Der FC Grüningen – hier mit Coach Luis Goncalves (links) – beim Abschlusstraining vor dem entscheidenden Spiel am Samstag in Überauchen. Foto: _FC Grüningen

Von der Oberliga bis zur Kreisliga A sind die Meisterentscheidungen im Schwarzwald-Baar-Kreis bereits in allen Spielklassen gefallen. In der Kreisliga B1 fällt die Entscheidung zwischen dem FC Grüningen und der SG Alemannia V-H-U hingegen erst am letzten Spieltag.

Die Ausgangsposition ist eindeutig. Der FC Grüningen steht mit 52 Punkten und einer Tordifferenz von +62 auf dem ersten Tabellenplatz. Somit muss die zweitplatzierte SG Alemannia Vöhrenbach-Hammereisenbach-Unterkirnach (50 Punkte/+44) bei der siebtplatzierten SG Buchenberg/Neuhausen gewinnen und auf eine Niederlage des FCG beim SV Überauchen (Platz acht) hoffen.

 

Das Problem aus V-H-U-Sicht: In der gesamten Rückrunde hat der FC Grüningen noch keinen einzigen Punkt abgegeben. Wenig überraschend ist FCG-Trainer Luis Goncalves „sehr optimistisch, wenn wir so weiterspielen wie wir es zuletzt getan haben. Ich erwarte dass wir mit breiter Brust in das Spiel gegen Überauchen reingehen.“

In Spielen zwischen dem SV Überauchen und dem FC Grüningen gab es jahrelang Probleme, die auch in Spielabbrüchen mündeten. „ Sie haben einen neuen Trainer und die problematischen Spieler wurden rausgeschmissen. Das spielt keine Rolle mehr “, glaubt Goncalves.

Offensive Qualität

Das Prunkstück des Grüninger Teams ist die Offensive. Mit 87 Toren stellt der FCG die beste der Liga. Als Toptorjäger der B1 traf Julan Reich 19 Mal, doch auch Niklas Naunapper (13 Tore), Gregor Hickl (10), Darijo Todorovic (9), David Baumann (8) und Yannic Fraunhoffer (8) knipsten fleißig in dieser Runde.

„Wir spielen immer ein Angriffspressing und haben viel Qualität im Mittelfeld und im Angriff“, weist Goncalves daraufhin, dass viele seiner Spieler bei größeren Vereinen wie dem FC 08 Villingen und der DJK Donaueschingen ausgebildet wurden. Leonard Wenzel war in der Jugend sogar beim SC Freiburg.

Großer Zusammenhalt

Die aktuelle Erfolgsgeschichte des FC Grüningen ist beim Blick auf die jüngere Historie des Vereins dennoch erstaunlich. Nachdem der Verein 2015 aus der Kreisliga A abstieg, hatte dieser den letzten Platz in der Kreisliga B für sechs Saisons abonniert. Mehr als zwei Siege sprangen in keiner dieser Spielzeiten heraus.

In der Saison 2021/2022 meldete sich der Verein vom Spielbetrieb ab. Zur Saison 2022/2023 folgte die Rückkehr, initiiert von einer Freundesgruppe. „Es waren wirklich elf Freunde. Das war natürlich eine geile Aktion“, spürt Goncalves entsprechend einen „großen Zusammenhalt“ in seiner Mannschaft.

Klausmann hat wenig Hoffnung

Sollte der FCG nun auch den letzten Schritt in Richtung Meisterschaft machen, müsste die SG Vöhrenbach-Hammereisenbach-Unterkirnach in die Relegation. Dort würde die Mannschaft von Trainer Jörg Klausmann auf den Zweiten der Kreisliga B2 und den Meister der Kreisliga B3 treffen. Die besten zwei Teams der Dreiergruppe steigen auf.

Trainer Jörg Klausmann bezeichnet seine Hoffnungen auf den direkten Aufstieg als „begrenzt“ und sagt im Wissen um die klaren Siege des FC Grüningen in den vergangenen Wochen: „Wir möchten unser letztes Spiel gewinnen und dann schauen wir auf die anderen Plätze. Man weiß nie, was passiert.“

Vorbereitung auf Relegation läuft bereits

Ein Knackpunkt in der bisherigen Saison war die 2:3-Niederlage der SG im direkten Duell mit dem FCG am 7. April. „In Grüningen in der Hinrunde haben wir glücklich gewonnen. Wenn sie am Wochenende gewinnen, hätten sie den Aufstieg auch verdient“, will Klausmann den Ausgang der Saison nicht auf ein Spiel reduzieren.

„Wir wären mit der Relegation nicht ganz unzufrieden. Das hätten wir vor der Saison unterschrieben“, so Klausmann. „Wir wollen am Samstag ein gutes Spiel machen, aber ich bereite mich schon die ganze Woche auf die Relegationsspiele vor.“ Ein Sieg am Wochenende sei jedoch hilfreich, so der SG-Coach, um mit positiver Energie in die Relegationsspiele zu gehen.