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Kreis Rottweil S 21-Aushub: Behelfsausfahrt soll entlasten

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Eine Behelfsausfahrt an der Bundesautobahn 81 soll die Ortsdurchfahrten entlasten. Die Entscheidung liegt allerdings bei den Baufirmen. Foto: Wagner

Kreis Rottweil - An die 100 Bürger sind am Samstagmorgen der Einladung des Dietinger Bürgermeisters Frank Scholz und des Epfendorfer Gemeindoberhaupts Peter Boch zu einer Informationsveranstaltung beim Böhringer Sportheim gefolgt.

Die beiden Bürgermeister hatten die Bevölkerung eingeladen, um sie sowohl über die mögliche Verfüllung des Geländes "Holderäcker" in Böhringen als auch den Stand der Behelfsausfahrt an der Bundesautobahn 81 auf der Gemarkung Harthausen zu unterrichten.

Die Informationsveranstaltung sei längst überfällig, sagte Scholz, allerdings hätte diese vorher nicht viel Sinn gemacht, da man erst jetzt Fakten zur Verfüllung des Geländes "Holderäcker" habe. Das Gelände, das bisher nur zu einem geringen Teil landwirtschaftlich genutzt wird, könnte mittelfristig Standort für eine Festwiese und für Geräte- und Lagerschuppen werden, erläuterte er.

Allerdings habe man festgestellt, dass dort die Zaunechse, eine bedrohte Tierart, heimisch ist. Durch Monotoring habe man ermittelt, dass hier wohl 18 Individuen lebten. Eine Auffüllung des Geländes in vier Schritten würde es ermöglichen, die Zaunechsen zu vergrämen, sodass sie sich einen neuen Lebensraum suchten und damit in diesem Gebiet nicht ausgerottet würden. Durch eine Verfüllung würde die Fläche sogar ökologisch aufgewertet und sei dann auch landwirtschaftlich nutzbar, erläuterte Scholz weiter.

Die Verfüllung könne ohne wesentliche Investitionen getätigt werde, erklärte Scholz, vielmehr könne man mit der Abnahme von Verfüllmaterial letztendlich sogar namhafte Beträge für die Gemeindekasse erlösen. Der Epfendorfer Bürgermeister Peter Boch klärte die anwesenden Bürger darüber auf, dass es eine Rekultivierungsverpflichtung gäbe. Das früher abgebaute Material müsse wieder aufgefüllt werden.

Dazu eigne sich der Aushub von Stuttgart 21, da er eine ähnliche Beschaffenheit habe. Das hohe Verkehrsaufkommen sei ein Ärgernis, aber die Straßen seien nun mal öffentlicher Verkehrsraum und jeder könne darauf fahren, sagte Boch. Trotzdem versuche man natürlich, das beste für die Anlieger daraus zu machen.

Eine separate Autobahnausfahrt beim Parkplatz Harthausen sei hierfür eine gute Alternative. Dadurch könnten die Laster direkt an die Abladestellen fahren und würden so die Ortsdurchfahrten vermeiden. Lediglich bei der Leerfahrt zurück zur Autobahn werde man wieder die Auffahrt Oberndorf benutzen.

Die Abfahrt müsse allerdings durch die beiden Fuhrunternehmen finanziert werden, dies bedeute einen Kostenaufwand von 500.000 Euro. Weder die Deutsche Bahn noch die Gemeinden würden sich an den Kosten beteiligen.

Eine Zu- und Abfahrt zu planen, würde ein Planfeststellungsverfahren nach sich ziehen, das zehn Jahre dauere. Diese Zeit sei zu lang, meinte Boch, deshalb habe man sich für die anvisierte Möglichkeit entschieden.

Sowohl in Sachen Behelfsausfahrt als auch Verfüllung in Böhringen gab es zahlreiche Fragen aus der Bevölkerung. Insbesondere interessierte natürlich der Baubeginn für die Behelfsausfahrt. Boch erklärte, dass dies Sache der Firmen Gfrörer und Bantle sei. Wenn diese die Finanzierung geklärt hätten, wäre ein Baubeginn innerhalb weniger Wochen denkbar, zumal die Maßnahme eindeutig genehmigungsfähig sei und auch die Gespräche mit den Grundstückseigentümern einen positiven Verlauf genommen hätten. Auf den Vorschlag aus dem Zuhörerkreis, die Ausfahrt bei der Raststätte zu benutzen, erwiderten Boch und Scholz gemeinsam, dass man sich darüber selbstverständlich auch schon Gedanken gemacht habe, hier aber das Regierungspräsidium nicht mitspiele.

Zahlreiche weitere Fragen wurden gestellt und zeigten, wie sehr sich die Bürger mit der Situation vor Ort beschäftigen. Die beiden Bürgermeister bekräftigten, dass beide Gemeinden versuchen würden, das beste für ihre Bürger herauszuholen. Zudem wollen sie versuchen, soweit möglich alle Beteiligten und Betroffenen zufrieden zu stellen.

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Armin Schulz

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