Neigetechnikzüge wird es nach Einschätzung des Experten nicht geben. Foto: Archiv

Videokonferenz mit dem Grünen-Verkehrsexperten Matthias Gastel. Panoramastrecke weiter im Gespräch.

Kreis Rottweil - Was passiert mit der Gäubahn im Hinblick auf den Umbau des Hauptbahnhofs in Stuttgart? Diese Sorge treibt die Grünen-Partei um. In einer Videokonferenz betonen Parteimitglieder die Bedeutung der Strecke für den transnationalen Schienenverkehr.

Strecke Stuttgart-Zürich sorgt für Diskussionsstoff

Keiner in der Grünen-Partei kennt sich in Sachen Gäubahn wohl so gut aus wie der bahnpolitische Sprecher und Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel aus Filderstadt. Er war in der Videokonferenz am Dienstagabend ein begehrter Gesprächspartner. An der Konferenz teilgenommen haben Mitglieder aus Kreisverbänden, die an der Gäubahn liegen - von Singen bis Böblingen, darunter auch Sonja Rajsp aus Rottweil, Kandidatin für die Landtagswahl 2021.

Die Strecke Stuttgart-Zürich gibt einigen Diskussionsstoff her. Etwa, wenn es um die Ertüchtigung des Verkehrsknotens Singen geht, den doppelspurigen Ausbau oder die Frage, wie es mit der Verbindung vor den Toren Stuttgarts weitergeht, wenn der tiefergelegte Bahnhof eröffnet wird. Müssen dann die Fahrgäste am neuen Regional-Bahnhof Vaihingen umsteigen, oder gibt es doch noch eine Möglichkeit, über die Panoramastrecke direkt nach Stuttgart einzufahren?

Verbindung über die Panoramastrecke aufrecht erhalten

Dieser Gedanke gewinnt an Konjunktur, nachdem in den vergangenen Tagen bekannt geworden ist, dass die Landeshauptstadt nicht, wie ursprünglich gedacht, unmittelbar mit der Neubebauung des Gleisfelds beginnen kann. Aufgrund von komplizierten rechtlichen Verfahren ist der Bau der in Stuttgart dringend benötigten Wohnungen möglicherweise erst mehrere Jahre nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 möglich. Von daher gesehen, könnte die Verbindung über die Panoramastrecke aufrecht erhalten werden, so die Idee.

Wenig Chancen indes räumt Gastel der Neigetechnik ein. Diese Technik wäre notwendig, um auf der kurvenreichen Strecke der Gäubahn zügig voranzukommen. Eine Entscheidung darüber wird immer wieder verschoben. Das Verkehrsunternehmen Deutsche Bahn lehnt die Neigetechnik ab, sie sei zu aufwendig und zu teuer, so Gastel. Möglicherweise werde in der kommenden Woche darüber befunden. Wichtig sei, dass eine Entscheidung getroffen werde, betont Gastel. Dann könnte man mit der Planung fortfahren. Um dennoch schneller ans Ziel zu kommen, müsste die Strecke ausgebaut und müssten Kurven ersetzt werden.

Im kommenden Jahr beginnt Ausbau

Was den doppelspurigen Ausbau zwischen Horb und Neckarhausen anbelangt, so geht der Grünen-Verkehrsexperte davon aus, dass im kommenden Jahr mit dem Ausbau begonnen werde. Fertiggestellt werden könnte die Doppelspurinsel 2023. Für die zwei weiteren zweigleisigen Ausbauabschnitte Rottweil-Neufra und Spaichingen-Rietheim-Wurmlingen gebe es noch nicht einmal eine Planung. Dies, so Gastel, hänge weniger mit den finanziellen Möglichkeiten, als damit zusammen, dass die Deutsche Bahn über zu wenig Planungspersonal verfüge.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig darin, dass die Gäubahn parallel zur Rheintaltrasse eine wichtige Nord-Süd-Verbindung ist und dringend ausgebaut werde müsse. Es sollte alles getan werden, damit auf Bundesebene die Bedeutung der Gäubahn gewürdigt werde.

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