In der Frauenheilkunde wollen die Kreiskliniken Lörrach die ambulante mit der stationären Behandlung verbinden.
Die Kliniken des Landkreises Lörrach entwickeln in der Frauenheilkunde derzeit ein Gesamtversorgungskonzept, das ambulante und stationäre Behandlungsformen verbinden soll. Das in den Räumlichkeiten des St. Elisabethen-Krankenhauses angesiedelte gynäkologische Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) bietet neben dem Angebot des erfahrenen Gynäkologen Wolfgang Bechtold seit Jahresbeginn auch eine Sprechstunde der im St. Elisabethenkrankenhaus tätigen Oberärztin Ana Gonzales an.
Enge Zusammenarbeit
Ihre Expertise aus der Arbeit im Brustkrebszentrum des St. Elisabethen-Krankenhauses kann sie dadurch auch im MVZ einbringen. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem gynäkologischen MVZ und dem Brustzentrum Lörrach kann eine sektorenübergreifende Versorgung gewährleistet werden, schreibt die Kliniken GmbH in ihrer Mitteilung.
Die Vernetzung des gynäkologischen MVZ mit der Gynäkologie, Geburtshilfe und dem Brustzentrum zielt darauf ab, eine schnelle und umfassende Behandlung von Patientinnen im Praxisumfeld zu ermöglichen. Gleichzeitig bleibt die rasche Anbindung an die umfassende Infrastruktur der Klinik gewährleistet. „Wir können durch diese Vernetzung alle profitieren. Untersuchungen können besser koordiniert, Doppeluntersuchungen vermieden und Behandlungspläne effizient abgestimmt werden“, wird Tilman Humpl, Ärztlicher Direktor der Kliniken des Landkreises Lörrach, in der Mitteilung zitiert. Die Behandlungsqualität des Brustkrebszentrums des St. Elisabethen-Krankenhauses ist seit 2013 zertifiziert.
Laut Studien: Heilungs- und Überlebensvorteil
Studien hätten gezeigt, dass Patientinnen, die in spezialisierten und von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Zentren behandelt werden, einen deutlichen Heilungs- und Überlebensvorteil hätten. Auch hinsichtlich der Komplikationsrate ist die Behandlung in einem zertifizierten Brustkrebszentrum im Vorteil. „Diesen Vorteil möchten wir für alle unsere Patientinnen umfassend nutzen“, lässt sich Michael Bohlmann, Chefarzt der Frauenklinik, in der Mitteilung zitieren.
Brustkrebs am häufigsten
Mit 70 000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die Anhebung der Mindestmengen für Brustkrebsoperationen durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) auf 100 Fälle pro Jahr ab 2025 stellt viele Einrichtungen vor Herausforderungen. Das Brustkrebszentrum Lörrach sieht sich aber gut aufgestellt.