Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Kreis Rottweil/ Zollernalbkreis Bahn-Unfälle beschäftigen nun auch Politik

Von
Der Unglücksort in Talhausen. Volker Kauder hat interveniert: Am 22. August soll es ein Gespräch mit der Bahn geben. Foto: Schulz

Kreis Rottweil/Zollernalbkreis - Es bewegt sich was. Der CDU-Politiker Volker Kauder hatte uns versprochen, sich wegen der Bahnunglücke in Talhausen und Albstadt-Laufen zu kümmern. Jetzt gibt es ein Treffen am 22. August in Talhausen mit der Bahn. Thema ist die Sicherheit an Bahnübergängen.

Die Bahnunfälle in Talhausen, bei dem zu Beginn des Monats über 30 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden, und in Albstadt-Laufen in der vorvergangenen Woche mit einem Todesopfer beschäftigen nun auch die Politik. Zumindest einen Teil davon. Andere berührt das Thema weit weniger.

Wir hatten uns in den vergangenen Tagen die beiden Unglücke noch einmal näher angeschaut, mehrere Male mit Bahnverantwortlichen und Politikern gesprochen und zum größten Teil nichtssagende Antworten erhalten. Ein Bahnsprecher wies beispielsweise darauf hin, dass ein korrektes Verhalten jener, die die Bahnübergänge benutzten, oberstes Gebot sei (siehe auch unsere Berichterstattung am Samstag: "Auf die schiefe Bahn geraten"). Zudem führte er aus, dass die Systeme historisch gewachsen seien und einzelne Komponenten ein aufeinander abgestimmtes also stimmiges System bildeten.

Das Verkehrsministerium des Landes unter der Leitung von Winfried Hermann (Grüne) hatte uns ausrichten lassen: "Die zwei Unfälle sind natürlich tragisch. Grundsätzlich ist die Situation an den Bahnübergängen mit Halbschranken aber nicht gefahrenträchtig, solange sich die Straßennutzer an die Verkehrsregeln halten. Dies war nach unserem Kenntnisstand bei beiden Unfällen nicht der Fall." Lediglich Volker Kauder versprach, Gespräche mit der Bahn zu führen. Auf seine Initiative hin soll es nun am 22. August in Talhausen, einem der beiden Unglücksorte, zu einem Treffen kommen. Um 15 Uhr wird die Bahn AG, so heißt es in einem Bericht aus der jüngsten Sitzung des CDU-Kreisvorstands, ihr Konzept für die Herstellung der Sicherheit an dieser Stelle, aber auch insgesamt, vorstellen.

CDU-Chef: "Ich will von der Bahn ganz konkret wissen, wie sie die Gefahren so weit wie möglich ausschließt."

Warum, ist klar: "Die jüngsten Unglücksfälle an Bahnübergängen wie bei dem in Talhausen bewegen die Menschen", so die Kreis-CDU. Der Unionsfraktionschef wird zitiert: "Ich will von der Bahn ganz konkret wissen, wie sie die Gefahren so weit wie möglich ausschließt." Nicht nur er erhoffe beziehungsweise erwarte von dem Termin Aufschlüsse über die Sicherstellung solch neuralgischer Punkte. Auch für den Kreisvorsitzenden Stefan Teufel sei es ein wichtiges Datum.

Es gibt schon ganz konkrete Vorschläge, wie solche neuralgischen Punkte besser gesichert werden können. Der Verkehrssicherheitsexperte Franz Schilberg empfiehlt: Gegen Aufpralle auf liegengebliebene Fahrzeuge schütze am besten eine Gefahrenraum-Überwachung (Güw). Sie bewirke, dass die Züge vor dem Bahnübergang (BÜ) aufgehalten würden, solange dieser von einem Straßenfahrzeug belegt, also nicht frei sei.

In Deutschland sei eine Güw nur bei Vollschrankenanlagen vorgesehen. Sie könne durch Bahnbedienstete oder durch technische Mittel (Radarsensoren) erfolgen. Die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) empfehle, auch an Halbschrankenanlagen (wie in Talhausen) in Deutschland in zu bestimmenden Fällen Güw vorzusehen. Um Zugaufpralle auf liegengebliebene Fahrzeuge mit besonders schweren Unfallfolgen zu vermeiden, empfiehlt Schilberg, Güw vor allem dort einzusetzen, wo insbesondere folgende besondere Gefahrenmomente vorliegen: hohe Zuggeschwindigkeit (120 Stundenkilometer oder schneller), eingeschränkte Sicht der Lokführer wegen Kurve der Bahntrasse (wie in Talhausen), regelmäßiger Linien- oder Schulbus-Verkehr, häufige Durchfahrt von Gefahrgut-Transportern, zu geringe Kuppenausrundung (Aufsetz-Gefahr) wie in Talhausen, zu geringe Kurvenaufweitung (Räumbehinderung bei Lkw-Begegnung), geringe Entfernung zu bevorrechtigter Straße (Rückstau-Gefahr), enge Einmündung oder Zufahrt neben Bahnübergang (Lkw-Rangier-Gefahr), Steigung und Unebenheit im Gleisbereich (Durchdreh-Gefahr bei Glätte). u  Die ÖBB hat einen Film gedreht, der zeigt, welche Kräfte bei einem Crash wirken: https://www.youtube.com/watch?v=WJKz9EfqHx0

Kommentar

Von Armin Schulz

Geht da vielleicht was? Kommt beim Thema Verkehrssicherheit bei Bahnübergängen doch noch Bewegung hinein? Zunächst war das ein Versprechen, das uns Volker Kauder gegebenen hat. Ja, nach den Unglücken in Talhausen und Albstadt-Laufen müsse man sich das Ganze noch einmal näher anschauen, teilte er uns mit. Kauder hat interveniert. Jetzt soll es am 22. August ein Gespräch mit der Bahn am Unglücksort in Talhausen geben. Endlich kümmert sich jemand darum. Und es wird Zeit, dass die Bahn-Verantwortlichen von ihrem hohem Ross herunterkommen und sich vor Ort anschauen, wie gefährlich es auf ihren Bahnstrecken tatsächlich zugeht. Doch bei diesem einen Gespräch darf es nicht bleiben. Taten sind angesagt. Maßnahmen, die Bahnübergänge sicherer zu machen. Klar ist: Das Gespräch im August ist lediglich ein erster Schritt.

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.