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Kreis Freudenstadt Was wird aus der Akut-Klinik?

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Kann die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers die Horber Akut-Klinik retten? Im Kreistag wurde die weitere Vorgehensweise im Markterkundungsverfahren geklärt. Foto: Hopp

Kreis Freudenstadt - Die Stadt Horb will die Horber Akut-Klinik retten – und das schnell. Gestern traten die Vertreter der Stadt im Kreistag beim Markterkundungsverfahren aber auf die Bremse. Die Begründung: Man brauche ausreichend Zeit für die Vorbereitung.

Kai Drigalla und Godfried Hangx von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) stellten am Montag dem Kreistag den Zeitplan für das Markterkundgungsverfahren vor. Damit die Ergebnisse bis zum 24. Juni vorgelegt werden können, so schlugen die beiden vor, sollten die Stadt Horb und die Bürgerinitiative eine Arbeitsgruppe bilden. Um einen Ausschreibungstext zu formulieren, der bei einer Sondersitzung des Kreistags am 8. April diskutiert und verabschiedet werden soll. PwC-Manager Hangx: "Das können wir uns vorstellen, damit die Interessen der Raumschaft mit berücksichtigt werden."

FDP-Kreisrat Daniel Wochner bat aber um Vertagung: "Ich sehe da ein Problem: Die Stadt Horb und die Bürgerinitiative müssen erst einmal eine Position finden. Dazu kommen die Einladungsfristen und die Osterferien. Der Termin ist uns zu knapp." CDU-Fraktionschef Heinz Hornberger: "Am 8. April ist gleichzeitig die Anhörung in Stuttgart zum Nationalpark im Schwarzwald."

Landrat Klaus Michael Rückert: "Diese Anhörung ist vormittags, da würde eine Sondersitzung nachmittags passen. Mir ist wichtig, dass der Prozess zügig abläuft, deshalb sollte die Ausschreibung am 15. April auf die Tagesordnung gesetzt werden."

SPD-Fraktionschef Reiner Ullrich: "Ich gehe davon aus, dass die Sache zügig durchgezogen wird." Und sein Kollege Michael Fischer (Grüne): "Ich muss hier schon meinem Erstaunen Ausdruck geben, dass ausgerechnet von Horber Seite beim Markterkundungsverfahren gebremst wird."

Wochner diskutierte inzwischen mit Horbs Bürgermeister Jan Zeitler und Rainer Klinger, Vorsitzender der Bürgerinitiative, die auf den Zuschauerstühlen saßen. Kreisrat Peter Rosenberger fehlte unentschuldigt (Zeitler: "dienstlicher Grund"), Wolfgang Kronenbitter entschuldigt. Wochner bat um den 22. April als Sondersitzungs-Termin, damit man die Vorschläge aus Horb "rechtzeitig" präsentieren kann.

PwC-Senior-Manager Drigalla: "Das ist der letzte Zeitpunkt, damit wir im Zeitplan bleiben können." Und er fügte diplomatisch hinzu: "Der Ausschreibungstext ist der Aufsatzpunkt, der das spätere Verfahren entscheidend beeinflusst. Das muss Hand und Fuß haben." Auch Landrat Rückert sagte: "Ich will die Aussage vom Grünen-Fraktionschef nicht kommentieren. Es kommt schon entscheidend auf den Ausschreibungstext an." Dann setzte er den 22. April als Sondersitzungs-Termin des Kreistags fest.

Horbs Bürgermeister Jan Zeitler erklärte anschließend: "Wir begrüßen das. So haben wir Zeit gewonnen, in der wir uns positionieren können." Reiner Klinger von der BI sagte: "Der jetzige Zeitrahmen hat noch fünf Wochen. Das ist durchaus realistisch. Wir müssen uns jetzt so schnell wie möglich zusammensetzen, um eine Zielrichtung für die Arbeitsgruppe zu entwickeln." Kreisrat Michael Laschinger (CDU), auch Vize-Vorstand der BI: "Ich bin der Meinung, der Vorstand sollte sich die öffentliche Meinung zu einem Markterkundungsverfahren einholen. Ob es dazu eine Mitgliederversammlung geben wird, ist noch nicht entschieden."

Die Markterkunder von PwC nannten dann noch "Herausforderungen", die sie für Horb sehen: "Der Standort hat keine eigenen Planbetten und kein eigenes Budget. Die Immobilie gehört nicht dem Kreis." Deshalb wollen Drigalla und Hangx als nächstes mit der Katholischen Spitalstiftung sprechen, auch ein Termin mit der Stadtspitze ist schon avisiert.

Hangx: "Nach Abschluss des Markterkundungsverfahrens werden wir mit dem Sozialministerium sprechen, ob es für den Standort Horb extra Planbetten ausgliedert und in den Krankenhausplan fortschreibt. Dann werden wir mit den Kostenträgern sprechen, ob sie bereit sind, ein eigenes Budget für Horb zu finden."

Über die monatelange politische Diskussion um das Krankenhaus Horb verloren die beiden kein Wort. Nur Andeutungen. Drigalla: "Wir haben die Diskussionen über das Internet intensiv verfolgt. Da konnte man sich in Frankfurt ein gutes Bild machen." Und zum Markterkundungsverfahren sagte Drigalla: "Wir können uns vorstellen, dass die Arbeitsgruppe der Stadt Horb und der BI auch Ansprechpartner nennt. Ebenso, dass auch niedergelassene Ärzte im Ausschreibungstext adressiert werden. Vielleicht hat jemand eine bessere Idee als die, die durch die Gutachten ventiliert wurden."

Noch eine gute Nachricht aus dem Kreistag: Die Mehrheit hat ein Medizinstipendium beschlossen. Damit bekommen Medizinstudenten in höheren Semestern zwischen 400 und 500 Euro monatlich vom Landkreis, wenn sie sich nach dem Studium hier niederlassen oder im Landkreis arbeiten. Kreisrat Michael Laschinger: "Der Ärztemangel bedroht auf lange Sicht auch die Notfallversorgung im Landkreis. Da ist es wichtig, frühzeitig gegenzusteuern."

 
 

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