Das Forstamt warnt vor dem Borkenkäfer. (Symbolfoto) Foto: Hiekel

Amt weist auf aktuell brisante Situation hin. Waldbesitzer in der Verantwortung.

Kreis Rottweil - Die Ausgangspopulation des Borkenkäfers ist in diesem Jahr in den Wäldern im Kreis äußerst hoch, warnt das Forstamt. Nun sei es wichtig, dass die Waldbesitzer rechtzeitig handeln, um Schlimmeres zu verhindern.

Fichten in Gefahr

Die trocken-heißen Jahre 2018 und 2019 mit wenig Niederschlägen haben laut Mitteilung dazu geführt, dass der Buchdrucker als gefährlichster Borkenkäfer an der Baumart Fichte ideale Entwicklungsmöglichkeiten fand und sich stark vermehren konnte. Entsprechend sei die Ausgangspopulation auch 2020 äußerst hoch. Durch die Sturmereignisse im Februar diesen Jahres stehe dem Käfer viel Brutmaterial für die Vermehrung zur Verfügung.

Ob sich die Massenvermehrung fortsetzen wird, hängt auch von den Temperaturen im April und Mai ab. Der Schwärmflug des Buchdruckers beginnt in Normaljahren ab Mitte April. Am effektivsten könne man derzeit eine mögliche weitere Ausbreitung verhindern, indem man die so genannten Überwinterungsbäume aus den Beständen entfernt, erinnert das Forstamt an einen Aufruf vom Februar. Die im Februar beim Sturmtief Sabine angefallenen Einzelwürfe in den Wäldern stellen zusätzliche Vermehrungsstätten für den Borkenkäfer dar. Diese Bäume müssten zügig und vorrangig aufgearbeitet werden.

Jeder Waldbesitzer in Verantwortung

Das Forstamt Rottweil weist ausdrücklich darauf hin, dass jeder Waldbesitzer für die Kontrolle seiner Waldfläche auf Sturmholz und Käferbefall selbst verantwortlich ist. Dieses gilt auch für die Pflicht zur Aufarbeitung der betroffenen Hölzer. Darüber hinaus muss jeder Waldbesitzer Sorge tragen, dass von seinem Grundstück keine Gefahr für Nachbargrundstücke ausgeht. Für Folgen haftet der Waldbesitzer.

Auf einen befallenen Baum folgen 20 weitere

Die Forstverwaltung und die örtlichen Forstrevierleiter haben die Pflicht, die Einhaltung dieser Regelungen zu überwachen und bei Verstößen einzuschreiten. Nach Beginn des Schwärmfluges ist es besonders wichtig, die Bestände auf Befall zu kontrollieren und die befallenen Bäume konsequent zu entfernen. Aus einer Fichte fliegen, ungeachtet eventueller Geschwisterbruten, nach Abschluss der ersten Generation so viele Käfer aus, um 20 weitere Fichten befallen zu können. Nach der zweiten Generation können so 400 gesunde Fichten befallen werden

Zur Vermeidung von größeren Schäden müssen Waldbesitzer ihre Bestände kontrollieren, ab dem Beginn des Schwärmfluges ab Mitte April am besten im wöchentlichen Turnus. Das befallene Stammholz muss vor dem Ausflug der Käfer aus dem Wald entfernt werden. Ist das nicht möglich, ist es zu entrinden oder mit einer Schutzspritzung zu behandeln.

Kleinmengen müssen selbst verwertet werden

Die großen Schadholzmengen im Land haben den Holzmarkt stark beeinflusst, so das Forstamt. Zusätzlich sind die Sägewerke aufgrund der Corona-Pandemie kaum noch aufnahmefähig. Frisches Sturm- und Käferholz muss jedoch aus Waldschutzgründen aufgearbeitet werden. Dabei soll die bereitgestellte Holzmenge mindestens zehn Festmeter betragen, besser sind 20 Festmeter. Kleinmengen werden von den Holzkäufern erst gar nicht übernommen und müssen deshalb vom Waldbesitzer selbst verwertet werden.

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