehrs in Truchtelfingen zwischen Autohaus Fuss und Intersport-Rebi war jüngst für eine Bürgerin der Anlass, einen Brief an Oberbürgermeister Roland Tralmer zu verfassen.
Dieser liegt auch unserer Redaktion vor. Darin kritisiert die Bürgerin, dass auf besagtem Kreisverkehr ihrer Ansicht nach ein „Schottergarten“ angelegt wurde, die seit dem 31. Juli 2020 in Baden-Württemberg verboten sind.
Staudenteppich ausbreiten
Sie appellierte zudem an die Stadtverwaltung, als Vorbild für die Bevölkerung voranzugehen und so Verantwortung für einen lebenswerten Planeten für die nachfolgenden Generationen zu übernehmen. Bezüglich des Kreisverkehrs in Truchtelfingen befürchtete sie, dass durch den „Schotter“ die Pflanzen bei Sonneneinstrahlung beschleunigt austrocknen. Ohnehin seien die Pflanzen bereits „verdorrt“.
Die Stadtverwaltung widerspricht in ihrem Antwortschreiben an die Bürgerin, das ebenfalls der Redaktion vorliegt, den Darstellungen. Tatsächlich handele es sich bei den angesprochenen „verdorrten Pflanzen“ um Stauden, die in der nächsten Zeit austreiben und in den kommenden Monaten vielen Insekten und Kleinstlebewesen hervorragende Lebensbedingungen bieten. Über die Jahre, so die Verwaltung weiter, werde sich der Staudenteppich immer mehr ausbilden. Die obere Gesteinsschicht sei lediglich angebracht worden, damit das Niederschlagswasser optimal gespeichert werde und im Rahmen eines entsprechenden Wassermanagements grundsätzlich auf eine weitere Wässerung verzichtet werden könne.
Heißt: Von einem „Schottergarten“ kann nicht die Rede sein. Ganz im Gegenteil: „Seit einigen Jahren haben wir, so wie es unsere Finanzen und die Mitarbeiterkapazitäten zulassen, damit begonnen, vorhandenen Flächen im Rahmen des Biodiversitätsgedankens umzugestalten“, heißt es aus dem Rathaus weiter. Belegt wird dies durch die jüngst erfolgreiche Bewerbung Albstadts für das Landesförderprogramm „Natur nah dran“. Ziel des Programms ist es, zusammen mit dem Nabu einen Teil der Grünflächen in artenreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu verwandeln. Auch die Bevölkerung soll über Mitmachaktionen eingebunden werden.
Ortsdurchfahrten aufwerten
Konkret ist eine Umgestaltung im Sinne der Biodiversität an acht Stellen in Albstadt mit dem Förderprogramm angedacht. Darunter unter anderem an der Lautlinger Ortsdurchfahrt, im Wohngebiet Stiegel und in Ebingen an der Verkehrsachse Langwatte, wie kürzlich in einer Pressemitteilung informiert wurde.