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Kreis Rottweil/Wurmlingen Wolfgang Schäuble will es noch einmal wissen

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Prominente Wahlkampfhilfe für Volker Kauder, CDU-Direktkandidat im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen (Zweiter von rechts): CDU-Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (rechts) sprach vor über 600 interessierten Zuhörern. Mit im Bild: Alt-Ministerpräsident Erwin Teufel und Wurmlingens Bürgermeister Klaus Schellenberg (vorne von links), sowie Elisabeth Kauder (dritte von links). Foto: Krauss

Kreis Rottweil/Wurmlingen - Drei Wochen vor der Bundestagswahl nimmt der Wahlkampf auch in der Region Fahrt auf. Zum Wahlkampfauftakt der CDU im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble füllten über 600 Zuhörer den Saal bis auf den letzten Platz.

Es war am Freitagabend in der Hirschbrauerei Wurmlingen eine Veranstaltung, die durchaus ihren Unterhaltungswert hatte. Schäuble, in Wurmlingen als Schützenhilfe für CDU-Kandidat Volker Kauder unterwegs, hatte erst zwei Stunden zuvor in der Böblinger Legendenhalle eine ähnliche Veranstaltung absolviert. Somit warmgeredet zeigte der CDU-Politiker in der freigeräumten großen Brauerei-Verladehalle, dass er auch mit seinen fast 75 Jahren keineswegs politik- oder amtsmüde ist.

Rund 45 Minuten spricht Schäuble – frei und ohne Notizen, gestikulierend, häufig die Tonlage und das Sprechtempo ändernd. Auch wenn es sich um ernste Themen handelt, lassen die vielen ironisch in den Raum gestellten Bemerkungen die Zuhörer immer wieder Schmunzeln. Deutlich wird: Hier spricht ein Mann, der von dem, was er tut, überzeugt ist und dahinter steht.

Der Finanzminister spricht viele Punkte an, die der Union im Wahlkampf am Herzen liegen, ohne sich allzu sehr in Details zu verlieren. So kam er schnell auf ein Thema zu sprechen, von dem er herzlich wenig hält: die Sanierung des Haushalts durch Schuldenaufnahme. "Wenn es tatsächlich so wäre, dass mehr Schulden mehr Wachstum bedeutet, dann müsste es bei einigen in Europa grad so krachen", sagt er deutlich. 86,1 Milliarden geplante Neuverschuldung habe er als Finanzminister geerbt und sich von Anfang an für deren Abbau eingesetzt. Durch eine vernünftige und nachhaltige Politik habe man eine geringe Arbeitslosigkeit, eine hohe Beschäftigungsquote und gestiegene Löhne über dem Gesamtwachstum erreicht. "Wirtschaftlicher Erfolg wird nicht durch die Politik gemacht – falsche Politik kann ihn aber verhindern", so sein Credo.

Der Union wolle den Menschen durch Stabilität Vertrauen zu geben, wozu auch zähle, von Steuererhöhungen abzusehen. "Lasst die Finger weg von Substanzsteuern", sagt Schäuble und warnt vor den Folgen in einer globalisierten Welt, in der aus Investitionsentscheidungen schnell weltweite Wettbewerbsentscheidungen werden könnten.

Schäuble streift das Bestreben, die Forschung weiter auszubauen, kleinen und mittleren Betrieben mehr unter die Arme zu greifen und auch für Familien mehr tun zu wollen. Die Erhöhung des Kindergeldes, die Anpassung der Kinderfreibeträge und das Schaffen besserer Betreuungsmöglichkeiten sei Ziel der CDU.

Auch dem Thema Flüchtlinge widmet der Finanzminister einige Redeminuten. Europa werde bedürftige Menschen weiterhin anziehen. Richtig sei es, denen zu helfen, die tatsächlich verfolgt würden. Aber: Das Asylrecht dürfe nicht missbraucht werden, um wirtschaftlich bedürftige Menschen nach Europa zu bringen. "Die, die keinen Grund haben, hier zu sein, müssen auch zurückgeschickt werden", betont er und plädiert dafür, Tunesien, Marokko und Algerien "endlich" zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. Allerdings müsse man Afrika dabei helfen, seine politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, mit den Anrainerstaaten am "Tor nach Europa", wie etwa der Türkei, zusammenzuarbeiten – auch wenn er Erdogans Politikstil nicht teile.

"Wir haben so viele Probleme, es ist eine schwierige Zeit", schließt der CDU-Politiker seinen viel beklatschten Vortrag. Deutschland gehe es zwar gut, "aber es ist gefährlich, zu denken, wir könnten es uns jetzt erlauben, auszuruhen".

Vor Schäubles Vortrag hatte Volker Kauder, CDU-Direktkandidat des Wahlkreises Rottweil-Tuttlingen, Begrüßungsworte gesprochen. Besonders freue er sich, dass auch einer seiner Gegenspieler vor Ort sei – der aus Wurmlingen stammende SPD-Kandidat Georg Sattler. Ferner kündigte Kauder an, dass es in Sachen Gäubahn endlich weitergehen müsse.

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