Online oder über die zentrale – und überlastete – Nummer 116 117 können Impftermine gebucht werden. Nun fordert der Kreisseniorenrat eine praktikablere Lösung. Foto: Otto

Kreisseniorenrat wendet sich an Landrat. Ältere Menschen direkt einladen.

Am 22. Januar soll nun auch im Kreis Rottweil mit den Schutzimpfungen gegen das Coronavirus begonnen werden. Zur geplanten zentralen Terminvergabe über die Nummer 116 117 gibt es nun jedoch Kritik vom Kreisseniorenrat. Die Forderung: Der Landkreis soll direkt Termine vergeben.

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Kreis Rottweil - Der Kreisseniorenrat Rottweil sieht die geplante Vergabe der Impftermine über die zentrale Telefonnummer 116 117 gerade mit Blick auf die zunächst priorisierte Altersgruppe der über 80-Jährigen für den falschen Weg an, wie der Vorsitzende Matthias Kohlhase in einem Schreiben an Landrat Wolf-Rüdiger Michel mit Nachdruck bekräftigt.

Viel Verwirrung

"Der Kreisseniorenrat tritt für die Interessen älterer Menschen im Kreisgebiet ein und versteht sich als ein Organ der Meinungsbildung und des Erfahrungsaustausches auf sozialem, wirtschaftlichem, kulturellem und politischem Gebiet. Der Kreisseniorenrat macht Öffentlichkeit, staatliche und kommunale Behörden auf die Probleme älterer Menschen aufmerksam und arbeitet an deren Lösung mit." So wird die Aufgabe des Kreisseniorenrats in den ersten zwei Abschnitten des Paragraphen zwei der Satzung beschrieben. In diesem Sinne verweist Kohlhase darauf, dass in Bezug auf die Impfaktion gerade bei den älteren Menschen im Kreis noch erheblich Unklarheit besteht.

Er bittet den Landrat sowie die Verantwortlichen des Gesundheitsamts und des Landratamts möglichst über eine präzise Presseerklärung klarzustellen, wie die Impfaktion im Kreis Rottweil ablaufen soll. Die unterschiedliche Handhabung sorge vor allem bei Senioren für Verwirrung.

Drängen auf schriftliche Einladung

Kohlhase dringt darauf, dass die "über 70- und 80-Jährigen vom Gesundheitsamt beziehungsweise vom Landratsamt schriftlich zu einem Impftermin eingeladen werden sollten". "Viele Senioren sind damit überfordert, sich telefonisch über die Hotline oder über die online-Plattform anzumelden." Wie in den Medien aus den Erfahrungen in Bezug auf die Impfzentren, in denen bereits der Biontech-Impfstoff verimpft werde, berichtet worden sei, sei es bei der Telefonhotline zu Warteschleifen bis zu drei Stunden und mehr gekommen. Und letztendlich seien dann die wenigen Impftermine bereits vergeben gewesen.

"Diese Situation ist für viele Senioren absolut unzumutbar", betont der Vorsitzende. "Hier hat die baden-württembergische Landesregierung mit der Festlegung auf eine Anmeldung per Telefon oder online einen wenig praktikablen Weg gewählt."

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