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Kreis Rottweil Coronavirus-Pandemie hinterlässt auch bei Landwirten ihre Spuren

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Die Krise hat auch Auswirkungen auf Ackerbau und Viehzucht. Grafik: Kleinau Grafik: Kleinau

Kreis Rottweil - Die Landwirte im Kreis Rottweil treffen aktuell Vorbereitungen für die Ernte 2020. Da kommt das Coronavirus alles andere als gelegen. Viel mehr als das beschäftigt die Landwirte jedoch das Thema Afrikanische Schweinepest. Mehr darüber lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Gewehr bei Fuß. Schließlich weiß niemand, wie ernst die Lage noch werden kann.

Doch da im Kreis Rottweil nur an wenigen Stellen Sonderkulturen wie Spargel oder Erdbeeren angebaut werden, trifft das Einreiseverbot für Saisonarbeiter wegen der Coronavirus-Pandemie den Landkreis kaum. "Wir haben hier keinen Betrieb, der plötzlich auf 500 Saisonarbeiter aus Osteuropa verzichten muss", erklärt Haas. Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht deutschlandweit von rund 280 000 Saisonarbeitskräften im Agrarbereich aus, die aus Osteuropa kommen und in deutschen Betrieben eingesetzt werden.

Newsblog zur Ausbreitung des Coronavirus in der Region

Trotzdem zieht die Krise an den Landwirten im Kreis Rottweil nicht spurlos vorüber. "Die Kurse gingen bei den Agrarmärkten senkrecht nach unten", so Haas. Nach Bekanntgabe des Reiseverbots brach derweil der Ölpreis ein und riss den Rapspreis mit sich in die Tiefe. Der Getreidebereich habe sich mittlerweile wieder ein wenig erholt, berichtet der Kreisbauernverbandsvorsitzende.

Starke Einbrüche gab es auch beim Schweine- und Rindfleisch. Bei Zweiterem spiele vor allem die Schließung gastronomischer Einrichtungen eine große Rolle. Beim Schweinefleisch beziehe man in der Regel fast zwei Drittel aus dem Ausland, die Selbstversorgungsquote liege gerade einmal bei 35 Prozent. Gründe dafür seien bestimmte Vorschriften, aber auch finanzieller Natur.

Und sollte es zur Infektion vieler Mitarbeiter in landwirtschaftlichen Betrieben kommen, "dann wird’s heftig", prognostiziert Manfred Haas, ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen. Er sorge sich auch ein wenig um die Transportkapazitäten, etwa um einen geringeren Zustrom an Dünger. In Südtirol sei eine Milchkrise ausgerufen worden. So habe die Genossenschaft Bergmilch Südtirol wegen Schwierigkeiten im Bereich Beschaffung und Logistik, insbesondere wegen knappen Verpackungsmaterials, ihre Mitglieder dazu aufgerufen, die Milchanlieferung zu reduzieren. "Natürlich ist die Lage dort noch einmal eine ganz andere, aber an solche Probleme muss man auch denken", so Haas.

Viele bieten Hilfe beim Ernten an

Zu Lieferminderungen könne es auch im Kreis Rottweil kommen, sagt er, jedoch nicht durch einen absichtlichen Boykott, wie es den Landwirten teilweise vorgeworfen werde – "das stimmt in keinster Weise" –, sondern notgedrungen, weil es an Material und später vielleicht auch an Mitarbeitern mangeln könnte.

Erfreulich sei, dass bundesweit viele Menschen den Landwirten Hilfe beim Ernten anböten. Im Kreis Rottweil sei diese weniger nötig, da ein den meisten Betrieben genug Personal vorhanden sein müsste, so der Kreisbauernverbandsvorsitzende.

Das Problem Hamsterkäufe hat Manfred Haas derweil auf seinem eigenen Hof mitbekommen. "Normalerweise haben wir bis Juli Kartoffeln, nun ist unser Vorrat fast leergeräumt. Spätestens an Ostern wird alles weg sein."

Was dem Kreisbauernverbandsvorsitzenden gehörig stinkt, ist, dass der Bundesrat am Freitag "im Eilverfahren und ohne dass die Diskussionen zu Ende geführt wurden", wie Haas meint, über die neue Düngeverordnung befinden will. "Mir scheint es, als wollte man die Krisenzeit nutzen, um unpopuläre Gesetze wie dieses durchzuwinken."

Auch die Afrikanische Schweinepest – mittlerweile an der deutschen Grenze angekommen – sei ein ernstzunehmendes Problem, warnt Haas. Um die Gefahr einzudämmen, wird Schwarzwild verstärkt gejagt. Deshalb bittet Haas Menschen, die gerne im Wald spazieren gehen, dies nach Möglichkeit nicht nachts zu tun, um sich nicht in Gefahr zu begeben.

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