Priorisierungsliste des Verkehrsministeriums: Talstadtumfahrung Schramberg auf aussichtsloser Position.
Kreis Rottweil - Es ist wie mit einem Jo-Jo. Mal gehen die Hoffnungen rauf, mal runter. So geht das x-mal. Genau so verhält es sich auch mit den Straßenbauprojekten im Kreis. Auch da werden den Bürgern und Kommunalpolitikern immer mal wieder Hoffnungen gemacht: auf eine Ortsumfahrung, eine größere Straße oder einen Tunnel.
Meistens ist das vor entscheidenden Wahlen, dann geht es rauf. Wie jetzt bei der Bundestagswahl. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Kauder ist darin ein Meister seines Fachs. Danach ist die Enttäuschung um so größer, dann geht es runter. Das muss Landrat Wolf-Rüdiger Michel bitter erfahren.
Der Grund: Am Mittwoch fand die Straßenbaukonferenz des Landes statt (wir berichteten). "Für den Landkreis hat es leider nur eine erfreuliche Nachricht", äußert Michel. Das Land stehe zu seiner Aussage im Generalverkehrsplan im Hinblick auf den Neubau der Ortsumfahrung Rötenberg. Das sei eine gute Nachricht für die Bürger dort, so Michel.
Insgesamt aber beurteilt Michel das Papier aus dem Landesverkehrsministerium in Stuttgart als "herben Rückschlag für alle gemeinsamen Bemühungen". Allen weiteren Hoffnungen beim Bundesstraßenbau habe das Land einen schweren Dämpfer versetzt. Die Talstadtumfahrung im Zuge der B 462 nehme bei den Tunnelprojekten, die das Land dem Bund vorschlagen wolle, den aussichtslosen fünften Platz von sieben Plätzen ein. Davor rangierten Tunnelbauten in Calw, Freiburg, Tübingen und Freudenstadt.
Noch schlimmer habe es die Ortsumfahrung Rottweil-Neukirch (B 27) getroffen. Sie liege in ihrer Vergleichsgruppe (Projekte ohne Planungsrecht) auf dem letzten Platz. "Auch hier hoffe ich, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist", so Michel.
Gemeinsam mit der Stadt Schramberg wolle der Landkreis nun bei der kommenden Bundesregierung vorstellig werden, um eine Verbesserung zu erreichen. Der Landrat sieht "vor allem unseren Bundestagsabgeordneten Volker Kauder in der Pflicht".
Kauder, immer wieder Kauder. Der Getreue der amtierenden Bundeskanzlerin soll es also richten. Dabei hat eben diese Kauder bereits im Sommer vollmundig verlauten lassen: Die Talstadtumfahrung Schramberg kommt. Diese Neuigkeit überbrachte er nach einem Gespräch im Regierungspräsidium. Demnach habe sich die Situation für die Realisierung der Talstadtumfahrung Schramberg "radikal verändert", so Kauder: Alle Anzeichen sprächen dafür, dass sie in den vordringlichen Bedarf im neu erstellten Bundesverkehrswegeplan, der 2015 vorgelegt werden soll, kommt, Soso.