IHK warnt vor kaum kalkulierbaren Kosten, wenn es nicht gelinge, die Migranten zu integrieren.

Kreis Rottweil - Die Wirtschaft der Region zeigt sich auf hohem Niveau stabil, so die IHK in ihrem aktuellen Konjunkturbericht. Allerdings wird vor kaum kalkulierbaren Kosten gewarnt, wenn es nicht gelinge, die Migranten zu integrieren.

"Die regionale Wirtschaft ist trotz weltpolitischer und weltwirtschaftlicher Unsicherheiten nach wie vor in einer sehr guten Verfassung", sagt der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, Dieter Teufel, zu den Ergebnissen der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage. Die gute wirtschaftliche Lage werde nicht zuletzt von den konsumfreudigen Verbrauchern getragen, die dank Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und weniger Steuern viel Geld in den Konsum steckten. Die Geschäftslage wird ähnlich eingeschätzt wie bei der Befragung zum Frühsommer des Jahres.

Mit 56 Prozent (Frühsommer: 58 Prozent) berichtet ein nach wie vor hoher Anteil an Unternehmen von gut laufenden Geschäften. 40 Prozent (37 Prozent) geben eine befriedigende, weitere vier Prozent (fünf Prozent) eine schlechte Geschäftslage an. In den vergangenen vier Monaten konnten die meisten regionalen Firmen ihre Umsätze gegen­über dem gleichen Vorjahreszeitraum sogar noch erhöhen. Die Ertragslage wird besser eingeschätzt als noch im Frühsommer. 40 Prozent beurteilen ihre Ertragssituation als gut, weitere 50 Prozent noch mit befriedigend. Die Auftragssituation wird allerdings schlechter bewertet als noch im Frühsommer.

Exportniveau bleibt hoch

Zwar geben aktuell knapp über die Hälfte der regionalen Unternehmen gleich bleibende Bestellungen an. Der Anteil der Firmen mit steigenden Aufträgen ist jedoch zurückgegangen, und der Anteil der Unternehmen mit einer geringeren Nachfrage hat zugenommen. Die aktuelle Auftragssituation deutet laut IHK darauf hin, dass sich die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate im Vergleich zum Frühsommer des Jahres etwas abkühlen werden.

Die positiven konjunkturellen Wirkungen des geringen Ölpreises und des schwächeren Euros werden demnach zunehmend von Entwicklungen überlagert, die die Geschäftsaussichten belasten.

"Der Fachkräftemangel macht unseren Unternehmen immer mehr zu schaffen, und der Bedarf an Fachkräften wird, insbesondere durch die Digitalisierung, weiter steigen", so der IHK-Präsident.

Nicht einzuschätzen seien aber die Folgen der dramatischen Zunahme der Flüchtlingsmigration. "Sie ist für Bürger, Politik und Verwaltung eine große Herausforderung – Chance und Risiko zugleich." Sowohl die Industrie als auch die eher binnenwirtschaftlich orientierten Branchen rechnen mehrheitlich mit künftig gleichbleibenden Geschäften. Der Export werde auch in Zukunft eine wichtige Stütze der regionalen Konjunktur sein. Über die Hälfte der befragten Unternehmen erwartet eine Fortsetzung des bisherigen hohen Exportniveaus. Allerdings hat sich die Zahl der Unternehmen, die von rückläufigen Exporten ausgeht, von acht auf 15 Prozent erhöht. Hier spielen das Russland-Embargo sowie die konjunkturelle Abkühlung in China eine Rolle, die die positiven Wirkungen des niedrigen Euro-Außenwerts überkompensieren.