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Kreis Rottweil Bahnchef muss sich einiges anhören

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Bahnchef Rüdiger Grube sieht einen raschen Gäubahn-Ausbau nicht als realistisch an. Das Ziel, eine schnellere Verbindung zwischen Stuttgart und Zürich mit direkter Anbindung an den Stuttgarter Flughafen und die dortige Messe zu schaffen, sei aber klar vorgegeben. Foto: Scheidel

Kreis Rottweil - Das wird dem Bahnchef Rüdiger Grube durchaus hoch angerechnet: Er lässt sich, wie gestern im Rottweiler Rathaus, vor Ort blicken, um sich zu Vorhaben wie der Gäubahn auch kritische Fragen stellen zu lassen. Weglächeln lassen sich unangenehme Tatsachen zwar nicht, doch die Gesprächspartner Grubes spüren, dass da einer ist, der ihre Anliegen ernst zu nehmen scheint. Seine Aussagen beinhalten natürlich auch viele Versprechungen, andererseits legt der Bahnchef Wert darauf, Sub­stanz in die Diskussion zu bringen und "ehrlich" über Vorhaben zur Verbesserung der Gäubahn zu diskutieren.

Wie mühsam sich der zweigleisige abschnittsweise Ausbau der Gäubahn gestaltet, zeigt die momentane Planungsphase für das Vorhaben im Bereich Sulz-Neckarhausen. Dazuhin ist man sich bei der Bahn noch gar nicht darüber einig, welche Streckenabschnitte genau für die Schaffung einer schnelleren Verbindung zwischen Stuttgart und Zürich ausschlaggebend sind, wie Eckart Fricke, bei der Bahn Konzernbevollmächtigter für Baden-Württemberg, betont.

Die Sachlage werde genau analysiert, bevor man in Planungen einsteige. Ob dann neben Streckenbereichen im Raum Tuttlingen, etwa zwischen Wurmlingen und Weilheim, tatsächlich die Strecke Rottweil-Neufra als geeignet für einen zweispurigen Ausbau angesehen wird, muss also abgewartet werden. Wenn dann irgendwann Klarheit bestehen sollte und das Signal für Ausbauplanungen in diesen Abschnitten auf Grün gestellt werden sollte, gehen laut dem Bahnchef weitere fünf Jahre ins Land bis die ausgesuchten Strecken zweigleisig ertüchtigt sind.

Bei dieser enttäuschenden Sachlage zur Schaffung einer schnelleren Gäubahn wird die Nachricht, dass es spätestens ab Dezember 2017 zwischen Stuttgart und Zürich Intercity-Züge im Stundentakt geben soll, beim Interessenverband Gäubahn sowie Vertretern von Kommunen, Verbänden und Behörden nur als Trostpflaster empfunden, wie gestern bei einem "Informations- und Koordinierungsgespräch" deutlich gemacht wurde.

Während es in der Einladung der Stadt Rottweil zu der Veranstaltung hieß, dass nun beim Gäubahn-Ausbau der zweite Abschnitt zwischen Rottweil und Neufra anstehe, kann von einer solchen zügigen Marschroute, siehe oben, keine Rede sein.

Wenn örtliche Vertreter wie IHK-Geschäftsführer Thomas Albiez ("Die Gäubahn hat auch für die Wirtschaft einen sehr großen Stellenwert") oder der Rottweiler Oberbürgermeister Ralf Broß ("Die Bahn ist auch für den Tourismus und Pendler von hohem Interesse") zu dieser ernüchternden Botschaft kritisch nachfragen, nimmt Grube kein Blatt vor den Mund. Zu großen Vorhaben sei der Weg zur Planfeststellung in Deutschland aufwendig und mühsam.

Auf Nachfrage stellt der Bahnchef aber auch klar, dass der Ausbau nicht von Haus aus auf die lange Bank geschoben werden solle. Die Zielsetzung sei klar vorgegeben. Zusammen mit der Politik wolle man eindeutig in diese Richtung marschieren.

Rüdiger Grube vor Ort: Trotz deutlicher Enttäuschung bei den Gäubahn-Protagonisten darüber, dass es schnellere Verbindungen so schnell nicht geben wird, vermittelt der Bahnchef irgendwie auch Zuversicht. So, als der Rottweiler Landrat Landrat Wolf-Rüdiger Michel auf den desolaten Zustand des Bahnhofs in Sulz verweist. Und auch die fehlende Elektrifizierung zwischen Rottweil und Villingen-Schwenningen (Michel: Dann wären durchgängige Verbindungen zwischen Freiburg und Stuttgart denkbar) findet das Interesse Grubes. Die Verwirklichung kleinerer Vorhaben erbringe oft die größte Effizienz, betont er. So sei die Bahn bei weitem nicht nur mit Stuttgart 21 beschäftigt.

Bei solchen Äußerungen darf man nun auch gespannt sein, wie schnell – auf Anweisung von höchster Ebene – die Sanierer auf dem Sulzer Bahnhofsgelände anrücken.

Baden-Württemberg

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