Philipp-Thies Rapp bekommt es nach dem Rücktritt des siebenfachen Weltmeisters Lukas Kohl in der neuen Saison nun mit neuen Konkurrenten im Kampf um die WM-Tickets zu tun. Foto: Kara

In den Startlöchern für die neue Saison stehen die Kunstradfahrer des RSV Tailfingen, für die am 9. Februar der erste Wettkampftermin ansteht.

Denn bereits in einer Woche findet in Frohnstetten mit den Kreismeisterschaften der erste Wettkampf für die Hallenradsportler statt.

 

Während es für die Tailfinger Nachwuchsfahrer der Auftakt der Saison 2025 ist, bedeuten die Titelkämpfe für die Elite-Fahrerinnen und -fahrer nur ein Intermezzo, denn ihr Saisonstart erfolgt erst im Frühjahr. Dabei verfolgen sie in diesem Jahr ganz unterschiedliche Ziele.

Peter Muschelknautz

Der jüngste Spross in der Talentschmiede von RSV- und Bundestrainer Dieter Maute ist Peter Muschelknautz. Der Achtjährige fährt seit zwei Jahren Kunstrad und soll nun bei den Kreismeisterschaften erstmals „Wettkampfluft“ schnuppern und zeigen, was er bisher schon gelernt hat.

Florian und Ferdinand Hirt

Für Florian und Ferdinand Hirt ist die Kreismeisterschaft eine erste Standortbestimmung. „Frohnstetten ist für uns ein Test, um Erkenntnisse zu gewinnen, was wir im Training noch forcieren müssen“, sagt Maute. „Wir werden mit einem Programm antreten, mit dem wir nach jetzigem Stand in der Saison nicht antreten werden, da das Risiko nach zu groß ist. Wir haben einige Dinge ins Programm gepackt, die wir testen wollen und danach entscheiden, was wir eventuell ins Programm aufnehmen.“ Zu den Neuerungen bei den Hirt-Brüdern zählen zwei Standdrehungen, die von einfach auf zweifach hochgeschraubt wurden und eine Sattelstützgrätsche-Lenkerstützgrätsche, sowie eine Belastungsübung, der Lenkerstitzsteiger-Schultersitz. „Das sind Übungen, die lange brauchen, bis sie ganz stabil sind“, verweist der RSV-Trainer auf die Schwierigkeit. „Wir schauen dann, mit welchen Übungen wir im März beim ersten Junior-Masters antreten werden“, sagt Maute. Minimalziel für die Hirt-Brüder ist die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. „Was wir noch nicht abschätzen können, ist die nationale Konkurrenz“, so der RSV-Trainer, „Die Frage stellt sich für die beiden, fahren sie wieder um einen Ersatzplatz im Kader mit, oder können sie Hinblick auf die Junioren-Europameisterschaften mehr erreichen? Wo sie stehen, wird sich dann nach den ersten Wettkämpfen zeigen.“

Carina Steinhilber

„Sie wird in Frohnstetten mit ihrem alten Programm antreten. Für Carina ist es ein Zwischenwettkampf, den sie fahren muss, und der eigentlich nicht so recht in den Trainingsaufbau passt. Gut ist aber, dass sie wieder mal alles an eine Stück fahren muss. Wir sind aber zuversichtlich, dass sie bis zur Hauptsaison ihr Programm wieder etwas aufstocken kann.“

Philipp-Thies Rapp

Auch für den amtierenden Vize-Weltmeister sind die Kreismeisterschaften nur eine Zwischenstation. Das erste richtige ernsthafte Wettkampf steigt für Rapp beim Weltcup in Prag. „Unser Trainingsaufbau sieht vor, den Drehsprung fünffach auszuweiten; so haben wir es auch gemeldet“, sagt Maute. „Philipp ist auf einem guten Weg, ihn stabil hinzubekommen. Gleichzeitig sind wir an zwei neuen Übungen dran, dem Saltoabgang und dem Krafttraining für die freie Stützwaage. Allerdings können wir im Hinblick auf die Saison noch nicht sagen, ob wir eine dieser Übungen ins Programm aufnehmen. Minimalziel ist, den fünffachen Drehsprung zu etablieren. Wir wollen bis zum Herbst ein ganz stabiles Programm präsentieren“, kündigt Maute in seiner Eigenschaft als Bundestrainer an.

Denn nach dem Rücktritt des siebenmaligen Weltmeisters Lukas Kohl werden die Karten im deutschen Team neu gemischt. Als Vizeweltmeister wird Rapp nun vom Jäger zum Gejagten; er ist erster Herausforderer von Weltmeister Emilio Arellano. Doch die Konkurrenz steht in Person von Simon Köcher (RSV Öschelbronn). Jonas Beiter (RV Trillfingen) und Junioren-Europameister Julius Weber schon in den Startlöchern und will bei der Vergabe der WM-Tickets sicherlich ein Wörtchen mitreden. „Weber ist auch schon in der Lage 205 Punkte auszufahren. Wenn Philipp durchkommt, ist er im Moment nicht zu schlagen, wenn er Fehler macht, dann schon“, blickt Maute auf eine spannende Saison voraus.