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Kreis Rottweil Aufnahmestopp in Helios-Klinik: Lage nicht so schlimm

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Die Aufnahme von Notfallpatienten ist ein Aufregerthema im Landkreis. (Symbolfoto) Foto: spotmatikphoto –­ stock.adobe.com

Kreis Rottweil - Weil die Klinik in Rottweil sich im September vier Mal vom Rettungsdienst abgemeldet hat, hakte der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais bei der Landesregierung nach. Seine Einschätzung: In Rottweil ist die Lage nicht so schlimm. Fragen indes bleiben offen, moniert er.

Der vorübergehende Aufnahmestopp der Helios-Klinik in Rottweil hatte in der Landespolitik ein Nachspiel. Der Rottweiler FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais stellte eine Kleine Anfrage an die Landesregierung. Er wollte wissen, wie oft so etwas vorkommt und wie die Situation in den Häusern in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg in Sachen Rettungsdienst in den vergangenen vier Jahren aussah.

Die Antwort des Sozialministeriums liegt nun vor. Demnach ist das grundsätzliche Problem, dass in der Kürze der Zeit eine Auswertung der umfangreichen rettungsdienstlichen Daten nicht möglich sei. Die Abmeldungen, so das Ministerium, würden in der Regel im Einsatztagebuch erfasst und seien deshalb nicht elektronisch abrufbar.

Keine statistische Erfassung

Das Ministerium war auf die Selbstauskunft der Krankenhäuser angewiesen. Die Situation stellt sich demnach so dar.  

SRH Krankenhaus Oberndorf:

Laut Klinikträger seien keine Angaben zu den Abmeldungen für den Rettungsdienst möglich, da bisher keine statistische Erfassung erfolgte. Künftig würden die Abmeldungen vom Klinikträger statistisch erfasst.  

Helios Klinik Rottweil:

Von Anfang 2016 bis August 2019 erfolgte laut Klinikträger keine Abmeldung für den Rettungsdienst, im September 2019 meldete sich die Klinik vier Mal ab. Diese Abmeldungen erfolgten nach Angaben des Klinikträgers ausnahmsweise. Patienten, die selbst die Notaufnahme der Klinik aufgesucht hätten, seien behandelt worden.  

Vinzenz-von-Paul-Hospital gGmbH in Rottweil:

Die Abteilung Neurologie als Ganzes und die Psychiatrie seien nach Mitteilung des Klinikträgers noch nie abgemeldet worden. In den letzten Jahren erfolgte eine zeitweise Abmeldung der lokalen Schlaganfallstation (Bettengröße: sechs Betten).  

Klinikum Landkreis Tuttlingen:

Laut Angaben des Klinikträgers war und ist die Zentrale Notaufnahme inklusive Schockraum jederzeit zur Versorgung von Notfällen geöffnet. Zeitweise stand kein CT-Gerät zur Verfügung (Wartung), waren keine Beatmungsplätze frei, war ein Herzkathetermessplatz nicht verfügbar, waren keine internistischen Betten frei oder war kein Intensivbett verfügbar, so die Angaben.  

Schwarzwald-Baar Klinikum in Villingen-Schwenningen:

Das Schwarzwald-Baar Klinikum meldet sich nach Auskunft des Klinikträgers grundsätzlich nicht von der Notfallversorgung ab. Ausnahmen stellten ein vorgeschriebener sogenannter black-building-Test (Test bei Stromausfall) im Jahr 2018 und eine Abmeldung für circa sechs Stunden wegen eines Schadens im Rechenzentrum im Juni 2019 dar.

Karrais meint, die Antwort des Sozialministeriums zeige, dass zumindest in Rottweil die Situation nicht so schlimm sei, wie dargestellt. "Es besteht aus meiner Sicht kein Grund für Sorgen, dass Notfallpatienten nicht ordentlich versorgt werden könnten", so der Politiker. Bemerkenswert hält er es allerdings, dass es zum SRH Krankenhaus Oberndorf keine Erfassung der Abmeldungen gebe. "Dass dies künftig erfasst wird, ist ein Erfolg", so Karrais.

Vorwurf: Gesetze zitieren reicht nicht

Karrais kritisiert, dass das Ministerium keine Auskunft darüber gegeben habe, ob wegen Abmeldungen längere Fahrtwege für Rettungsmittel angefallen seien. Keinen Plan habe die Landesregierung offensichtlich bei der Frage, was sie unternimmt, um die Zahl der Aufnahmestopps zu minimieren. Es reiche nicht, aus Gesetzesstellen zu zitieren. Papier sei geduldig, wenn vor Ort Notaufnahmen aus technischen oder personellen Gründen geschlossen sind, moniert der Abgeordnete.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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