Sie werden an diesem Wochenende noch lange feiern: Die SG Triberg/Nußbach um Spielertrainer Stjepan Geng wurde in einem Herzschlagfinale Meister in der Kreisliga B1 und steigt in die Kreisliga A auf. Foto: SG Triberg/Nußbach

Aufstiegsheld Kevin Kärcher schnürt im „B1-Endspiel“ gegen FKB Villingen vor 500 Zuschauern ein spätes,entscheidendes Doppelpack zum 3:2-Sieg.

Kreisliga B1: SG Triberg/Nußbach – FK Bratstvo Villingen 3:2 (1:1). Fußballherz, was willst du mehr? Erst in der Nachspielzeit nach 97 Minuten stand der neue B1-Meister fest. Kevin Kärcher, Winter-Neuzugang vom Landesligisten FC Pfaffenweiler, erlebte mit seinen zwei späten Toren einen persönlichen Sternstunden-Moment und schoss die SG Triberg/Nußbach zur Meisterschaft – FKB bestreitet die Relegationsspiele zur Kreisliga A.

 

Drei Minuten reguläre Spielzeit standen noch auf der Uhr bei Schiedsrichter Stephan Niggemeier. FKB führte mit 2:1 und wähnte sich kurz vor dem Ziel. Sogar ein Punkt hätte FKB gereicht. In der 87. Minute erzielte Kärcher für die SG Triberg jedoch den 2:2-Ausgleich. Die Fans der Gastgeber puschten ihr Team weiter nach vorne – Stephan Niggemeier entschied auf sieben Minuten Nachspielzeit. Da machte Kärcher nach einer Flanke aus dem Halbfeld vor das Tor das schier Unmögliche perfekt und köpfte den Ball zum sensationellen 3:2-Comeback der Gastgeber ins Netz. Dabei blieb es.

Der Spielfilm

Tribergs Spielertrainer Stjepan Geng verzeichnete mit seinem Team den besseren Start: Maximilian Rüster traf früh zum 1:0 in der 10. Minute. Bratstvo schüttelte sich kurz, ehe Mert Püslüllü – in seiner Jugendzeit immerhin mal beim VfB Stuttgart – schnell für FKB zum 1:1 ausgleichen konnte (20.).

In einer spannenden und umkämpften Partie ging der bisherige Tabellenführer nach fast einer Stunde durch einen Strafstoß von Dragan Jovanovic mit 2:1 in Führung. Alles schien auf einen Gästesieg und den Meistertitel für FKB hinauszulaufen. Doch hatten die Gastgeber den erfahrenen Ex-Profi Stjepan Geng auf dem Platz, der seinen dritten Aufstieg in Serie feiern wollte – und auch der eingewechselte Coskün Öztürk brachte Siegermentalität auf den Platz. Immerhin hat der frühere Bundesliga-Ringer schon mit drei anderen Vereinen (darunter dem FC Triberg) mehrere Aufstiege erreicht.

Für die SG Triberg/Nußbach zahlte sich der Kampfgeist aus. FKB Villingen kann jedoch ab der kommenden Woche in der Aufstiegsrunde der B-Vizemeister gegen die SG Lenzkirch-Saig (B2) und die SG Marbach/Rietheim 2 (B3) eines von zwei weiteren Aufstiegs-Tickets erspielen. Start ist am Mittwoch oder Donnerstag mit der Partie Marbach/Rietheim 2 gegen Bratstvo.

Die Statistik

SG Triberg/Nußbach: Nagel - Rüster, Krebs, Popa (87. Holzapfel), Kärcher, Vuk, Kallmi (73. Szerensci), Schneider (59. Öztürk), Antal, Scherzinger (88. Shabani), Geng. Bratstvo: Tschouape - Aleksic, Calic, Matosevic, Jovanovic, Orlescu (69. Mesembe), Spiegel, Kwiring, Püsküllü, Sl. Jovanovic, Feta (60, Happle).

Tore: 1:0 Maximilian Rüster (10.), 1:1 Mert Püsküllü (20.), 1:2 Dragan Jovanovic (Elfmeter/57.), 2:2, 3:2 Kevin Kärcher (87., 90.+5).

Schiedsrichter: Stephan Niggemeier (Unterkirnach).

Zuschauer: 300.

Besondere Vorkomnisse: Rot für Triberg (90.+4), Gelb-Rot für FKB (90.+6)

Trainerstimmen

Stepjan Geng, SG Triberg: „Wahnsinn. Was für ein Finale mit den letzten Minuten. So etwas hab ich auch noch nie erlebt. Egal ob Oberliga mit dem FC 08, beim BSV oder nun in der Kreisliga. Mann muss immer an sich glauben. Dies haben die Jungs bis zum Ende gemacht. Am Ende hatten wir das Glück auf unserer Seite.“

Marko Matosevic, FKB Villingen: „Glückwunsch an die SG für ihren großen Willen. Ich bin sprachlos. Es war ein umkämpftes Spiel, keines der Teams war besser. Triberg hat alles nach vorne geschmissen. Bitter, aber so ist Fußball. Wir wollten auf Sieg spielen. Jetzt heißt es kurz enttäuscht sein, dann aber in der Relegation voll angreifen.“