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Kreis Rottweil Müllentsorger Alba musste bereits Strafe zahlen

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Nicht geleerte Mülltonnen: Im Kreis Rottweil ein häufiges Bild. (Symbolfoto) Foto:  eyetronic – stock.adobe.com

Kreis Rottweil - ÖDP-Kreisrat Gerhard Wössner hat gefordert, den Müllentsorger Alba finanziell zu bestrafen, sollte dieser seiner Entsorgungspflicht nicht wie vereinbart nachkommen. Solche Vertragsstrafen wurden bereits ausgesprochen, äußert die Kreisbehörde auf Nachfrage.

Das Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Alba steht im Kreistag mal wieder in der Kritik. ÖDP-Rat Gerhard Wössner aus Aichhalden berichtete im Ausschuss über nicht abgeholte Altpapiertonnen und forderte die Landkreisverwaltung auf, das Unternehmen zu bestrafen. Eine Vertragsstrafe solle verhängt werden.

Das ist bereits geschehen. Schon mehrfach, wie der Antwort der Verwaltung auf Anfrage des Schwarzwälder Boten zu entnehmen ist. Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Kreises hat solche Strafen zuletzt für die Monate Juli und August ausgesprochen.

200 Euro pro nicht abgeholter Tonne

Nach unseren Informationen soll die Sanktion 200 Euro pro nicht abgeholter Tonne betragen. Wenn, wie jüngst in Aichhalden geschehen, 200 Behältnisse nicht rechtzeitig geleert würden, wären das also 40.000 Euro.

Die Kreisbehörde äußert sich zur Vertragshöhe nicht. Die genannte Vertragsstrafe könne erhoben werden, wenn der beim Eigenbetrieb eingegangenen Reklamation nach Übermittlung an Alba innerhalb von 48 Stunden (Arbeitstage) nicht abgeholfen worden sei, erläutert Brigitte Stein von der Pressestelle des Landratsamts. "Maßgeblich für die Fristberechnung ist der Reklamationseingang bei Alba. Ist keine Nachentleerung erfolgt, wird dieser Fall mit Alba abgeklärt. Bei Schlechtleistung durch Alba kann eine Vertragsstrafe erhoben werden", so Stein.

Wie oft der Entsorger bereits Fristen versäumt hat, darüber führt die Verwaltung akribisch Buch. Die beim Eigenbetrieb eingegangenen Reklamationen würden sehr genau erfasst und die Ertragserfüllung "mit den zur Verfügung stehenden Mitteln" eingefordert.

Thema am 7. Oktober

In der Sitzung des Kreistags am Montag, 7. Oktober, steht das Thema Müllentsorgung auf der Tagesordnung. Dann soll auch darüber informiert werden, wie und wann die alten Tonnen durch neue getauscht werden. Der Austausch, informiert Sprecherin Stein, beginne Ende Oktober. Die Bürger würden vorab mittels Schreiben informiert, in welcher Kalenderwoche sie ihre neuen Behälter erhalten und zu welchem Termin die alten Behälter abgeholt würden. Eine Service-Hotline stehe für weitere Fragen zu Verfügung, und an den neuen Behältern findet sich nochmals ein Informationsblatt. Darüber hinaus werde über die Amtsblätter informiert und über die Internetseite des Landratsamtes.

Die neuen Tonnen haben einen Transponder/Chip, der es ermöglichen soll, die Anzahl der Leerungen und den Standort festzustellen. Ab dem kommenden Jahr würden nur noch die neuen Tonnen mit Chip geleert, teilt die Behörde mit.

Auf unserer Rottweiler Facebook-Seite Schwarzwälder Bote Rottweil wird der Ausbruch von Kreisrat Gerhard Wössner in der Ausschusssitzung munter kommentiert. Mee G. ist für eine grundsätzliche Änderung des Müllsystems: "Das Thema Müll ist seltsamerweise immer im Landkreis Rottweil ein großes Problem. In den Nachbarkreisen funktioniert es jedenfalls besser. Ich wäre für eine generelle Reform der Müllabfuhr und der Gebühren. Nur EINE Tonne und eine wöchentliche Leerung..."

Stefan S. nimmt die Firma Alba und deren Fahrer in Schutz: "Wer von euch hat denn Lust, bei Wind und Wetter draußen zu sein und Tonnen zu leeren? Wer von euch schafft es am Tag zwischen acht und 16 Tonnen Müll zu bewegen oder sogar mehr? Wer von euch will zwischen acht und zwölf Stunden arbeiten? Wer von euch will samstags arbeiten? Klar ist es ärgerlich, wenn die Tonnen stehen bleiben aber lasst doch mal die Kirche in Dorf! Es wird immer mehr Müll produziert und gemacht, statt dass man drauf achtet, weniger zu produzieren oder vielleicht sogar mal ordentlich zu trennen! Wie wäre es, wenn jeder mal mitgehen würde für zwei bis Tage! Es gibt auch viele, die einfach vergessen, die Tonne rauszustellen und dann sagen, es wurde nicht abgeholt! Man kann nicht mehr als arbeiten, das ist überall so!"

Ilona B. schildert ähnliche Erfahrungen wie Kreisrat Wössner: "Bei uns stehen oft die Tonnen von Freitag bis Montag draußen. Mal schauen, was die sagen, wenn ich meine Müllgebühren erst bezahle, wenn es bei mir passt. Ich rufe schon gar nicht mehr an, denn es heißt eh nur ›lassen sie die Tonnen so lange draußen stehen, bis sie geholt werden‹. Das hab ich zu hören bekommen, wo ich beim ersten Mal angerufen hab. Seitdem rufe ich nicht mehr an, sonder lass sie einfach draußen stehen."

Gedanken macht man sich in dem sozialen Netzwerk auch darüber, ob das Entsorgungsunternehmen über ausreichend Personal verfüge und genügend Lohn bezahlen.

Alexander K. berichtet über Erfahrungen bei der Reklamationen: "Und wenn man mal dort anruft, geht ewig niemand ans Telefon und wenn, dann wird man noch blöd angemacht. Neue Tonnen und so mit ’nem Chip braucht kein Mensch, sollen gucken, dass sie geleert werden."

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