Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Lahr kümmern sich um insgesamt 240 Straßenkilometer. Die Gebäude aus den 1980er-Jahren sind sanierungsbedürftig. Foto: Armbruster

Das Landratsamt plant, Verwaltungsgebäude und Wartungshalle der Straßenmeisterei Lahr durch einen gemeinsamen Neubau zu ersetzen – für fast fünf Millionen Euro.

Das Dach teils undicht, die Heizung, Elektroinstallation sowie Versorgungsleitungen stark sanierungsbedürftig, Grundwasser im Keller – das Verwaltungsgebäude der Lahrer Straßenmeisterei im Industriegebiet West ist in einem sehr schlechten Zustand. Das geht aus der Vorlage für die Sitzung des Verwaltungsausschusses des Kreistags am Dienstag, 14. April, hervor.

 

Demnach fehlen auch Büros, Besprechungsmöglichkeiten und sanitäre Einrichtungen. „Das Gebäude ist aus Sicht der Verwaltung nicht wirtschaftlich sanierbar“, so das Fazit des Landratsamts. Dabei steht die Situation in Lahr – auch die Wartungshalle mit Werkstatt ist hier ein Sorgenkind – stellvertretend für einen generellen Sanierungsstau bei den Straßenmeistereien des Kreises.

Der beläuft sich für Lahr, Offenburg und Achern laut Sitzungsvorlage auf rund 11,3 Millionen Euro. Das ist das Ergebnis einer detaillierten Zustandsbeurteilung und Kostenschätzung, heißt es in den Unterlagen. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation – sprich klammer Kassen – sei ein weiterer großer Neubau, analog zu Haslach, finanziell nicht umsetzbar, so die Verwaltung.

Achern soll neues Salzsilo für 500 00 Euro erhalten

Der Kreis soll sich daher vorerst auf das absolut notwendige beschränken: Für Achern soll ein Salzsilo für 500 000 Euro beschafft und in Lahr Verwaltungsgebäude und Wartungshalle durch einen gemeinsamen Neubau für rund 4,8 Millionen Euro ersetzt werden.

Weitere Maßnahmen können laut Verwaltung verschoben oder in mehrere kleine Abschnitte für Bauunterhalt und Klimabudget unterteilt werden. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass der Kreistag auch in den kommenden Haushalten wieder ein Klimabudget bewilligt.

Die Liegenschaft der Straßenmeisterei im Lahrer Hinlehreweg besteht aus insgesamt sieben Gebäuden, größtenteils aus den 1980er-Jahren, darunter fünf Hallen. Die Gerätehalle mit Sozialteil wurde im Innenbereich bereits saniert. Die Fahrzeughalle sowie eine offene Lagerhalle, die Lagerhalle und die Salzhalle sind laut Untersuchungsergebnis zwar in keinem guten Zustand, dort bestehe jedoch kein dringender Handlungsbedarf.

Altes Verwaltungsgebäude soll abgerissen werden

Im Fokus stehen für die Verwaltung die Bereiche, in denen Mitarbeiter täglich arbeiten und untergebracht sind. Darunter fallen das Verwaltungsgebäude und die Wartungshalle mit Werkstatt. Letztere sei „in einem energetisch sehr schlechten Zustand“. Das Dach bestehe aus Eternit-Wellplatten und weist ebenfalls immer wieder undichte Stellen auf.

Die Tore sind zwar frisch gestrichen, jedoch alle abgängig und teilweise können sie nicht mehr geöffnet werden. „Das Gebäudemanagement und das Straßenbauamt haben sich intensiv mit einer möglichen Lösung für Lahr beschäftigt. Aus Sicht aller Beteiligten macht für die Gebäude Verwaltung und Wartungshalle nur ein Neubau Sinn“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Dazu soll die Verwaltung abgebrochen und durch einen länglichen Neubau ersetzt werden, der Wartungshalle und Verwaltung beinhaltet. Durch die Positionierung des Neubaus in westlicher Richtung, kann die bisherige Wartungshalle bis zur Inbetriebnahme des Neubaus genutzt und anschließend abgebrochen werden.

Verwaltungsausschuss muss zunächst zustimmen

Die Kosten für den Neubau wurden durch das Bauunternehmen Hansmann aus Haslach auf circa 3,7 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen circa 1,1 Millionen Euro für technische Einbauten. Für die Straßenmeistereien gibt es laut Kreisverwaltung keine eigenen Förderprogramme.

Da sich die Fördersituation wahrscheinlich nicht verbessern werde und ein großer Handlungsbedarf bestehe, schlägt die Verwaltung vor, diese Maßnahmen in Achern und Lahr vollständig über Mittel aus dem Sondervermögen von Bund und Land zu finanzieren und diese entsprechend abzurufen.

Die Umsetzung der Baumaßnahme würden erfolgen, sobald eine Inanspruchnahme möglich ist. Zunächst muss sich jedoch der Verwaltungsausschuss mit den Plänen auseinandersetzen. Die letzte Entscheidung trifft dann der Kreistag.

Aufgabenspektrum

Die Straßenmeisterei Lahr ist zuständig für die Verkehrssicherheit auf 240 Kilometern Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, 119 Brücken sowie 61 Stützwände. Zu den Aufgaben gehört die Beseitigung von Gefahrenstellen und Schäden sowie die Planung und Organisation von Unterhaltungs- und Pflegearbeiten, Baustellen und und natürlich des Winterdienstes.