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Kreis Freudenstadt So werden in Corona-Zeiten Schüler verabschiedet

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Emotionale Sache: Ausgelassene Freude über die bestandene Prüfung und Abschiedsschmerz liegen am Ende der Schulzeit dicht beieinander. Große Sausen, wie hier bei der zentralen Abi-Feier 2018 in Freudenstadt, wird es diesmal aber nicht geben. Foto: Rath

Kreis Freudenstadt - Entlassfeier oder nicht? Diese Frage stellen sich momentan die Schulen im Landkreis. Die Corona-Verordnungen erschweren einen gebührenden Abschied von den Schülern. Das Gymnsium Dornstetten hat sich dennoch für eine Art Abschlussfeier entschieden. Was die anderen Schulen im Raum Freudenstadt planen, lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Schüler und Schulleitung waren sich einig: Eine Abschlussfeier wollten alle Beteiligten: "Wir denken, dass die Schüler nach diesem Lebensabschnitt angemessen verabschiedet werden sollen. Und auch unseren Schülern war ein feierlicher und wertschätzender Rahmen zum Abschluss wichtig", erklärt Schulleiter Michael Mania.

Alle Redner müssen sich kurz halten

Die Abschlussfeier findet am 24. Juli in der Stadthalle Dornstetten statt. Bei der Planung habe sich die Schule mit dem Schulträger abgesprochen, der auch die Stadthalle zur Verfügung stellt. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat sich coronabedingt aber einiges verändert. Der Abend soll zunächst mit einigen Ansprachen, unter anderem von Bürgermeister Bernahrd Haas und Schulleiter Mania, beginnen. "Alle Redner müssen sich kurz halten", sagt Mania. Die Corona-Verordnungen verlangten dies. Anschließend würden die Zeugnisse und Preise verliehen.

Zum Abschluss planen die Schüler eine kleine Präsentation mit Bildern und Videoaufnahmen von ihrer Schulzeit von der fünften Klasse an. Das gemütliche Beisammensein danach fällt, ebenso wie die Bewirtung, weg. "Es ist eine Abschlussfeier mit reduziertem Programm", meint der Schulleiter. Der Fokus der Veranstaltung liege auf der Zeugnisvergabe. Die Feier begint um 19 Uhr und soll etwa bis 21 oder 21.30 Uhr dauern.

Eltern wichtiger als Bewirtung

Dass die Bewirtung wegfällt, war auch ein Wunsch der Schüler. Das Catering hätte in der Halle Platz weggenommen und die Anzahl der Gäste weiter beschränkt. "Den Schülern war es aber wichtig, dass ihre Eltern dabei sind. Die Bewirtung war ihnen dann egal", so Mania.

Trotzdem ist die Anzahl der Gäste ist durch die Abstandsregeln auf knapp über 200 beschränkt, Lehrer und Redner mit eingerechnet. Die 57 Absolventen dürfen zwei Begleitpersonen, im Regelfall die Eltern, mitbringen. "Normalerweise kamen die Schüler auch mit ihren Großeltern und dem Freund oder der Feundin. Die Halle war dann entsprechend eng bestuhlt", so der Schulleiter. Etwa 300 bis 350 Personen kamen überlicherweise zu den Abschlussfeiern.

Bei Schülern überwiegt die Freude

Letzen Endes überwiegt unter den Schülern aber die Freude: "Die Schüler sind glücklich, dass eine angemessene Verabschiedung stattfindet. Das war lange Zeit unklar", erklärt Mania.

Für die Abschlussklassen des Schulzentrums Pfalzgrafenweiler wird es keine Feierlichkeiten geben, was auch die Schulleitung bedauert: "Wir hätten gerne etwas organisiert, weil es wichtig ist, dass der Abschluss gebührend gefeiert wird", erklärt Marco Held, Schulleiter der Realschule im Schulzentrum. "Doch die Corona-Verordnungen machen es schwer, sowas zu veranstalten."

Unter den strengen Vorgaben sei man daher nicht in der Lage, größere Feierlichkeiten in verantwortungsvoller Weise zu organisieren. Dennoch wird es eine Zeugnisvergabe für die zwei Abschlussklassen mit insgesamt 49 Schülern geben. In Absprache mit der Gemeinde findet die Vergabe in der Festhalle in Pfalzgrafenweiler statt. Die beiden Klassen kommen zu unterschiedlichen Zeiten. Eltern und Begleitpersonen sind nicht eingeladen.

Auch bei der Abschlussklasse der Werkrealschule des Schulzentrums werden die Eltern nicht dabei sein können. Die 28 Schüler erhalten ihr Abschlusszeugnis ebenfalls in der Festhalle. "Wir haben nicht die Räumlichkeiten, um eine Zeugnisvergabe mit Eltern zu veranstalten. Wir hätten daher die Klasse aufteilen müssen", erklärt Lars Waffenschmidt, Schulleiter von Werkrealschule und Grundschule im Schulzentrum.

