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Kreis Rottweil Straßenmeisterei Schramberg schließen?

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Foto: pixabay

Kreis Rottweil - Wird es eines Tages nur noch eine Straßenmeisterei für den Kreis Rottweil geben? Überlegungen in diese Richtung wurden in der jüngsten Kreistagssitzung aufgebracht. Der Anlass: Sorge um den Füllstand des Landkreissäckels angesichts geplanter Stellenmehrungen.

Zu wenig Personal

Die Themen Straßenmeisterei, ein immer größer werdendes Aufgabengebiet und eine Minderversorgung beim Personal hatten bereits im Ausschuss für Umwelt und Technik für Diskussionen gesorgt, wenn auch bei der Abstimmung recht klar wurde, dass das Gremium hinter den geplanten Personalmehrungen steht. Hang- und Felssicherungsmaßnahmen und Baumkontrollen sind nur zwei der Aufgaben, die die Straßenmeisterei neben ihrem Alltagsgeschäft erledigen muss.

Um den Bedarf an zusätzlichem Personal einschätzen zu können, wurde der Straßenbetriebsdienst einer Organisationsuntersuchung unterzogen. Das Ergebnis: Über die kommenden Jahre sollen insgesamt sieben neue Stellen geschaffen werden.

Ein einseitiges Gutachten?

Bei zehn Ja- und drei Nein-Stimmen hatte man sich mehrheitlich für die Aufhebung des Sperrvermerks über drei Vollzeitstellen im Jahr 2020 ausgesprochen. Die finale Entscheidung fiel nun im Kreistag. Eine neuerliche Diskussion blieb dabei jedoch nicht aus.

In der Kritik stand dabei vor allem das in Auftrag gegebene Gutachten. Hermann Acker (FWV) machte deutlich, dass er zwar mit einer durch erhöhten Personalbedarf bedingten Stellenmehrung gerechnet hatte, aber nicht in so einem Ausmaß. Er sei "total überrascht" gewesen.

Zudem bezeichnete Acker das Gutachten als "einseitig". Es vergleiche nur mit anderen Landkreisen und liste zusätzliche Aufgaben auf, anstatt Standards zu hinterfragen oder Aufgabenkritik zu betreiben.

Standort Schramberg aufgeben

Eine Frage, die sich ihm stelle, sei beispielsweise, ob man den Standort der Straßenmeisterei in Schramberg in der Vier-Häuser-Straße nicht aufgeben sollte. Zumal dieser durch die geplante Osttangente Sulgen ohnehin neu überplant werden müsse. Im nördlichen Landkreis gebe es ja auch keine Straßenmeisterei mehr.

Landrat Wolf-Rüdiger Michel erinnerte daran, dass die Idee eines Gutachtens angesichts der Baumkontrollen aus dem Gremium gekommen sei. "Wenn man eins in Auftrag gibt, dann sollte man es auch annehmen, sonst eiert man von Gutachten zu Gutachten, bis man eins findet, was einem gefällt", machte der Landrat seine Meinung deutlich. "Die Standards müssen abgesenkt werden" sei schnell gesagt. Mehr Arbeit erfordere eben mehr Personal – und das koste Geld.

Markus Huber (FWV) sprang seinem Kollegen Acker bei. Eine 1:1-Übernahme der Empfehlungen aus dem Gutachten sei falsch, ohnehin mit Blick auf die enormen Stellenmehrungen in den vergangenen Jahren. Und der Standort müsse definitiv hinterfragt werden. Michel setzte entgegen, dass aus dem Gutachten ganz klar hervorgehe, dass zwei Standorte nötig seien. Er denke da etwa an den Winterdienst. Wenn es schneie, müsse man schnell überall sein.

Das Gutachten habe derweil einen Vergleich mit ähnlich großen Landkreisen angestellt und aufgedeckt, dass der Kreis Rottweil in Sachen Personal hinterherhinke. "Man kann eine Mannschaft nicht kaputtsparen", warnte der Landrat.

"Suboptimal gelöst"

Thomas Engeser (FWV) regte an, über einen gemeinsamen Standort für die Straßenmeisterei nachzudenken, etwa in der Mitte des Landkreises. Dornhan sei immerhin etwa genau so weit weg von Rottweil wie Schramberg.

Und die Straßenmeisterei in Rottweil beziehungsweise Zimmern lasse auch zu wünschen übrig.

"Das ist suboptimal gelöst", pflichtete Berthold Kammerer (SPD) Engeser bei. Wenn die SPD auch dafür sei, angesichts der vielen Überstunden den Sperrvermerk für die Stellenmehrung aufzuheben, so sei die Frage nach einem gemeinsamen Standort, die aufgebracht wurde, nicht so weit hergeholt. Das könne man aber noch zu gegebener Zeit entscheiden, so Kammerer.

"Da muss der Kreistag schon sehr gute Argumente vorbringen, um uns davon zu überzeugen, dass ein Standort besser ist als zwei", sprach Michel skeptisch für die Verwaltung. Seiner Erfahrung nach seien gemeinsame Standorte in der Regel nur wenig gemeinschaftsstiftend.

Der Aufhebung des Sperrvermerks für drei Vollzeitstellen 2020 wurde vom Kreistag mit großer Mehrheit zugestimmt. Das Thema Standort der Straßenmeisterei dürfte jedoch noch einige Diskussionen nach sich ziehen.

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