Die Energieversorgung Rottweil (ENRW) passt zum 1. Januar 2020 ihre Verbrauchspreise für Strom an. Foto: vchalup-stock.adobe.com

Grund sind beispielsweise höhere Steuern und Abgaben. Angebot wird auf Ökostrom umgestellt.

Kreis Rottweil - Die Energieversorgung Rottweil (ENRW) passt mit Wirkung zum 1. Januar 2020 ihre Verbrauchspreise für Strom an. Wesentlicher Grund sind laut Pressemitteilung gestiegene Ausgaben für die Strombeschaffung, höhere Netznutzungsentgelte sowie höhere Steuern, Abgaben und Umlagen. In einer Beispielrechnung zeigt die ENRW beim Singletarif mit einem Verbrauch von 2800 Kilowattstunden pro Jahr Mehrkosten von 112,66 Euro auf (mehr als 14 Prozent).

Ökostrom ab 2020

Die Anpassung der Strompreise tritt zum 1. Januar 2020 in Kraft. Je nach Tarif habe man die Strompreise zwischen vier und sechs Jahre stabil halten können. Da sich der Strompreis allerdings zu immer größeren Teilen aus Kosten zusammensetze, die nicht von der ENRW beeinflussbar sind, müsse die Preissteigerung nun an die Kunden weitergegeben werden.

Noch beeinflussbar hingegen scheine der weltweite Klimawandel zu sein. Die ENRW selbst setze deshalb schon lange ausschließlich auf regenerative Stromerzeugung: zum Beispiel aus Sonnenenergie und Wasser sowie auf eine klimaschonende Kraft-Wärme-Kopplung. Durch diese umweltschonende Stromerzeugung und Energieeffizienz-Dienstleistungen spare die ENRW pro Jahr rund 12.000 Tonnen klimaschädliches CO2 ein. Doch die Produktionsmenge der regenerativen Stromerzeugung vor Ort reiche nicht aus, um den Bedarf der ENRW-Stromkunden zu decken.

Aus diesem Grund versorgt die ENRW ab 2020 automatisch alle Vertragskunden mit regenerativ erzeugtem Öko-Strom, heißt es in der Pressemitteilung. Es handle sich um 100 Prozent grünen Strom aus Wasserkraft, produziert in Ländern der Alpenregion und zertifiziert vom TÜV SÜD Erneuerbare Energien. Als „Vertragskunden“ bezeichnet der regionale Energieversorger alle Tarifkunden, die mit der ENRW einen Stromlieferungsvertrag – beispielsweise auf Basis der Tarife „Single“ oder „Family“ – abgeschlossen haben.

Großhandelspreise für Strom sind angestiegen

Zurück zum Strompreis: Bei einem durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden betrage der Anteil staatlicher Bestandteile beim Strom 49 Prozent. Diese gebe der Gesetzgeber in Form von Steuern, Abgaben und Umlagen vor. Hinzu kommen laut ENRW weitere durch behördliche Maßnahmen festgelegte Kostenbestandteile in Höhe von 23 Prozent. Neben diesen fixen Kostenblöcken von insgesamt 72 Prozent sind auch die Großhandelspreise für Strom deutlich angestiegen.

Im Gegensatz zu sogenannten „Stromdiscounter“ sichere die ENRW ihren Kunden ein seriöses Wirtschaften zu. "Die Mitarbeiter des regionalen Energieversorgers sind täglich in der Region unterwegs, um eine zuverlässige Versorgung und eine persönliche Beratung durch geschultes Personal zu garantieren. Als kommunales Unternehmen kommen die Gewinne direkt der Region wieder zu Gute", heißt es in der Mitteilung.

Weitere Infos zur Strompreisanpassung finden sich auf der Unternehmens-Website.

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