Mit dem „Tag des Handwerks“ am 21. Mai im Burghof Lörrach möchte sich die regional verankerte Branche auch in diesem Jahr präsentieren.
Die Kreishandwerkerschaft will sich mit dem „Tag des Handwerks“ am 21. Mai wieder als eine tragende Säule der Wirtschaft im Dreiländereck präsentieren und regionale Verbundenheit demonstrieren. Hauptredner der Veranstaltung, die traditionell im Burghof Lörrach stattfindet, ist Sven Schöpker, der sein Konzept „Mission starkes Handwerk“ präsentieren wird. Schöpker, ein gelernter Tischler und Betriebswirt, ist als Gründer eines Verbundunternehmens ebenso erfolgreich wie mit der Fortführung des elterlichen Handwerksbetriebs. Gleichzeitig ist er als Berater tätig. In dieser Rolle will er seine Erfahrungen und neue Impulse ins Handwerk einbringen.
Eintrittspreis steigt
Beim „Tag des Handwerks“ wird außerdem Landrätin Marion Dammann ein Grußwort sprechen. Außerdem bleibt viel Zeit für den Austausch, wie die Veranstalter von der Kreishandwerkerschaft versprechen. Im 26. Jahr muss der „Tag des Handwerks“ ohne Sponsoring der regionalen Banken auskommen. Trotz dieser Ausfälle habe man an der Veranstaltung festhalten wollen, berichtet Kreishandwerksmeister Martin Ranz. Es sei gelungen, andere Unterstützer zu finden, außerdem habe man das Eintrittsgeld auf 15 Euro angehoben. „Wir wollten den Anlass auf keinen Fall sterben lassen“, so Ranz. Das regionale Handwerk feiert den repräsentativen Tag vor dem Hintergrund einer etwas unübersichtlichen Situation. Der Vorstand mit Kreishandwerkermeister Martin Ranz und seinen beiden Stellvertretern Christian Talmon-Gros und Horst Wagner sowie Geschäftsführer Daniel P. Herkommer berichteten bei einem Mediengespräch von einer etwas zweigeteilten Situation.
Investitionsstau
Bei privaten Auftraggebern sei noch Zurückhaltung zu spüren. Im öffentlichen Sektor sehen die Handwerker einen Investitionsstau, der das Geschäft immer noch dämpfe, dessen Lösung jedoch für die Zukunft neue Aufträge erwarten lasse. „Arbeit ist genug da, sie muss nur endlich ausgeschrieben werden“, fasste Ranz die Situation zusammen.
Kunden sind verunsichert
Im Bereich Heizung, Sanitär und Klima werten die regionalen Handwerker die neuerliche Änderung des Gebäudeenergiegesetzes („Heizungsgesetz“) als einen Fehler. Die Korrekturen von Schwarz-Rot würden zu einer Verunsicherung der Kunden führen. Gerade beim Bau von häuslichen Energieanlagen sehen sich die stationären Handwerker einer wachsenden Konkurrenz von überörtlich tätigen Großunternehmen ausgesetzt. In dieser Hinsicht setzt die Kreishandwerkerschaft auf eigene Vorteile bei Service und Instandhaltung.
Absatz von E-Autos auf bescheidenem Niveau
Kaufzurückhaltung ist auch das Stichwort für die Autobranche. Zwar entwickle sich der Absatz von E-Autos auf bescheidenem Niveau, wie Horst Wagner berichtete. Allerdings beobachtet die Branche gewisse Nachfrageprobleme beim Reparaturgeschäft. Wagner glaubt nicht, dass der geringere Wartungsbedarf der Elektroautos hierbei schon stark ins Gewicht fällt. Vermutlich werde angesichts hoher Spritpreise einfach weniger gefahren, meint Wagner.
Insgesamt gut aufgestellt
Insgesamt sei das Handwerk in der Region gut aufgestellt und flexibel genug, um auf die jeweiligen Lagen reagieren zu können, schätzt Martin Ranz. Auch sei der Draht zur Politik gut, doch wenn es um die Umsetzung von Vorschlägen gehe, dann würden diese oft versanden. So bleibe es trotz jahrelanger Warnungen beim Übermaß an Bürokratie.
Papierkram kostet Zeit
Viele Handwerker würden mehr Zeit für das Ausfüllen von Formularen und Anträgen aufwenden als für ihre eigentliche Arbeit. Herkommer berichtet, dass daraus zwar erfolgreiche Geschäftsmodelle etwa bei der Energieberatung entstünden. Aber, so ergänzte Ranz, „es braucht immer noch jemand, der das einbaut, was andere planen.“