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Kreis Rottweil Streit um eine Abtreibung eskaliert

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Als er von der Abtreibung seiner Freundin erfährt, schlägt der Angeklagte zu. Foto: Pixabay

Kreis Rottweil - Als sie ihm von der Abtreibung des gemeinsamen Kindes erzählte, rastete er aus – ein unter anderem wegen Körperverletzung angeklagter 30-Jähriger musste sich kürzlich abermals vor dem Rottweiler Amtsgericht für seine Taten verantworten.

Eigentlich war die Sache schon vom Tisch, das Verfahren gegen den 30-Jährigen aus einer Rottweiler Kreisgemeinde gegen eine Geldauflage eingestellt. Weil der dreifache Vater aber bis zum erneuten Verhandlungstag keinen Cent bezahlt hatte, wurde er abermals zum Rottweiler Amtsgericht zitiert und der Fall neu aufgerollt.

Er habe kein Geld gehabt, ließ der Mann durch seine Dolmetscherin mitteilen. Warum er sich deshalb nicht beim Gericht gemeldet habe? "Ich wusste nicht, dass ich Bescheid geben muss", meinte der Angeklagte. Amtsrichterin Maren Lorer blieb somit nichts anderes übrig als den Fall erneut zu verhandeln.

Schwangere Freundin mit Tod bedroht

Dem 30-Jährigen wurde vorgeworfen, an zwei Tagen im April vergangenen Jahres seine damalige Freundin bedroht und verletzt zu haben. Ausgangspunkt war ein Streit über eine mutmaßliche, heimliche Abtreibung ein Jahr zuvor. "Ich habe eine ärztliche Bestätigung verlangt. Wenn sie es tatsächlich getan hat, wollte ich gehen. Sie konnte aber keine vorlegen", erklärte der Angeklagte vor Gericht.

An diesem Tag soll er seiner zu diesem Zeitpunkt erneut schwangeren Freundin gedroht haben, sie zu töten. "Gilt das als Drohung?", fragte der Angeklagte, von Richterin Lorer auf den Vorwurf angesprochen. "Es kann schon sein, dass ich das gesagt habe, aber wenn wir so etwas sagen, dann setzen wir das nicht in die Tat um", erklärte er sich.

Messer freiwillig abgegeben

Tags darauf hatten sich die Gemüter wohl immer noch nicht abgekühlt. Die mutmaßliche Abtreibung führte erneut zum Streit. Diesmal sei noch seine Schwägerin im Haus gewesen, bestätigte der gebürtige Türke.

Er gab zu, seine damalige Freundin an den Haaren gepackt und ihr eine Ohrfeige gegeben zu haben. Dass er sie auch in den Bauch geschlagen haben soll, dazu sagte der Angeklagte nichts.

"Wie kannst du mein Kind abtreiben, ohne mir etwas zu sagen?", habe er die Freundin gefragt. In Rage sei er in die Küche gestürzt und habe "etwas" geholt. Dass er ein langes Küchenmesser in der Hand hielt, das soll er erst gemerkt haben, als die Schwägerin ihn darauf hinwies, gab der Angeklagte an. "Ich dachte, es wäre etwas aus Holz. Ich habe ihr das Messer dann in die Hand gelegt."

In den gut fünf Jahren, die er nun in Deutschland sei, habe er sich überhaupt noch nie etwas zu schulden kommen lassen, beteuerte der 30-Jährige. Der Auszug aus dem Bundeszentralregister bestätigte dies.

Heute pflege er zudem ein gutes Verhältnis zur Ex-Freundin und den drei gemeinsamen Kindern, erzählte der 30-Jährige vor Gericht.

Das widerlegte die 24-jährige Ex-Freundin bei ihrer Aussage vor Gericht. "Er kommt nur, um die Kinder zu sehen, wenn er gerade Bock hat", meinte sie.

"Eine Abtreibung ist für mich wie töten"

An die Taten könne sie sich kaum mehr erinnern, meinte sie. Die dreifache Mutter bestätigte, dass er sie an den Haaren gezogen und sie mit der Faust am Bauch getroffen habe, wenn auch nicht fest: "Er konnte sich noch beherrschen und hat den Schlag abgefangen, weil ihm wohl eingefallen ist, dass ich schwanger bin", berichtete sie. Dass er sie umbringen wollte, glaube sie nicht wirklich. Beim Schlagen sehe das anders aus. "Wegen dieser Abtreibung, die ich 2017 hatte, ist alles eskaliert", meinte sie.

"Ich bereue, was ich getan habe. Es ist im Affekt passiert. Niemand würde sich wünschen, dass einem das eigene Kind weggenommen wird. Eine Abtreibung ist für mich wie töten", meinte der 30-Jährige.

Richterin Lorer verurteilte ihn wegen zweifacher Körperverletzung und Bedrohung zu einer Geldstrafe von 1500 Euro. Eine versuchte gefährliche Körperverletzung mit dem Küchenmesser unterstellte sie nicht, da der 30-Jährige vom Versuch zurückgetreten sei.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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