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Kreis Rottweil Kriminalitätsstatistik: Mehr Gewalt gegen Polizisten im Landkreis

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Trotz Body-Cam: Die Fälle von Gewalt gegen Polizisten steigen. (Symbolbild) Foto: Gollnow

Kreis Rottweil - Das Polizeipräsidium Konstanz hat am Mittwoch die Kriminalitätsstatistik für 2019 veröffentlicht. Demnach stieg im Kreis Rottweil die Zahl der Straftaten um 317 Fälle oder acht Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 4223 Straftaten. Deutlich ist die Zunahme bei den Rauschgiftdelikten und bei Gewaltstraftaten gegen Polizeibeamte.

Kreis Rottweil wieder einer der Landkreise mit der geringsten Belastung

Jedoch, so betont die Polizei, stellten die 3906 Delikte von 2018 auch einen historischen Tiefststand der vergangenen 35 Jahre dar. Die Aufklärungsquote sank im Landkreis Rottweil von 66,4 Prozent 2018 auf 63,2 Prozent im vergangenen Jahr. Die durch die sogenannte Häufigkeitszahl, also der Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, bezeichnete Kriminalitätsbelastung stieg von einem Wert von 2813 im Jahr 2018 auf 3028. Trotz des Anstiegs sei der Kreis Rottweil wieder einmal einer der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise im Land mit der geringsten Belastung.

Gewaltkriminalität auf dem Niveau der Vorjahre

 Die Anzahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle stieg im Vergleich zu den außergewöhnlich niedrigen Fallzahlen des Jahres 2018 (22 Fälle) im zurückliegenden Jahr auf 48 Straftaten. Im Landkreis Rottweil wurden im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2018 jährlich 59 Wohnungseinbruchsdiebstähle gezählt.  Bei den Rauschgiftdelikten mit 458 Fällen bewegen sich die Zahlen für die überwiegend von der Polizei angezeigten Besitz- und Erwerbsdelikten weicher Drogen über dem Niveau der Vorjahre. Gegenüber 2018 ist für das Jahr 2019 ein Anstieg um 106 Fälle oder 30 Prozent zu verzeichnen.  Die Gewaltkriminalität im Landkreis Rottweil verblieb mit 150 Fällen auf dem Niveau der Vorjahre.

Mehr Gewaltstraftaten gegen Polizeibeamte

Gestiegen ist die Zahl der Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum. Nach dem Rückgang auf 184 Fälle im Jahr 2018 ergaben sich in 2019 insgesamt 214 erfasste Fälle.  Ein deutlicher Anstieg war im Landkreis Rottweil bei den Gewaltstraftaten gegen Polizeibeamte zu verzeichnen. Hier stieg die Anzahl der Fälle um zwölf Delikte oder 38 Prozent auf insgesamt 43 Gewaltstraftaten.  Bei den Fallzahlen der Straßenkriminalität mit 658 Delikten ergab sich gegenüber dem Jahr 2018 ein Rückgang um 24 Fälle oder 3,5 Prozent. Der seit 2009 stetig zu beobachtende Rückgang setzte sich somit fort. Noch 2009 waren im Landkreis Rottweil mehr als 900 Delikte der Straßenkriminalität gezählt worden. In den zehn Jahren von 2009 bis 2018 waren im Kreis Rottweil durchschnittlich 670 dieser Delikte zu verzeichnen.

