Roland Volk ist Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) gegen Verkehrsbelastung. Diese hatte sich 2019 gegründet, um die Sanierung der durch Pfohren führende Kreisstraße konstruktiv zu begleiten. Vier Jahre später ist die Straße gebaut.
Eine lange Liste von Verbesserungswünschen bleibt. Volk sagt: „Ich bin raus, weil ich frustriert und resigniert bin. Die baulichen Maßnahmen sind vorbei, das haben die Verantwortlichen gut ausgesessen. Die Themen wurden nicht bearbeitet in einer Zeit, in der man das hätte tun müssen. Jetzt ist saniert, jetzt kann man das nicht mehr ändern.“
Und doch könne man etwas tun, fährt er fort: „Bedarfsumleitung weg, das braucht kein Mensch, denn die B 31 funktioniert. Und vor allem brauchen wir eine Tonnage-Beschränkung für Schwerlastverkehr überregional. Hier muss kein Aldi-Laster vom Zentral-Lager ständig durchfahren. Die sollen doch außen rum fahren. Das sind die, die das Sagen haben. Vor denen knicken alle ein.“
Deswegen bewege sich nichts, sagt Roland Volk. Es bestehe kein Interesse, an der Situation zugunsten der Bürger und Gewerbetreibenden etwas zu ändern. „Wir kennen Bundesstraßen, da haben Tempo 30 im Ort, wie zum Beispiel die B 31 in Hagnau. Das hier ist eine Kreisstraße und auf der Bundesstraße funktioniert es. Bloß nichts machen, da bekommen wir Ärger. Aber der Bürger ist ja leichter zu unterdrücken als andere Größen.“
Auch Hannelore Schröder-Engesser, die gleichzeitig im Ortschaftsrat sitzt, ist „enttäuscht, frustriert und deprimiert“. Ihr Hauptanliegen war, dass das Dorf nach der „Degradierung“ der Bundesstraße zu einer Kreisstraße im Rahmen der Sanierung diesseits und jenseits der Straße mehr zusammenwächst.
Maßnahmenpapier nicht umgesetzt
Mehr Verbindung zwischen Alt- und Neubürgern und kürzere Wege für die Schüler. Das Verkehrsaufkommen sollte durch bauliche Maßnahmen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und die Eliminierung des Schwerlastverkehrs reduziert werden und somit auch der Verkehrslärm im Neubaugebiet. „Wir haben ein Maßnahmenpapier verfasst, für jeden Streckenabschnitt, nichts ist realisiert worden“, sagt sie enttäuscht. Sie habe den Eindruck, das Papier sei in der Schublade verschwunden.
„Sicher, die Kanaldeckel klappern nicht mehr, aber das gehört zum Unterhalt. Das Ortsschild steht immer noch am gleichen Platz, der Blitzer lässt sich nicht näher an den Ortsanfang versetzen, eine Fahrbahnverengung gibt es nicht. Woanders geht das, bei uns geht nichts.“
Die Sanierung sei durch. Die Straße sei besser, sodass der Schwerlastverkehr dazu neige, noch schneller zu fahren. Was kann man jetzt noch aus der Situation machen? Vielleicht gäbe es doch noch Ansätze, die mit kleinen finanziellen Mitteln gestemmt werden und die die Bürger zufriedener machen könnten, räumt sie im Laufe des Gesprächs ein. Fest installierte Smileys von beiden Seiten zur Erinnerung, ein Zebrastreifen an der Fußgängerquerung an der Bushaltestelle. Ein weiterer Anlauf, den Schwerlastverkehr auf die bestehende Umgehungsstraße umzuleiten, von Geisingen aus das Ortsschild versetzen, bevor es links ins Dorf geht.
Regelmäßige Messungen
Die Aussage, dass die Belastung nicht die vergleichbarer Kreisstraßen überschreite, akzeptiert die Ortschaftsrätin nicht. Zumal auch die Hüfinger Straße und die Baarstraße als Zufahrt betroffen seien. Über den Grad der Umsetzung von Maßnahmen gebe es natürlich verschiedene Auffassungen, sagt Pfohrens Ortsvorsteher Gerhard Feucht. Man müsse hier differenzieren in Reduzierung der Lärmbelastung und Reduzierung der Verkehrsbelastung. Viele Anregungen habe man umgesetzt – wie abgesenkte Schachtdeckel oder neue Schilder zur Reduzierung der Geschwindigkeit.
Durch Anzeigen der Geschwindigkeit und regelmäßige verdeckte Messungen würden die Verkehrsteilnehmer zum langsameren Fahren sensibilisiert. Die geforderte Fahrbahnverengung sei aufgrund der fehlenden Geländeflächen und die Versetzung des Blitzers aufgrund des Gefälles nicht realisierbar gewesen.
Verschlechterung durch B 27-Ausbau?
Der Ortsvorsteher räumt allerdings ein, dass sich die Situation mit dem vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 27 von Donaueschingen nach Hüfingen gefühlt deutlich verschlechtert habe, da diese jetzt gebührenpflichtig geworden sei. So würden verschiedene Lastwagenfahrer die Abkürzung durch Pfohren dazu nutzen, um Gebühren zu sparen. „Natürlich gibt es hier Interessenkonflikte“, sagt Gerhard Feucht. Die Betriebe im Industriegebiet nutzten die Straßen auch. Als Kompromiss sieht der Ortsvorsteher eine zumutbare Lösung: Nämlich über die Bundesstraßen in den Ort zu fahren.
Das sagt die Stadt
K 5756
Die in Frage kommende Straße K 5756 ist eine Kreisstraße, die nach dem Landesstraßengesetz dem „überörtlichen Verkehr“ (innerhalb der Kreise oder zwischen den Kreisen) zu dienen hat und entsprechend gestaltet sei. Eine Reduzierung des Verkehrs, welche gegen die Bestimmung der Straße geht, sei somit nicht möglich. Unabhängig davon habe die Stadt Donaueschingen Temporeduzierungen angeordnet und überwache die Einhaltung dieser Geschwindigkeiten regelmäßig.