Sie wissen, wo’s lang geht: Stadtbrandmeister Werner Storz (links) und Abteilungskommandant Hubert Roming auf dem Grundstück für das neue Sulgener Feuerwehrhaus. Auch Kreisbrandmeister Mario Rumpf (rechts) sieht sich zu diesem Projekt in gutem Einvernehmen mit seinen Schramberger Feuerwehrkameraden. Foto: Plan: Rehm/Montage: Holweger/Foto: Wegner

Für die Zentrale Feuerwehrwerkstatt gibt es noch Klärungsbedarf. Kreisräte sind sich zur Konzipierung noch uneins.

Kreis Rottweil - Mit dem neuen Feuerwehrhaus Schramberg in Sulgen soll auch die Zentrale Feuerwehrwerkstatt des Landkreises Rottweil im Wittumgelände Einzug halten. Die Kostenkalkulation zeigt sich allerdings von der Zeit überholt. Nicht nur das macht Kreisräte misstrauisch. Doch erst einmal zum finanziellen Aspekt: Als Beitrag zum Neubau hat der Landkreis bislang einen Festbetrag über 365.000 Euro für die Werkstatteinrichtung zugesagt. Der Hochbau für die Feuerwehr wurde 2012 noch mit insgesamt 2,8 Millionen Euro veranschlagt. Weitere 92.000 Euro sind für den Bau einer Stichstraße veranschlagt.

Nach einer aktuellen Kostenschätzung vom Oktober betragen mittlerweile die Gesamtkosten für das Projekt 3,2 Millionen Euro. Während beim Feuerwehrgerätehaus an sich die Kostensteigerung von brutto 368 000 Euro eher gemäßigt ausfällt, kommen auf die Zentrale Werkstatt jetzt Kosten von 60. 000 Euro, nachdem zunächst 365 000 Euro vorgesehen waren. Dazu kommen 80.000 Euro für die Ausstattung und 70.00 Euro als Kreisanteil fürs Grundstück.

Der immense Baukostenzuwachs von fast 70 Prozent erstaunt nicht nur die Kreisrätin Ruth Hunds. Er ergibt sich laut Auskunft des planenden Architekten Claus Rehm aus einer allgemeinen Fortschreibung der Kosten auf die Baujahre 2014 und 2015, aber auch aufgrund der technischen Anlagen. Außerdem sei der Aufwand für den umbauten Raum zunächst anhand des Referenzobjekts in Hornberg errechnet worden. Die tatsächlichen Kosten seien nun in konkreten Gewerken und aktuellen Erfordernissen nach Feuerwehr-DIN und Wärmeschutz erhoben worden. Und Kreisbrandmeister Mario Rumpf betont, dass man mit 235 Euro je umbautem Kubikmeter immer noch günstig liege. Allerdings erklärt Landrat Wolf-Rüdiger Michel auf Nachfrage von Kreisräten im Ausschuss für Umwelt und Technik, dass die aktuelle Kostenermittlung noch keine exakte Kostenberechnung darstellt.

Kreisrat Rolf Stocker stellt die Frage nach einem neutralen Projektsteuerer bei einem solchen Gemeinschaftsvorhaben in einer Kostendimension von 3,2 Millionen Euro. Sein Ratskollege Thomas Albrecht schlägt in die gleiche Kerbe mit der Ansicht, dass ein separater Bauleiter des Landkreises nicht schlecht wäre. Der Kreisbrandmeister versichert daraufhin, sich auf der Baustelle für die Interessen der Kreiseinrichtung einsetzen zu wollen. Wegen Bedenken am Ratstisch zur Gestaltung des Vertrags zur Sicherung der Nutzung des Grundstücks mittels des Erwerbs eines Miteigentumsanteils soll das Rechtsamt des Landratsamts nochmals tätig werden. Dann könnte für den Gemeinschaftsbau am 16. Dezember im Kreistag grünes Licht gegeben werden.

Vor allem zur Instandhaltung von Schlauchmaterial und Atemschutzgeräten für 22 Feuerwehren im Kreisgebiet soll die neue Werkstatt dienlich sein. Mit der modernen Ausstattung könne die Einrichtung doch auch für Wehren außerhalb des Kreises interessant sein, sinnieren Kreisräte. Rumpf will dies angesichts der in Aussicht stehenden besonderen Werkstatt-Qualität nicht ausschließen, verweist aber darauf, dass dann eine Aufstockung der bisherigen 1,5-Personalstelle notwendig wäre. Gerald Kramer, Finanzdezernent beim Landkreis merkt an, dass die Werkstattleistungen heute nicht zu kostendeckenden Preisen nachgefragt werden. Deshalb sei die Dienstleistung auch nicht am Markt anbietbar. Doch vielleicht wird die neue Einrichtung ja zu einem solchen Magneten, dass von außerhalb noch etwas Geld in die Kassen kommt?