Wolfgang Kronenbitter (Freie Wähler) hat klare Ziele im Kreistag. Foto: Kronenbitter

Und er hat es noch einmal getan: Der neu gewählte Kreistag legt los – mit dabei ist dann auch Wolfgang Kronenbitter (FW). Bald erhält er noch eine Landesehrennadel. Über einen Mann, der unermüdlich ist und etwas für seine Raumschaft erreichen will.

Nicht jede Sitzung im Kreistag ist vergnügungssteuerpflichtig. Diskussionen können ausufern. Man ärgert sich vielleicht über den ein oder anderen Redebeitrag oder man kann das eine oder andere Thema nicht mehr hören.

 

Es wäre also mehr als verständlich, wenn man nach 18 Jahren Mitgliedschaft im Kreistag Schluss macht. Doch Wolfgang Kronenbitter hat noch nicht genug. Im Gegenteil: Der 72-Jährige geht mit voller Motivation in die nächste Legislaturperiode – und das mit ordentlich Rückenwind.

So schnitt er bei der Kreistagswahl ab Er ist bei der diesjährigen Kreistagswahl mit 4840 Stimmen wiedergewählt worden. Hierbei konnte er gegenüber der letzten Kreistagswahl im Jahr 2019 noch über 350 Stimmen zugewinnen. Von den 44 gewählten Kreistagsmitgliedern konnte er die neunthöchste Stimmenzahl erreichen. Davon sind acht gewählte Kreistagsmitglieder Bürgermeister oder Oberbürgermeister und ein Landtagsabgeordneter. Man könnte also von einem gewissen Amtsbonus ausgehen. „Dieses sehr gute Ergebnis hat mich sehr gefreut. Ich führe das insbesondere auf mein Engagement und meine Sacharbeit im Kreistag zurück.“

So kam es zur erneuten Kandidatur Kronenbitter, der vor zwei Jahren seinen 70. Geburtstag feierte, hat sich vor der Wahl auch überlegt, ob er sich nochmals zur Wahl stellen soll, wie er berichtet. Gerade auch deshalb, weil er neben anderen Vereinstätigkeiten wie Vorsitzender des Rotary-Hilfe-Vereins Horb/Oberer Neckar und Vorsitzender des Vereins für ambulante Ethikberatung Landkreis Freudenstadt auch noch gerne die vier Enkelsöhne im Alter von sechs bis acht Jahren weiterhin unterstützen möchte. Alle vier spielen Fußball und Tennis. Auch er spielt noch aktiv Tennis beim TC Empfingen. Zu Hause ist er insbesondere für die Gartenpflege zuständig.

Das ist Kronenbitter im Kreistag wichtig Doch die nächste Stufe des (Un)Ruhestands konnte sich der frühere Fachbereichsleiter Recht und Ordnung der Stadt Horb abschminken. Denn von seiner Kreistagsfraktion der Freien Wähler sei er dringend gebeten worden, sich erneut auch um Kandidaten im Wahlbezirk II (Horb, Empfingen und Eutingen) zu bemühen. Die Kandidatensuche wäre nämlich noch schwieriger geworden, wenn er selbst nicht mehr kandidiert hätte, berichtet er.

Und dann brennt er auch immer noch für die Aufgabe: „ Ich möchte mich weiterhin für die Bürger in dem Wahlbezirk mit den Gemeinden Empfingen, Eutingen und Horb einsetzen.“ Dabei ist es ihm wichtig, dass „unabhängig von parteipolitischen Überlegungen Sachentscheidungen“ getroffen werden. Natürlich will er sich dabei auch für seine Heimatgemeinde Empfingen einsetzen. Seine Schwerpunkte in der Kreistagsarbeit sieht er weiterhin in den Bereichen der Infrastruktur mit dem Kreisstraßenausbau und der Gesundheitsversorgung im Landkreis.

