Die Pollen vermiesen manch einem den lang ersehnten Frühling. Foto: Hildenbrand

Gesundheitsamt Rottweil gibt Tipps. Nur eine Immuntherapie packt das Übel an der Wurzel.

Kreis Rottweil - Frühling – endlich geht es raus ins Freie. Das ist allerdings für viele Allergiker derzeit mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. Etwa ein Viertel aller Mitmenschen ist betroffen, informiert das Gesundheitsamt in Rottweil und gibt Tipps.

 

Auf die Sonne nach dem langen Winter hat die Natur nur gewartet und belohnt uns mit frischen Blüten und Knospen. Pollenallergiker reagieren mit tränenden Augen, juckenden Nasenschleimhäuten und Niesattacken auf die explodierende Natur. In der Region fallen derzeit Birke, Esche, Löwenzahn und Gräser durch eine mittlere Pollenflugbelastung auf. Lediglich der derzeitige Regen entlastet Allergiker etwas.

Besonders schlimm erwischt es Menschen, deren Bronchien mit Verengung reagieren. Das allergische Asthma betrifft laut Mitteilung des Gesundheitsamts fünf Prozent der Bevölkerung und ist durch anfallsartige Atemnot charakterisiert. Leichtere Formen können ohne Atemnot, aber mit anfallsartigem Husten in Erscheinung treten. Asthma-Patienten sollten über ihre Erkrankung geschult und medikamentös versorgt werden, raten die Fachleute. Eine Verlaufskontrolle sollte bei Haus- oder Facharzt durchgeführt werden.

Rund 60 Prozent der Allergiker behandeln sich selbst, meist mit frei verkäuflichen Medikamenten aus der Apotheke. Es handelt sich dabei oft um Antihistaminika, Medikamente, die sich gegen einen der körpereigenen Stoffe, die Entzündungsreaktionen auslösen und unterhalten können, richten. Die Symptome werden dabei zwar gelindert, aber nicht gänzlich beseitigt. Bei insgesamt guter Verträglichkeit sind diese Mittel sinnvoll, so das Gesundheitsamt. Dass die Reaktionsfähigkeit und damit die Fahrtüchtigkeit dennoch beeinträchtigt werden können, müsse aber jedem Anwender bewusst sein, heißt es. Ärzten stehen noch weitere Medikamente zur Verfügung, so dass bei stärkeren Beschwerden der Gang zum Arzt sinnvoll ist.

Die einzige Behandlung, die das Übel bei der Wurzel packt, ist die spezifische Immuntherapie, auch Hypo- oder Desensibilisierung genannt. Dabei verabreicht der Arzt eine geringe Menge der Substanz, die beim Patienten die allergische Reaktion hervorruft. Langsam wird die Dosis des Allergens gesteigert, so dass sich der Körper daran gewöhnt und die Überreaktion des Immunsystems ausbleibt. Üblich ist die Verabreichung per Injektion.