Den Goldenen Meisterbrief erhielten zahlreiche Meister überreicht. Unser Bild zeigt sie mit Handwerkskammerpräsident Joachim Möhrle (hinten links) sowie (mittlere Reihe von rechts) Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Siegfried Dreger, und Kreishandwerksmeister Alexander Wälde. Foto: Ade

Kreishandwerkschaft verleiht goldene Meisterbriefe in Freudenstadt. Kammerpräsident Joachim Möhrle dankt für Lebensleistung.

Kreis Freudenstadt - "Als größter Ausbilder ist das Handwerk in Deutschland vorbildlich", unterstrich Kreishandwerksmeister Alexander Wälde bei der Übergabe vieler goldener Meisterbriefe im Kurhause in Freudenstadt. Den goldenen Meisterbrief bezeichnete Wälde als "Oscar des Handwerks". An insgesamt 59 Personen, die vor einem halben Jahrhundert ihre Meisterprüfung ablegten, ging die Ehrung. Über 40 von ihnen waren gekommen und bekamen von Kreishandwerksmeister Alexander Wälde, vom Präsidenten der Handwerkskammer Reutlingen, Joachim Möhrle, und vom Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Siegfried Dreger, den goldenen Meisterbrief ausgehändigt. Musikalisch umrahmte der Akkordeonspielring Pfalzgrafenweiler unter der Leitung von Waldemar Scheliga die Feier.

 

Alexander Wälde begrüßte die Jubilare und ihre Familien im Namen der Handwerkskammer Reutlingen und der Kreishandwerkerschaft Freudenstadt. Ein besonderer Gruß ging an den Präsidenten des baden-württembergischen Handwerkstags und der Handwerkskammer Reutlingen, Joachim Möhrle, der die Festansprache hielt sowie an die Obermeister und Vertreter der verschiedenen Innungen.

"Der Meisterbrief bescheinigt Ihnen, die Besten Ihres Fachs zu sein. Sie haben sich 1963 entschlossen, Ihr Leben und Ihre berufliche Existenz in die eigenen Hände zu nehmen und nach vorne zu blicken", so Wälde. Er fügte ferner an, dass damals viele große Unternehmen aus dem Handwerk entstanden und sah deshalb im Handwerk "die eigentliche Keimzelle unserer Wirtschaft". Wälde gab außerdem einen Rückblick auf markante Ereignisse von 1963. Damals wurde der Kassettenrekorder erfunden, ein Liter Normalbenzin kostete 54,4 Pfennig, ein Maß Bier auf dem Oktoberfest 2,20 Mark. Der 17. Juni wurde zum nationalen Gedenktag des deutschen Volkes an den Volksaufstand in Ost-Berlin und der damaligen DDR erklärt. In mehreren deutschen Großstädten fanden die ersten Ostermärsche gegen die Kernenergie statt.

Auf Aktuelles aus Politik und Wirtschaft "in einer momentan spannenden Zeit" ging Handwerkskammerpräsident Joachim Möhrle ein. Er schnitt dabei neben der Wichtigkeit eines gemeinsamen Europas auch die Energiewende an, bei der man noch vor etlichen Problemen stehe. Seinen Dank für ihre Lebensleistung richtete Möhrle an die Meister und lobte, dass das ehrenamtliche Engagement im Handwerk groß sei.

"Handwerk ist etwas zum Anfassen – ohne das Handwerk wäre das Leben für die Bevölkerung schwierig, ja unmöglich", betonte Siegfried Dreger, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Freudenstadt. Über 800 junge Menschen werden im Kreisgebiet derzeit im Handwerk ausgebildet, 1400 Handwerksbetriebe gibt es im Kreis Freudenstadt, informierte Dreger. Immer wieder stelle er fest, dass sich einige der Meister 50 Jahre nicht mehr gesehen hätten, und so mache diese Feier teilweise auch ein Wiedersehen möglich.