Arbeit am Scansystem: Die Bestände des Kreisarchivs werden digital erfasst. Das schützt die Archivalien und die Kunstsammlung – und macht sie besser zugänglich. Foto: Landratsamt

Das Kreisarchiv setzt seit neuestem ein Scansystem zur Digitalisierung seiner Bestände ein.

Das Landratsamt informiert in einer Pressemitteilung über diese Neuerung und erklärt, wie die Digitalisierung genau funktioniert.​

 

Die Archivalien und die Kunstsammlung des Zollernalbkreises sind von großem historischem Wert für die Region und genießen als Kulturgut einen besonderen Schutz. Der neue Archiv-Aufsicht-Scanner minimiert den physischen Kontakt mit den Archivalien, was das Risiko von Schäden erheblich reduziert.

Dies trägt zur langfristigen Erhaltung der Bestände bei. Doch nicht nur das, es gibt noch einen weiteren großen Vorteil: „Zudem kann durch die Digitalisierung eine breitere Öffentlichkeit darauf zugreifen. Insgesamt wird die Sichtbarkeit des Zollernalbkreises, seiner Geschichte und Kultur in der Öffentlichkeit deutlich erhöht“, erklärt Kreisarchivar Dr. Uwe Folwarczny.

Kunstsammlung eines der ersten Projekte

Als eines der ersten Projekte werden Teile der Kunstsammlung des Zollernalbkreises digitalisiert und perspektivisch in einem Onlineportal zugänglich gemacht. Den Anfang machen die Werke des 2019 verstorbenen Karl Hurm aus Haigerloch-Weildorf.

Neben der Kunstsammlung werden zudem kleinere Archivbestände digital erfasst, wie das Tagebuch des Täbinger Pfarrers Georg Friedrich Wiegandt aus den Jahren 1854/1855. Die Bücher wurden dem Kreisarchiv unlängst übergeben, sie sind einerseits eine wahre Fundgrube zu den damaligen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Mindestens genauso spannend ist jedoch der Hauptanlass der Chronik: die präzise Erfassung der klimatischen Verhältnisse in Täbingen.

Beweggrund dafür war der als sehr streng empfundene Winter des Jahres 1853, der bis in den April hinein starken Frost brachte. Neben genauen Tagesbeschreibungen fertigte Wiegandt umfangreiche Tabellen zu Niederschlag, Luftdruck und Temperatur an. In Anbetracht der globalen Klimaveränderungen bietet diese Chronik einen fundierten Einblick in die klimatischen Verhältnisse des Kleinen Heubergs vor 175 Jahren.