Mit dem AOK-Kindertheater werden zahlreiche Themen altersgerecht aufbereitet.
„Nachhaltigkeit – was ist Nachhaltigkeit?“ Diese Frage soll Schülerin Henrietta beantworten und träumt sich mit ihrem imaginären Freund, dem Kochlöffel „Herr Quassel“, in die Ideenfabrik, wo sie Antworten auf ihre Hausaufgabe findet. Davom handelt das knapp einstündige AOK-Kindertheater, das am Mittwochmorgen in der Hauinger Sporthalle für Grundschüler aufgeführt wurde.
Neben Karlsruhe und Tuttlingen lud die AOK Baden-Württemberg in diesem Jahr Klassen aus dem Landkreis Lörrach ein. Sehr zur Freude des Landratsamts, wie der Erste Landesbeamte Ulrich Hoehler in Vertretung von Landrätin Marion Dammann im Vorgespräch betonte. „Diese Themen nutzen sich nicht ab. Das Thema Nachhaltigkeit bestimmt auch den Fünf-Jahresplan der Kreisstrategie“, ließ Hoehler die Verantwortlichen der Krankenkasse wissen.
Gesetzlicher Auftrag
AOK-Projektleiterin Lisa Garcia Campoy verwies auf den gesetzlichen Auftrag, das wichtige Thema Prävention voranzutreiben. Riccardo Sibold, Geschäftsbereichsleiter der AOK Hochrhein-Bodensee, ergänzte, dass das frühe Vermitteln der Grundlagen sich auf das weitere Leben positiv auswirke. Die Kölner Theaterpädagogin Katja Dietzold ist mit ihren Mitstreitern und „Henrietta“ seit inzwischen 21 Jahren deutschlandweit unterwegs. Sogar beim Fest des Bundespräsidenten trat das Kindertheater bereits auf. Ihr gefällt, dass das Stück mehrere Themen vereint. „Bewegung, Ernährung, Nachhaltigkeit und Klimawandel – das gehört alles zusammen und kann nicht mehr voneinander getrennt werden“, erläutert die Projektleiterin, Autorin und Schauspielerin in Personalunion die Idee hinter dem Konzept. Dazu gehören weitere Unterrichtspläne und sogar eine Choreografie zu den Liedern des Stücks.
1000 Schüler anwesend
1000 Schüler wurden am Mittwochmorgen in zwei Aufführungen in den Bann des Theaters genommen. Sieben Grundschulen aus dem Landkreis Lörrach sowie die Brunwart-von-Augheim-Schule Auggen nahmen das kostenlose Angebot wahr.
Hoehler gab den Kindern ein kurzes, kindgerechtes Grußwort und verwies darauf, dass auch Erwachsene noch viel zu dem Thema Nachhaltigkeit lernen könnten. Fünf Schauspieler und ein Techniker erweckten dann die Bühne zum Leben. Auch für die Erwachsenen sind kleine Wortspiele versteckt, wenn die „Klimabilanzbuchhalter“ Abakus (ein Rechenhilfsmittel) und Zuse (der Erfinder des ersten funktionsfähigen Computers) namentlich vorgestellt werden. Die Kinder lachen sich derweil krumm, wenn die Klimabelastung durch Rinder-Pupsen erhöht wird und Zuse seine eigenen Emissionen hinzurechnet.
Fast nebenbei werden Fakten vermittelt. So benötige die Produktion eines einzigen T-Shirts rund 2700 Liter Wasser – „davon kann ein Mensch zweieinhalb Jahre leben“, erklärt Abakus. In der nächsten Szene erklärt Katja Diezold als Mimi Maulwurf, dass Recycling und Upcycling wichtige Maßnahmen seien und zeigt als Beispiel eine Tasche aus LKW-Planen sowie weitere kaputte Dinge, die nun aufgewertet wurden. „Der beste Müll ist der, der nicht entsteht“, singt die Truppe.
Viel Beifall
Zum Finale kommen die Wissenschaftler der Ideenfabrik zu Henrietta und erkundigen sich nach ihren Vorschlägen. „Jeder kann einen Beitrag leisten“, ermutigt das Stück die jungen Zuschauer. Obwohl sie fast eine Stunde bereits auf ihren Stühlen sitzen, bleiben sie neugierig und bedanken sich mit einem großen Applaus. Mehr unter www.projekte-spektakel.de – www.aok-kindertheater.de