Naturpark-Vize Siegfried Scheffold (von links) und der Vorsitzende Klaus Michael Rückert dankten dem Nagolder OB Jürgen Großmann mit einem Naturpark-Genuss-Schein für dessen Gastfreundschaft bei der Mitgliederversammlung. Rechts Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker. Foto: Bernklau Foto: Schwarzwälder-Bote

Naturpark-Vorsitzender will Profil des eigenen Parks schärfen. Trekking-Angebot geplant.

Kreis Freudenstadt - Für Klaus Michael Rückert ist eines klar: "Es darf keinen Nationalpark auf Kosten des Naturparks geben." Dies sagte der Freudenstädter Landrat und Vorsitzende des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord gestern am Rande der Mitgliederversammlung des Naturparks in der Gartenschaustadt Nagold.

Trotz dieser klaren Aussage will sich Rückert als Naturparkvorsitzender weder von den Gegnern und Kritikern des Nationalparks noch von dessen Befürwortern vereinnahmen lassen: "Wir als Naturpark haben uns noch nicht festgelegt, wie wir zu den Nationalparkplänen stehen", betonte Rückert. "Derzeit sehe ich die Risiken eines Nationalparks. Aber ich sehe auch die Chancen – wenn man es richtig macht." Er warnte die Mitglieder des Naturparks davor, sich vor der Prüfung des von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachtens auf eine Position zum Nationalpark festzulegen. Eine Festlegung soll – nach der eingehenden Bewertung des Gutachtens – eine extra zu diesem Thema einberufende Mitgliederversammlung liefern.

Angesichts der Nationalpark-Debatte gibt sich der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord "sehr, sehr selbstbewusst" (Rückert). "Denn wir machen gute Arbeit." Trotzdem müsse der Naturpark sein Profil weiter schärfen. "Schließlich sind auch wir – wie ein Nationalpark – ein Großschutzgebiet und müssen als solches wahrgenommen werden", sagte Rückert gestern in Nagold.

Zur Schärfung des Profils soll etwa ein Naturparkpreis dienen, der im kommenden Jahr für vorbildliche Naturschutzprojekte in der Region ausgelobt werden soll. Auch der im Frühjahr in Betrieb gehende Naturpark-Radweg – auf ihm kann das Gebiet des Parks binnen drei bis vier Tagen umradelt werden – soll für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen.

Neue Wege betritt der Naturpark bei der Vermarktung regionaler Produkte. Zu den bewährten Naturpark-Märkten, der Marke "Echt Schwarzwald" und den Naturpark-Wirten sollen 2012 drei "Messen des regionalen Geschmacks" hinzukommen. Diese werden in Bad Wildbad (7. Oktober), Baiersbronn (11. November) und Hornberg (4. November) stattfinden.

Rund 700.000 Euro wird der Naturpark in diesem Jahr an 68 Projekte an Fördermitteln ausschütten. Unter diesen Projekten befindet sich auch eines, das ganz neue Schichten ansprechen soll: Die Kreise Calw, Freudenstadt, Ortenau, Rastatt und die Stadt Baden-Baden wollen unter dem Motto "Wilder Nordschwarzwald" Trekkingtouren inklusive einfachster Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. "Ein im Schwarzwald absolut neues Projekt", freut sich Rückert. Sich einer breiten Klientel vorstellen wird sich der Naturpark auch auf der Ende April beginnenden Landesgartenschau in Nagold. Am 4. und 5. August, am 18. und 19. August und am 22. und 23. September wird es im Pavillon des Landkreises Calw auf dem Gartenschaugelände Naturparktage geben.

Vom Erfolg dieser Tage ist Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann übrigens vollkommen überzeugt: "Die Landesgartenschau ist die ideale Plattform für den Naturpark", sagte das Stadtoberhaupt gestern.

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