Dem bisherigen Landesjagdgesetz will der Landesjagdverband heute das letzte Halali blasen. Foto: Kästle

Grün-Rot wird Marsch geblasen: Große Abordnung aus dem Kreisgebiet macht sich stark für Verbesserung des Jagdgesetzes.

Kreis Rottweil - "Die Jäger des Landes werden dem bisherigen Landesjagdgesetz das letzte Halali und der grün-roten Politik den Marsch blasen", heißt es markig zu einer Demonstration heute in Stuttgart, zu der Kreisjägermeister Otmar Riedmüller auch 200 Jagdhornbläser und Jäger aus dem Kreis Rottweil erwartet.

Direkt vor dem Plenarsaal findet die vom Landesjagdverband Baden-Württemberg organisierte Kundgebung gegen die geplante Durchführungsverordnung zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz statt. Nach Angaben des Verbandes werden etwa 2000 Jäger erwartet. 400 Jagdhornbläser sollen um "fünf vor zwölf" während der Landtagssitzung laute Signale in den Plenarsaal senden.

Anlass des Protests ist eine Durchführungsverordnung (DVO) zum Jagdgesetz, die die praktische Umsetzung regeln soll. Mit diesen Regeln solle das nach langem Streit zustande gekommene Gesetz "durch die Hintertür" verschärft werden, kritisieren die Jäger. So fordere ein DVO-Entwurf unter anderem kürzere Jagdzeiten für Rabenkrähen, ein Verbot von Lebendfallen für Wiesel und eine eingeschränkte Jagdzeit beim Fuchs.

Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz löst das bisherige Landesjagdgesetz ab. Es wurde von der Grün-Roten-Landesregierung entwickelt und umgesetzt.

Das neue Jagdgesetz wird vom Landesjagdverband als praxisfern und überreglementiert empfunden. "Es macht den Jäger zum Jagd- und Wildtiermanager und reduziert durch einen bürokratischen Moloch seine Aufgaben auf den Abschuss und die Wildschadensverhütung", lautet ein Kritikpunkt. Wichtige Aufgaben wie der Arten- und Naturschutz, die bisher eigenverantwortlich und erfolgreich vom Jäger übernommen worden seien, würden ihm dadurch aus der Hand genommen und von anderen Institutionen geregelt. Die Hege, die im Selbstverständnis des Jägers immer eine entscheidende Rolle gespielt habe, trete mehr und mehr in den Hintergrund. So sei beispielsweise zukünftig die Winterfütterung im Wald verboten. Dies habe zur Konsequenz, dass in einem langen und strengen Winter dem Wild die Nahrungsgrundlage fehle und vor allem junge und schwächere Tiere jämmerlich sterben müssten. Dem Jäger bleibe in dieser Situation nichts anderes übrig, als zuzuschauen, wie die Tiere verendeten. Wenn man gleichzeitig die alljährlichen Aufrufe zur Vogelfütterung in den Gärten verfolge, sei diese Neuregelung erst recht nicht zu verstehen.

Die Jäger und Jagdverbände hätten auf die viel zitierte "Politik des Gehörtwerdens" vertraut und seien zu jedem Zeitpunkt gesprächsbereit gewesen. Im Gegensatz zu den Positionen der Umwelt- und Naturschutzverbänden wie BUND oder NABU seien die Argumente der Jäger kaum berücksichtigt worden, heißt es bei der Jägerorganisation, die heute ihrem Ärger lautstark Luft machen will.

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