"Für die Umstände ein würdiger Abschied"

Die Festhalle sei der größte Veranstaltungsort, den man für die Vergabe organisieren konnte. Doch wegen den Corona-Abstandsregeln biete auch diese nicht genug Platz für Schüler und Eltern. Letztlich habe sich die Schulleitung dazu entschieden, der Klasse die Möglichkeit zu geben, für die Zeugnisvergabe noch mal zusammenzukommen. Bei der Vergabe wird es eine kleine Rede geben, anschließend werden Preise verliehen. Zum Abschluss werden dann die Zeugnisse überreicht. Insgesamt wird die Vergabe etwa 45 Minuten dauern. Auch wenn es keine Feierlichkeiten mit Rahmenprogramm geben wird, so sei die Vergabe "für die Umstände ein würdiger Abschied", meint Waffenschmidt.

Am Gymnasium Baiersbronn findet die Zeugnisübergabe und Preisverleihung in der neuen Sporthalle statt. Jeder Abiturient darf zwei Personen mitbringen. Dementsprechend wird für Dreier-Gruppen mit entsprechendem Abstand gestuhlt. Ein Buffet oder sonstige Verpflegung wird es nicht geben, so die Schulleitung.

Kein Essen, aber Getränke

Ein Buffet wie in den vergangenen Jahren wird es auch an der Gemeinschaftsschule Loßburg nicht geben, sagt Sekretärin Peggy Moser. Getränke aus Flaschen werden aber angeboten. Für die Abschlussfeiern gebe es drei Termine, die 58 Abschlussschüler feiern ihren Abschluss dieses Jahr nämlich in der Mensa klassenweise getrennt. Zusätzliche Personen wie Eltern und andere Verwandte sind mit vorheriger Anmeldung willkommen, pro Termin sind maximal 100 Leute erlaubt.

Der Realschule Alpirsbach stehen keine Räumlichkeiten für größere Veranstaltungen zur Verfügung. Deshalb wird es keine offizielle Veranstaltung, sondern nur eine interne Zeugnisübergabe mit den Schülern, den Klassenlehrern und der Schulleitung geben. Den Schülern ist es nicht gestattet, ihre Eltern mitzubringen.

Die Realschule muss sich an die vorhandene Kapazität von maximal 15 Personen je Raum anpassen. Andere Räume zu mieten, kam nicht in Frage, da diese zu teuer seien und sie niemand zahlen möchte, erklärt Schulleiter Thomas Heilmann. Auf das Angebot aus Hausach, das dortige Open-Air-Kino zu nutzen, ging die Realschule deshalb auch nicht ein. Die Kosten seien einfach zu hoch.

Zeugnisübergabe nur innerhalb fester Gruppen

Ähnlich gestaltet die Realschule Baiersbronn die Zeugnisübergabe. Die Klassen wurden streng in Gruppen eingeteilt und bekommen ihren Zeugnisse dann innerhalb der Gruppe zu unterschiedlichen Uhrzeiten überreicht. Die erste Gruppe bekommt ihre Zeugnisse von 8 bis 9 Uhr, die zweite dann von 9 bis 10 Uhr und so weiter. Vorgegeben sind diese strengen Regeln vom Schulamt Rastatt.

Auch an der Keplerschule Freudenstadt müssen die Schüler auf die Anwesenheit ihrer Eltern verzichten.

Die Schulleiterin am Progymnasium Alpirsbach, Rita Bouthier, muss dieses Jahr ebenfalls kreative Alternativen entwickeln. Gemeinsam mit den Eltern wird noch ein Konzept für die 24 Absolventen erarbeitet. Da die Teilnehmerzahl aber ohnehin deutlich kleines als an anderen Schulen ist, wird die Zeugnisübergabe trotz Einschränkungen durch ein kleines festliches Programm eingerahmt.

Auch die beruflichen Schulen in Freudenstadt verzichten dieses Jahr auf Abschlussveranstaltungen mit feierlicher Zeugnisübergabe.

So lautet die Corona-Verordnung

Die Vergabe der Zeugnisse ist in der Corona-Schulverordnung des Kultusministeriums geregelt. In der aktuellen Fassung, die seit dem 1. Juli gilt, sind Zusammenkünfte zur Ausgabe der Abschlusszeugnisse erlaubt. Dabei muss, wie im Unterricht bisher üblich, ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Schülern eingehalten werden. Die Gruppengrößen müssen sich an den Abstandsregeln ausrichten.

Bei Fragen bezüglich der Corona-Verordnung ist, mit Ausnahme von Gymnasien und Berufsschulen, das Staatliche Schulamt Rastatt zuständig. Das Amt rät den Schulen von einer Abschlussfeier ab. Die Corona-Schulverordnung erlaube lediglich Zusammenkünfte, keine Feiern, sagt Amtsleiter Wolfgang Held. Außerunterrichtliche Präsenzveranstaltungen sind bis zum Ende des Schuljahrs grundsätzlich untersagt.

Die Corona-Schulverordnungen seien oft strenger als die Allgemeinverordnungen, die seit dem 1. Juli Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen erlauben. Held empfiehlt den Schulen daher eine "würdevolle Zeugnisübergabe". Berufsschulen und Gymnasien hingegen sind direkt dem Regierungspräsidium in Karlsruhe unterstellt. Dieses spricht keine Empfehlungen an die Schulen aus, sondern verweist direkt an das Kultusministerium und dessen Verordnungen.

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