Eine Unterführung für Fußgänger: Das wäre laut Experte in Peterzell denkbar. (Symbolfoto) Foto: Nagengast

Eine Unterführung sollte die beiden Ortsteile nach der Verlegung der Kreisstraße in Peterzell verbinden. Bei der Planung wurde jedoch etwas vergessen

Zum umfangreichen Tagesordnungspunkt „Verlegung der K 4748 und Rückbau der Reutiner Straße in Peterzell“, der in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Alpirsbach besprochen wurde, war Uwe Zimmermann eingeladen.

 

Zunächst erläuterte Stadtbaumeister Rudolf Müller den Ablauf und ging dann auf die derzeitige Situation ein.

Der Gemeinderat hatte beschlossen, die Kreisstraße zu verlegen, um der Firma Saier die Möglichkeit für eine Erweiterung zu schaffen. Damals war auch zugesagt worden, eine Unterführung zu schaffen, um die beiden Ortsteile zu verbinden. Dabei seien allerdings ein wichtiger Aspekt der Verkehrssicherheit sowie die Haftung durch die Stadt Alpirsbach nicht ausreichend durchdacht worden, stellte Müller fest.

Im Herbst 2025 wurde schließlich entschieden einen externen Fachmann, Uwe Zimmermann, mit der Bewertung zu beauftragen.

Anwalt prüft Haftungsfrage

Zwischenzeitlich wurde auch von einem Anwaltsbüro die Haftungsfrage geprüft mit dem Ergebnis, dass für beide Seiten die Haftungsübernahme nicht der richtige Weg sei. Bei Konstellationen mit Unfällen zwischen Fußgängern und Schwerlastverkehr können sich erhebliche Folgen vor allem für Fußgänger ergeben.

Zunächst stellte sich Uwe Zimmermann mit einer Präsentation vor und erläuterte danach sein Sicherheitsaudit.

Rückwärtsfahren der Lkw als Problem

Dabei geht es um eine gezielte Überprüfung von Planungen von Straßenverkehrsanlagen sowie von im Betrieb befindlicher Straßen. Seit 2008 gilt diese Auditpflicht für alle klassifizierten Straßen. Wie Zimmermann darlegte, sei der Bereich der Reutiner Straße auf einer Strecke von 250 Meter derzeit nicht passierbar. Das bedeute einen Umweg von etwa 900 Metern.

Er befasste sich auch mit den Betriebsabläufen wie dem Lieferverkehr, dem Staplerverkehr, sowie dem Warenein- und Warenausgang, der etwa 164 Fahrzeugbewegungen an einem Tag umfasse. Ein Problem sei dabei vor allem das Rückwärtsfahren der Lkw. Wie er bei einem Vorort-Termin feststellen konnte, sei nicht immer von versierten Lkw-Fahrern auszugehen.

Kein Fahrradverkehr

Er stellte dann auch grafisch die verschiedenen Verkehrsabläufe mit dem bestehenden Konfliktpotenzial in diesem Bereich dar. Ein Fahrradverkehr wurde dabei ausgeschlossen. Hier sei die Umfahrung des Arials vertretbar. Zimmermann stellte dann vertretbare Alternativen vor. Wie er in der Präsentation darbot, wäre auf einem breiten, farblich markierten Bereich die Straße zu überqueren. Dieser sei auch für Fahrzeugführer deutlich erkennbar. Dieser Weg könnte zudem mit Leitplanken oder Mauern abgesichert werden. Eine weitere Möglichkeit wäre eine Unterführung für Fußgänger, schloss Zimmermann seine Präsentation.

Kritik der Gemeinderäte

Viele der Gemeinderäte meldeten sich zu Wort. Sie bemängelten vor allem, dass nicht im Vorfeld die Frage der Haftung geklärt worden sei. Es gab aber auch Anregungen wie zum Beispiel von Clemens Steinberger (FWV) und von Joachim Hermann (ZfA) eine Fußgängerampel zu installieren. Hierzu sagte jedoch Zimmermann, dass auch diese in den öffentlichen Verkehrsraum eingreife und der Nutzen fraglich sei.

Der Ortsvorsteher von Peterzell, Rolf Knöpfle, zeigte sich zuversichtlich, dass bei weiteren Gesprächen mit allen Beteiligten ein Kompromiss gefunden werden kann.