Der aus Sicht von Landrat Rückert „beste Kreisbrandmeister im ganzen Land“ verkündete bei der Kommandantendienst- und Verbandsversammlung der Feuerwehren im Kreis Freudenstadt sein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Amt in elf Monaten. Bei der Tagung wurde Jahraus auch eine besondere Ehrung zuteil – aus Rottweil.
Eine „Bombe, die platzte“ nannte der Vorsitzende des Feuerwehrverbands Freudenstadt, Maik Zinser, am Samstag das, was Frank Jahraus kurz zuvor bei der Dienstversammlung der Kommandanten und Abteilungskommandanten der Feuerwehren im Kreis Freudenstadt und der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands in der Veranstaltungshalle in Schopfloch bekannt gegeben hatte: Der Kreisbrandmeister scheidet vorzeitig aus seinem Dienst aus.
Es sei für ihn unvorstellbar gewesen, bekannte Zinser, aber man habe es zu akzeptieren, und es werde auch sicherlich zu einem „Bruch in der Kreisbrandmeisterei“ führen.
Zum Abschluss seines Jahresberichts hatte Frank Jahraus zuvor verkündet, dass dies seine letzte Dienstversammlung und sein letzter Bericht als Kreisbrandmeister im Kreis Freudenstadt gewesen sei.
Jahraus führt persönliche Gründe an
„Ich habe im Februar bei Herrn Landrat Dr. Rückert meine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand und meine vorzeitige Entlassung aus dem Dienst als ehrenamtlicher Kreisbrandmeister aus persönlichen Gründen beantragt“, hatte Jahraus verkündet. Mit Ablauf des 28. Februar 2026 werde er die Feuerwehrbühne im Landkreis Freudenstadt „genauso weise verlassen“, wie er sie am 1. Oktober 2007 betreten habe.
„Meine Güte, Frank Jahraus!“, entfuhr es Klaus-Michael Rückert nun in Schopfloch noch einmal. „Ich hab’s ja gewusst, und es wird so geschehen, wie es der Kreisbrandmeister wünscht.“ Der Landrat ergänzte, was er immer wieder gesagt habe: „Wir haben den besten Kreisbrandmeister im ganzen Land.“
Rückert betonte, dass Jahraus riesengroße Spuren hinterlasse – in seinem Eifer für die Feuerwehr und die Menschen, in seinem grenzenlosen Engagement.
Er, so Rückert weiter, habe wenige Mitarbeiter im Landratsamt, mit denen er ernste Gespräche darüber führen müsse, dass sie weniger arbeiten sollen – Jahraus gehöre aber dazu. Mit einem Gespür für die Menschen und einem grandiosen Fachwissen.
Er, fuhr Rückert fort, könne sich nicht vorstellen, wie es ab 1. März nächsten Jahres weitergehen solle. Man werde die Stelle natürlich ausschreiben, und die oder der Beste bekommen den Zuschlag.
Rückert: Kreis wird wieder Geschichte schreiben
Und Freudenstadt werde wieder Geschichte schreiben, denn Ende Februar nächsten Jahres werde der letzte ehrenamtliche Kreisbrandmeister Baden-Württembergs in den Ruhestand gehen.
Er wolle heute bei dieser Versammlung schon sagen: „Ich verneige mich in großer Dankbarkeit vor einer großartigen Leistung meines absoluten Lieblingsbrandmeisters.“
Goldmedaille aus Rottweil
Zwar unbewusst, aber doch passend zu seiner Ankündigung gab es für Frank Jahraus an diesem Tag von überraschender Seite eine besondere Auszeichnung. Der stellvertretende Vorsitzende des Feuerwehrverbands Rottweil, Frank Pfau, überreichte mit einer Goldmedaille die höchste Auszeichnung des Kreisfeuerwehrverbands Rottweil. Pfau betonte, dass Jahraus die erste Person außerhalb des Kreises Rottweil sei, der diese hohe Ehrung zuteil werde. Verbunden mit Dank und Anerkennung verwies Pfau auf das bei ihnen so genannte Freudenstädter Modell, durch das eine gute interkommunale Zusammenarbeit über Kreisgrenzen und auch über die Regierungsbezirksgrenze hinaus entstehe. Dieses habe man auch im Kreis Rottweil eingeführt, und Jahraus unterstütze.