Kronenbitter über die aktuelle Krankenhaus-Debatte Und wie sieht er die aktuelle Krankenhaus-Debatte? Wolfgang Kronenbitter ist nach wie vor der Auffassung, dass die Entscheidung für den Klinikneubau richtig war und ist, da sonst der Krankenhausstandort und damit die stationäre Gesundheitsversorgung im Kreis gefährdet gewesen wäre.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) besichtigte zusammen mit seiner Parteivorsitzenden Saskia Esken im September 2023 den Krankenhaus-Neubau in Freudenstadt und wurde von Landrat Klaus-Michael Rückert durch die Räume geführt. Foto: Beyer

„Das Land hat zwar die mit dem Klinikneubau verbundenen Investitionskosten mit circa 56 Millionen Euro gefördert. Sehr problematisch sind aber die jährlich steigenden Fehlbeträge. In diesem Jahr werde sich der Fehlbetrag voraussichtlich auf circa 16 Millionen Euro und damit auf ein Rekordniveau belaufen. Dies stellt nicht nur den Kreis Freudenstadt auf erhebliche Finanzierungsprobleme. „So wird in Baden-Württemberg bei einzelnen kreiskommunalen Krankenhäusern mit Defiziten von bis zu 54 Millionen Euro gerechnet. Dies insbesondere deshalb, weil der Bund seiner Verpflichtung zur Finanzierung der stationären Krankenhausaufenthalte nicht im ausreichendem Umfang nachkommt.“ Deswegen sagt der erfahrene Kommunalpolitiker: „Es ist daher meines Erachtens auch richtig, wenn seitens des Landkreises die Einreichung einer Musterklage wegen der nicht ausreichenden Krankenhausfinanzierung prüft.“

Warum er gegen eine Ambulantisierung ist Bei einem weiteren Punkt legt Kronenbitter die Finger in die Wunde: „Auch die geforderte weitere Ambulantisierung, also die Auslagerung gesundheitlicher Versorgungsleistungen aus dem stationären Bereich in den ambulanten Sektor, führt zu weniger Einnahmen in den Krankenhäusern und meines Erachtens auch zu unzumutbaren Wartezeiten in den Facharztpraxen.“

Der Landkreistag Baden-Württemberg habe auf die dramatische Finanzlage der Krankenhäuser hingewiesen und festgestellt, dass die Landkreise als Klinikträger immer weniger in der Lage seien, die massiv angestiegenen Krankenhausdefizite weiterhin Jahr für Jahr zu finanzieren. „Systemwidrig werden diese Defizite aus den Kreisumlagen finanziert, was wiederum die Städte und Gemeinden über die Kreisumlage zu begleichen haben und dann selbst ihre Aufgaben nicht im notwendigen Maß erfüllen können.“

Das Bundesgesundheitsministerium wurde vom Landkreistag daher auch aufgefordert, die Krankenhausvergütung dauerhaft zu erhöhen und eine verlässliche Finanzierung von künftigen Kostensteigerungen sicher zu stellen. Kronenbitter sagt: „Nur dann können kommunale Krankenhausstandorte erhalten werden. Dies ist gerade in unserer ländlich strukturierten Gegend eine zwingende Notwendigkeit, da sonst die Fahrten zu den Krankenhäusern, insbesondere in Notfällen zu lange dauern.“

Kronenbitter erhält Landesehrennadel

Ehrung
 Für seine ehrenamtlichen Vereinstätigkeiten erhält Wolfgang Kronenbitter am 30. September die Landesehrennadel

Ehrenämter
Auf dieses Engagement blickt er zurück: Vorsitzender des Vereins von Mensch zu Mensch von 2004 bis 2014; ehrenamtlicher Richter beim Sozialgericht Reutlingen in den Jahren 2014 bis 2018, Vorsitzender des Rotary-Hilfe-Vereins Horb/Oberer Neckar seit dem Jahr 2009; Vorsitzender des Vereins für ambulante Ethikberatung Landkreis Freudenstadt seit der Gründung im Jahr 2019; Schriftführer des Musikvereins Empfingen sechs Jahre in der Zeit vom 1. Januar 79 bis 31. Dezember 1984; Schriftführer des Obst- und Gartenbauvereins Empfingen in den Jahren 1982 bis 2022