Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Kreis Freudenstadt Zentrale Coronavirus-Infektpraxis gut angelaufen

Von
Die Riedsteighalle - eigentlich für den Sport im Gebrauch - wurde in Windeseile zur Arztpraxis umfunktioniert. Foto: Reimer

Kreis Freudenstadt - Die zentrale Infekt-Praxis für den Kreis Freudenstadt in der Riedsteighalle in Dornstetten hat vergangenen Freitag ihre Arbeit aufgenommen. "Der Betrieb klappt wunderbar", freut sich Matthias Kraft, Vorsitzender des Ärztenetzes im Kreis.

In der Infekt-Ambulanz werden Patienten behandelt, die über grippeähnliche Symptome oder Fieber klagen. Damit sollen die Hausarztpraxen entlastet werden, damit auch andere Erkrankungen behandelt werden können. Die niedergelassenen Ärzte im Landkreis, von denen die Initiative für die Maßnahme ausging, arbeiten im Schichtbetrieb an sieben Tagen in der Woche. Auch Matthias Kraft, Vorsitzender des Ärztenetzes des Landkreises Freudenstadt, ist mit dabei. Nach einem vierstündigen Dienst meint er: "Es ist super anstrengend". Die Arbeit mit Vollkörperschutz, inklusive Gummistiefeln, verlange den Kollegen viel ab. Er sei nassgeschwitzt gewesen.

Die Mühe scheint sich dennoch gelohnt zu haben. Alle Beteiligten sind nach den ersten Tagen zufrieden und ziehen bei einem Treffen im Garten des Landratsamts Bilanz. Inzwischen wurden rund 150 Patienten in der Infekt-Ambulanz behandelt. "Die Abläufe stimmen, die Wartezeiten sind kurz", sagt Kraft. Es sind nie mehr als drei bis vier Patienten in der Praxis. Das Prozedere, das von den Ärzten in Zusammenarbeit mit dem Landkreis, dem Roten Kreuz und der Stadt Dornstetten auf die Beine gestellt wurde, funktioniere.

Landrat Klaus Michael Rückert spricht der Kreisärzteschaft Dank und Lob aus. "Es ist großartig, was in so schneller Zeit geleistet wurde." Mit vereinten Kräften sei in Windeseile die improvisierte Praxis errichtet worden. Die Kosten für bürokratische Hürden, die die Kassenärztliche Vereinigung nicht stemmen könne, trage der Landkreis. "Daran soll es nicht scheitern", stellt Rückert klar.

Räume dank Spezialfirma klinisch rein gehalten

Das erste Arbeitstreffen habe am 20. März vor unberührter Halle stattgefunden, erinnert sich Kraft. "Als die Gebäudereinigung Armbruster ein Konzept aufgestellt hat, wurde mir bewusst, worauf wir uns einlassen." Klinisch rein müssen die Räume gehalten werden. Das war noch längst nicht alles, was an Organisationsarbeit geleistet wurde. 19 ansässige Ärzte teilen sich die Schichten, hinzu kommen medizinische Fachangestellte, sowie zahlreiche Hilfskräfte für die Koordination der Einrichtung. Das technische Hilfswerk und das Bauamt waren an der Einrichtung beteiligt. Unternehmen und Firmen haben ihre übrige Schutzkleidung gespendet.

Die Teamleistung beeindruckt auch Bürgermeister Bernhard Haas von Dornstetten, der die Sporthalle ohne zu zögern zur Verfügung stellte. "Die Leute sehen durch die Praxis jetzt auch endlich, wie schön Dornstetten ist. Vielleicht kommen sie nach der Krise noch mal wieder", scherzt er. Vor der Leistung der Ärzte und Helfer könne auch er nur den Hut ziehen.

Gleiche Möglichkeiten wie in jeder Ambulanz

Wenn ein Erkrankter in Dornstetten ankommt, wirft noch vor der Halle ein Helfer einen Blick auf ihn, um festzustellen, ob er äußere Anzeichen für einen Infekt hat. Er sagt in der Halle Bescheid, dass der Patient angekommen ist.

Die Infekt-Praxis funktioniert wie jede andere Praxis. Es können Rezepte ausgestellt, Tests und sogar EKGs gemacht werden. Behandelt wird jedoch nur nach Überweisung. Der Patient muss also zuvor telefonisch seinen Hausarzt kontaktieren. Auf der Überweisung für die Dornstetter Einrichtung muss die Mobilfunknummer des Patienten angegeben sein. Per Handy wird er dann in seinem Auto benachrichtigt, in welchen der insgesamt zehn Behandlungsräume in der Halle er gehen muss. Schilder weisen ihm den Weg.

Und wurden nun schon Corona-Verdachtsfälle hier getestet? "Es gibt aktuell 196 positiv getestete Corona-Infekte im Landkreis Freudenstadt", erklärt Landrat Rückert. "Und von denen kommen natürlich auch welche hier an." Einige davon seien aber auch wieder genesen. Die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus in Freudenstadt sei optimiert worden, damit die Ressourcen der Klinik optimal genutzt werden können, erklärt Kraft. "Die Erfahrungen mit der Infekt-Praxis werden dokumentiert", erklärt Landrat Rückert. "Auch wenn hoffentlich keine nächste Pandemie kommt, so sind wir jetzt doch besser gerüstet."

Artikel bewerten
13
loading
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.