26 Prozent sind unter 21 Jahre alt

 Die Anzahl der Tatverdächtigen bewegt sich mit 2164 Personen auf dem Niveau der Vorjahre. Der Anteil von Personen im Alter von unter 21 Jahren (Kinder, Jugendliche und Heranwachsende) im Landkreis Rottweil befindet sich dabei 2019 mit rund 26 Prozent der insgesamt ermittelten Tatverdächtigen auf einem hohen Stand. Während sich der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen um elf Prozent erhöhte, sank der Anteil von Asylbewerbern und Flüchtlingen bei den festgestellten Tatverdächtigen laut Statistik um 28 Prozent deutlich.   Für alle vier Landkreise - Rottweil, Tuttlingen, Kon­stanz und Schwarzwald-Baar - weist die polizeiliche Kriminalstatistik 2019 entgegen dem Wert von Baden-Württemberg einen leichten Anstieg der Straftaten um 3,3 Prozent von 34.437 auf 35.576 aus. Daneben stieg auch die Aufklärungsquote von 63,4 Prozent auf 64,3 Prozent, was landesweit knapp unter dem Spitzenwert liegt und somit ein überdurchschnittliches Ergebnis der polizeilichen Ermittlungsarbeit darstelle, wie es in der Pressemitteilung heißt (Land Baden-Württemberg 60,8 Prozent).

"Dieses Ergebnis ist im Wesentlichen ein großer Verdienst unserer Mitarbeiter. Es zeigt, dass trotz der zusätzlichen Belastungen aus der Projektstruktur 2020 im Jahr 2019 und vielen Pensionierungen eine hohe Motivation der Polizeibeamten zur Aufrechterhaltung der Sicherheit vorhanden ist", erklärt Polizeipräsident Gerold Sigg.

Polizeipräsident zollt Mitarbeitern Respekt

Großen Respekt bringt er seinen mehr als 1500 Mitarbeitern auch vor einem anderen Hintergrund entgegen. Die Gewalt gegen Polizeibeamte hat im vergangenen Jahr insgesamt wieder zugenommen und ist in der Statistik mit 330 Fällen aktenkundig. Und dies trotz der eingeführten Body-Cam. Der Anstieg der Fallzahlen um rund elf Prozent entspricht zwar dem landesweiten Trend, ist aber aus Sicht des Leiters des Präsidiums Konstanz völlig unakzeptabel. "Wir werden diese Delikte weiterhin konsequent verfolgen und mit den Justizbehörden eng zusammenarbeiten", so Sigg.

Sorgen bereiten dem Polizeipräsidenten zudem die gewissenlosen Kriminellen, die sich als Polizisten ausgeben und vornehmlich ältere Mitbürger um ihr Vermögen zu bringen versuchen. Präventionsmaßnahmen und konsequente Strafverfolgung seien weiter zwingend notwendig.

Seriendelikte bei Wohnungseinbrüchen aufgeklärt

Bei den Wohnungseinbrüchen sind insgesamt 339 Straftaten im ganzen Präsidiumsbereich bearbeitet worden (plus elf Prozent). Hoch in diesem Deliktsfeld ist die Aufklärungsquote von 40 Prozent (Vorjahr 26 Prozent), weil Seriendelikte aufgeklärt werden konnten.

Aggressionsdelikte, worunter Körperverletzungen, Raub- und Sexualdelikte sowie Straftaten gegen das Leben zählen, erreichten den höchsten Stand der vergangenen fünf Jahre. Vermehrt gab es Anzeigen von Sexualdelikten. Die Fälle stiegen von 476 auf 532 im Präsidiumsbereich. Unabhängig davon sind die Fallzahlen schwerer Straftaten (zum Beispiel Vergewaltigung, sexuelle Nötigung) von 57 auf 76 Fälle gestiegen. Wie bei den Aggressionsdelikten, wurden diese Taten zu zwei Drittel von Tatverdächtigen mit deutscher Staatsangehörigkeit begangen. Der Anteil der Flüchtlinge sank auf zehn Prozent (Vorjahr 13,7 Prozent).

Insgesamt zählte das Polizeipräsidium Konstanz 15.267 Tatverdächtige bei den registrierten Straftaten (ohne Verstöße gegen das Ausländerrecht). Davon waren 9992 Deutsche. Der Anteil der Flüchtlinge bei den Tatverdächtigen sank von 1248 auf 953.

"Für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz lässt sich sagen, dass die Menschen - auch unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Kriminalitätsbelastung in den Kreisen - sehr sicher leben können", sagt Polizeipräsident Gerold Sigg.

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