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Kreis Rottweil Kreistag rechnet mit Stuttgarter Verkehrschaos

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Ein IC-Zug auf der Gäubahn mit dem Rottweiler Testturm im Hintergrund. Die Zugrelation zwischen Stuttgart und Zürich gehört zu den Sorgenkindern in der Region. Ein weiteres kommt demnächst mit der Autobahn 81 dazu. Foto: Schulz

Kreis Rottweil - Die Gäubahn gekappt, die Autobahn bei Böblingen jahrelang im Ausbau: Droht dem südlichen Landesteil, demnächst vom Stuttgarter Speckgürtel verkehrlich auf lange Zeit abgeschnitten zu werden? Das wird im Kreis Rottweil befürchtet. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Das treibt die Kreispolitik um: Der Ausbau des Infrastrukturprojekts Stuttgart 21 verzögert sich nicht nur um Jahre und soll erst 2025 fertiggestellt sein. Das Ergebnis, Stand heute, ist, dass die Gäubahn dann über den Flughafen angebunden wird, was die Fahrtzeit für jene, die nach Stuttgart direkt wollen, um mehrere Minuten verzögern wird.

Doch bis es soweit ist, wird die Relation zwischen Zürich und Stuttgart bei Vaihingen ganz gekappt. Dann müssen Fahrgäste in Vaihingen auf S-Bahnen in die Innenstadt umsteigen. Auch das wird Zeit kosten. Diese Interimslösung wird voraussichtlich bis zu drei Jahre dauern. Mit der Folge, dass die Zugverbindung an Attraktivität verliert und weniger Fahrgäste verzeichnen wird. Was mit der Panoramabahn, der malerischen Gäubahn-Strecke von Vaihingen zum Hauptbahnhof, insgesamt geschieht, ist ebenfalls unklar.

Schon allein diese Unwägbarkeiten führen dazu, dass sich Kreisräte Sorgen um die verkehrliche Anbindung des Kreises Rottweil in den 20er-Jahren dieses Jahrhunderts machen. Zumal im Hinblick auf die Landesgartenschau in Rottweil im Jahr 2028 eine gute infrastrukturelle Anbindung von großer Bedeutung für den Publikumsverkehr, und damit den Erfolg der LSG, sein werde, wie betont wird.

Nun kommt ein weiterer Umstand dazu, auf den CDU-Kreisrat Herbert Halder in der Sitzung des Verwaltungsausschusses des Kreistags aufmerksam machte. Im kommenden Jahr soll der umfangreiche Umbau der Autobahn 81 zwischen Böblingen und Sindelfingen beginnen. Geplant ist zum einen der sechsspurige Ausbau auf einer Länge von rund sieben Kilometern. Zum anderen wird ein 850 Meter langer Lärmschutzdeckel gebaut. Die Arbeiten sollen fünf Jahre dauern, die Kosten betragen 226 Millionen Euro.

Es ist die zweite wichtige Verkehrsader zwischen dem südlichen Landesteil und der Landeshauptstadt, an der gearbeitet wird. Während der Bauzeit – es sollen auch die Autobahnauf- und -abfahrten neu gebaut werden – ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Halder: "Dann ist das Chaos perfekt." Mehrere Bürgermeister aus dem Landkreis Böblingen befürchteten den Verkehrskollaps, so Halder.

Landrat Wolf-Rüdiger Michel teilt die Einschätzung des CDU-Kreisrats. Es müsse vermieden werden, dass alles zusammenkomme. Die Infrastruktur-Projekte müssten synchronisiert werden, fordert er.

Die einzige halbwegs vernünftige Verbindung nach Stuttgart sei dann die Bundesstraße 27. Diese ist bereits heute auf etlichen Abschnitten voll ausgelastet bis überlastet. Doch Vorstellungen, wie die Kollision der Baumaßnahmen vermieden werden kann, gibt es in Stuttgart offenbar nicht: Michel: "Über all dem wölbt sich der blaue Himmel momentan."

FWV-Kreisrat Markus Huber sieht den Kreis Rottweil verkehrlich in der Falle sitzen. Wenn rund um Stuttgart alle Straßen dicht seien, dann würden darunter heute schon die Unternehmen und Betriebe in der Region leiden. AfD-Kreisrat Reimond Hoffmann brachte eine Idee der Landtagsfraktion zur Sprache. So gebe es Überlegungen zu einer Südautobahn zwischen Freiburg und Memmingen. Damit könnte man den Kreis Rottweil stärker mit dem Großraum München verbinden und sich unabhängiger von Stuttgart machen.

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