Auch sie suchen ein neues gemeinsames Zuhause: Das Geschwisterpaar Cleopatra (schwarz) und Cäsar (getigert). Foto: Tierschutzstiftung

Ehrenamtliche der Marga-Ihl-Tierschutzstiftung engagieren sich unermüdlich im Kreis. Für viele Katzen gibt es ein Happyend.

Kreis Rottweil - Wenn bei Sigrid Steinbach das Telefon klingelt, dann geht es meistens um eins: Katzen. Sie brauchen ein neues Zuhause, sind krank oder sollten dringend kastriert werden. Die Marga-Ihl-Stiftung hilft - und vermittelt erfolgreich. Die neuste Meldung auf der Homepage der Stiftung ist wie immer liebevoll verfasst: "Cäsar und Cleopatra suchen ein neues Zuhause." Die Geschwister seien ein "echtes Traumpaar" und werden nur zusammen abgegeben. "Beide sind sehr lieb und verschmust, nur vor wilden Kindern haben sie Angst", schreiben die Tierschützer in ihrem Vermittlungsgesuch. Weil ein Familienmitglied der Besitzer eine Allergie entwickelt hat, können sie den Kater und die Kätzin nicht mehr behalten. "Es ist wirklich dringend, ich überlege schon, ob ich sie selber aufnehme", sagt Sigrid Steinbach. Eigentlich versucht sie das aber zu vermeiden, "sonst habe ich irgendwann zehn Stück", schmunzelt sie.

65 Katzen hat die Stiftung im vergangenen Jahr erfolgreich vermittelt. Und ständig werden neue Katzen gemeldet: Sie müssen entweder abgegeben werden oder werden freilaufend und meist recht ausgehungert aufgeriffen. Sigrid Steinbach und ihre ehrenamtlichen Mitstreiterinnen der Rottweiler Stiftungsgruppe, Marija Gutmann und Eva Jung, freuen sich, dass ihnen derzeit fünf private Pflegeplätze im Kreisgebiet zur Verfügung stehen, wo sie die Tiere vorübergehend unterbringen können – so lange bis sich ein neuer Besitzer findet. Das ist nicht immer einfach, denn der Stiftung, die auch im Landkreis Tuttlingen tätig ist, ist es überaus wichtig, dass die Tiere auch wirklich ein gutes Zuhause finden. "Wir geben niemandem eine Katze einfach so mit", betont Sigrid Steinbach. Entweder werde vorab ein Besuch gemacht oder das Tier werde persönlich zum Interessenten gebracht. "Und wenn es gar nicht passt, nehmen wir die Katze wieder mit. Wir sind da streng – und auch ein bisschen stolz darauf", lacht die Katzenfreundin. Mit der neuen Leitung des Tierheims Eckhof in Rottweil steht man inzwischen ebenfalls in Kontakt und hat in manchen Fällen auch schon kooperiert.

Ein Schwerpunkt der Stiftungsarbeit liegt jedoch auf der Kastration von Katzen. Denn wo es viele unerwünschte Jungtiere gibt, gibt es auch viel Katzenelend. Vor allem auf Bauernhöfen im Kreisgebiet müssen die Helferinnen oft Überzeugungsarbeit leisten. "Allein auf einem Hof haben wir jetzt 17 Katzen kastrieren lassen", berichtet Sigrid Steinbach. Deren Vermehrung nahm überhand, viele waren sehr ausgezehrt. Und leider halte sich bei manchen Landwirten hartnäckig das Gerücht, dass kastrierte Tiere zum Mäusejagen nicht mehr taugen, weil sie träge werden. "Das stimmt absolut nicht", wissen die Stiftungsmitarbeiterinnen.

Auch die Kastration vieler frei lebender Katzen wird organisiert und finanziert – knapp 100 Tiere waren es im vergangenen Jahr. Die Stiftung selbst finanziert sich über Spenden und die Vermittlungsgebühren. Der ehrenamtliche Einsatz wäre ohnehin unbezahlbar. "Es ist schon eine Riesenfahrerei", sagt Sigrid Steinbach. Mit immerhin 75 Jahren fährt sie wie ihre Mitstreiterinnen – ebenfalls im Rentenalter – in tierschützerischer Mission durchs ganze Kreisgebiet, schaut sich kranke Tiere an, sammelt verwahrloste Kätzchen ein, fährt sie zum neuen Zuhause und beantwortet zahllose Fragen am Telefon. "Wir hatten schon 25 Katzen parallel zu betreuen – das war schon am Maximum", räumt sie ein.

Neben Cäsar und Cleopatra suchen derzeit auch die Geschwister Jacko und Sunny, der anhängliche rot-getigerte Skalli und weitere Katzen ein neues Zuhause. Jessi dagegen hat nach langem Warten jetzt eine neue Bleibe gefunden – eins von vielen Erfolgserlebnissen, das die Ehrenamtlichen immer wieder aufs Neue motiviert. Weitere Mitstreiter sind willkommen!

Weitere Informationen: Sigrid Steinbach, Telefon 0741/1 33 59, Marija Gutmann, Telefon 07425/ 3 28 80 50. Im Internet unter www.tierschutzstiftung-marga-ihl.de

Info: Die Stiftung

Als die Tierschützerin Marga Ihl 2005 verstarb, hinterließ sie ein größeres Vermächtnis zur Gründung einer Tierschutzstiftung. Im März 2007 wurde die Tierschutzstiftung Marga Ihl gegründet.

Vorsitzender ist Werner Single. Das Kuratorium besteht aus Christine Dold, Branka Müller und Martina Franz.

Zweck der Stiftung ist es, durch Kastrations-Aktionen den Bestand frei lebender Katzen in den Kreisen Rottweil und Tuttlingen zu verringern.

Weitere Aufgaben sind die Beratung über Anschaffung und Haltung eines Tieres, die Überprüfung von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz sowie die Hilfe bei der Vermittlung von Tieren.
 

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