Fußball-Bezirks-Sportrichter Manfred Ellfeldt kam mit der vierköpfigen Spruchkammer im Fall der abgebrochenen Kreisliga B-Partie in Hüfingen zu dem Ergebnis, dass es eine Neuansetzung und keine Wertung gibt. Foto: Holger Rohde

Weshalb es zwischen dem FC Hüfingen und FKB Villingen nach dem Spielabbruch am 27. Oktober keine Spielwertung sondern eine Neuansetzung gibt. Hüfinger wollten Einspruch einlegen, doch dies geht rechtlich nicht mehr.

Die Kreisliga B Staffel 1 befindet sich bereits in der Winterpause, doch eine wichtige Entscheidung, die noch ausstand, ist nun vor dem Fußball-Bezirks-Sportgericht geklärt: Die am 27. Oktober abgebrochene Partie zwischen dem FC Hüfingen und FK Bratstvo Villingen wird im neuen Jahr neu angesetzt und nachgeholt. Dieses Urteil ist ein Paukenschlag.

 

Die Vorgeschichte

Am 10. Spieltag trafen im Topspiel der FC Hüfingen und der damalige Tabellenführer FK Bratstvo Villingen aufeinander. Die Partie stand nach jeweils einem Elfmeter von Adrian Dumitru (1:0/39.) und Dragen Jovwnovic (45.+2) bis zur 80. Minute 1:1, verlief sehr fair mit nur einer Gelben Karte auf jeder Seite. In den letzten zehn Minuten geriet die Partie dann aus Sicht von Schiedsrichter Manuel Bickel (Rietheim) außer Kontrolle: Der Unparteiische zückte eine Rote (85.), zwei Gelb-Rote Karten (80., 85.) und drei Gelbe Karten innerhalb von knapp fünf Minuten gegen FKB. In der Folge fühlte sich Bickel bedroht und brach die Partie ab.

Urteil anders als erwartet

Hatten im Vorfeld des Urteils wohl die meisten mit einer 3:0-Wertung für Hüfingen gerechnet, folgte dieser Annahme das Sportgericht des Bezirk Schwarzwald mit seiner Spruchkammer nicht. Das vierköpfige Gremium mit Aktiven-Sportrichter Manfred Ellfeldt aus Dauchingen sowie der Jugendrichterin Marion Burger und je einem Vertreter der Schiedsrichter- und Vereinsseite kam nach eingehender Prüfung der Berichte und Stellungnahmen aller Beteiligten zu einer anderen Bewertung der Sachlage.

Die Erklärung des Sportrichters

Manfred Ellfeldt erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung zum gefällten Urteil: „Die Spruchkammer war der Ansicht, dass keine Gefährdung des Schiedsrichters vorlag und dass er nicht alle zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um einen Abbruch zu verhindern. Deshalb kommt es zu einer Neuansetzung.“

Eine Möglichkeit, so Manfred Ellfeldt weiter, wäre die vom DFB eingeführte Handlungsmöglichkeit „STOPP“, mit der, der Schiedsrichter hätte die Partie unterbrechen können und sich für einige Minuten in seinem Ermessungsspielraum mit den Trainern oder Spielführern hätte austauschen können. Dies zum Zweck, dass sich die Gemüter wieder beruhigen und in den letzten Minuten noch weitergespielt werden kann. Diese Option habe der Schiedsrichter nicht genutzt.

Stellungnahme von FKB

Marko Matosevic, Spielertrainer von FK Bratstvo, findet es „für uns insgesamt sehr gut und wirklich gerecht. Es waren nur noch vier, fünf Minuten zu spielen. Es war bis dahin ein ausgeglichenes und faires Spiel. Die Neuansetzung und Wiederholung finde ich richtig. Damit haben beide Mannschaften sportlich die Chance, das Topspiel zu gewinnen.“

Das sagt Hüfingens Vorsitzender Karl Fritschi

Beim FC Hüfingen sieht man die Dinge ganz anders und ist überrascht über das Urteil. Vorsitzender Karl Fritschi sagt: „ Die Faktenlage war klar. Der Schiedsrichter hat sich in der besagten Situation bedroht gefühlt und deshalb das Spiel abgebrochen. Ein Wiederholungsspiel im Frühjahr wäre aus unserer Sicht Wettbewerbsverzerrung. FKB kann sich in der Winterpause verstärken und neu aufstellen.“

Im ersten Schritt dachten die Hüfinger Verantwortlichen am Samstag an einen Einspruch. Doch rechtlich ist dieser nicht mehr möglich, wie es Karl Frischi betont. Der FC Hüfingen muss sich mit einem Wiederholungsspiel auseinandersetzen.