Investitionspaket von über drei Millionen Euro. Neue Lehrküche ist der erste Schritt.
Kreis Freudenstadt - Ein großes Investitiosnpaket von insgesamt rund 3,3 Millionen Euro ist für das berufliche Schulzentrum des Landkreises in Freudenstadt notwendig. Zunächst bekommt aber nur die LuiseBüchner-Schule eine neue Lehrküche.
Von der Notwendigkeit der Modernisierung der naturwissenschaftlichen Bereiche in der Heinrich-Schickhardt-Schule und der Eduard-Spranger-Schule sowie der Schulküche in der Luise-Büchner-Schule hatte sich im Februar bereits der Verwaltungsausschuss des Kreistags überzeugt. Jetzt lagen im Technischen Ausschuss genauere Planungen und Kostenschätzungen vor, die Kreis-Architekt Jürgen Kiehnle vorstellte.
Demnach sollen allein 640.000 Euro auf die Einrichtung und Laborausstattung der naturwissenschaftlichen Bereiche entfallen. 470.000 Euro sind für die Erneuerung der Technikkerne B und C samt WC-Sanierungen notwendig. Kiehnle hob auch hervor, dass es kostengünstiger und weniger zeitaufwendig wäre, den Umbau in beiden Bereichen in einem Zug zu erledigen. Für die Schulküche der Luise-Büchner-Schule, in der der Nachwuchs der Gastronomie im Landkreis ausgebildet wird, sind rund 260.000 Euro veranschlagt.
Landrat Klaus Michael Rückert räumte ein, dass es sich insgesamt um eine große Investitionssumme für den Haushalt 2014 handelt. Doch ein Berufsschulzentrum zu unterhalten, erfordere nun mal Investitionen. Besonders die Schulküche sei dringend, denn die Auszubildenden fänden in ihren Betrieben überall eine bessere Ausstattung als in der Berufsschule. Schulleiter Peter Stumpp von der Heinrich-Schickhardt-Schule veranschaulichte den Renovierungsbedarf. Die naturwissenschaftlichen Bereiche seien 20 bis 30 Jahre alt. In dieser Zeit habe sich der Unterricht völlig verändert. Theorie und Praxis müssten heutzutage miteinander verbunden werden.
So sollten die neuen Räume so multifunktional ausgestattet sein, dass im theoretischen Unterricht auch kurzfristig praktische Übungen möglich sind. Auch sicherheitstechnisch seien die naturwissenschaftlichen Räume nicht auf dem aktuellen Stand. Schulleiterin Gabriele Reeb von der Luise-Büchner-Schule zeigte eindrucksvolle Bilder von der veralteten Lehrküche und machte darauf aufmerksam, dass es sogar schwierig sei, die Hygienevorschriften einzuhalten. "So arbeitet heute keiner mehr", bemerkte Kreisrat Erwin Zepf (CDU) zum Zustand der Küche in der Büchner-Schule.
Handlungsbedarf sah auch Kreisrat Dieter Bischoff (Freie Wähler), "doch bei der Summe hat’s mich etwas geschaudert", betonte er. Vielleicht könne man auf einzelne Posten wie die Erneuerung der Sanitäranlagen verzichten. Das könne man nicht, antwortete Architekt Kiehnle, denn diese Bereiche müssten ohnehin saniert werden.
Dass die Schülerzahl zurückgeht, vermutete Kreisrat Horst Dieterle (Freie Wähler). Dem widersprach Schulleiter Stumpp. In den Naturwissenschaften sei die Entwicklung stabil. 600 Schüler würden alleine in der Schickhardt-Schule in naturwissenschaftlichen Fächern unterrichtet. 700 seien es an der Eduard-Spranger-Schule, ergänzte deren Schulleiter Armin Wüstner und hob hervor, dass die Zahlen an den beruflichen Schulen allgemein nicht rückläufig seien.
Kreisrat Ernst Wolf (FDP) hatte ein Problem mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis und forderte eine "70-Prozent-Lösung" und die Prüfung, ob ein Neubau der Naturwissenschaften an anderer Stelle nicht günstiger wäre. Eine Insellösung habe man verworfen, weil keine Fläche vorhanden sei, antwortete Architekt Kiehnle. Kreisrat Heinz Hornberger (CDU) ergriff Partei für das Berufsschulzentrum und gab zu Bedenken, dass der Kreis in der Vergangenheit in Sachen Instandhaltung "keine große Offensive" gestartet habe. Er schlug aber vor, die Kosten auf zwei Jahre zu verteilen. Ähnlich sah es sein Fraktionskollege Julian Osswald. Man sollte prüfen, ob nicht Abschnitte gebildet werden können. Angesichts der anstehenden Kosten bei Pestalozzi- und Roßbergschule in Horb sei es schwierig, die Investitionen "auf einen Happen" zu schultern. Die Küche, so schlug er vor, sollte auf jeden Fall im nächsten Jahr verwirklicht werden.
Auch Kreisrat Klaas Klaassen (Freie Wähler) stimmte für diese Vorgehensweise. So entschied sich der Ausschuss einstimmig für die Erneuerung der Lehrküche im nächsten Jahr. Im Oktober soll nochmals über die Modernisierung der naturwissenschaftlichen Bereiche und eine eventuelle Abschnittsbildung oder Neubau beraten werden.