Vorsicht Sonne: Vor allem Kinder und Menschen ab 55 Jahren haben ein erhöhtes Hautkrebs-Risiko. Foto: Puchner/Sauer

Sommer birgt eine Vielzahl gesundheitlicher Risiken. Junge und ältere Menschen besonders betroffen.

Kreis Freudenstadt - Die gesundheitlichen Risiken, die mit den Sonnen- und Hitzetagen im Sommer verbunden sind, werden häufig unterschätzt. Beim Thema Hautkrebs beispielsweise registriert die AOK Nordschwarzwald einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen in der Region.

Waren es 2008 insgesamt 136 AOK-Versicherte im Kreis Freudenstadt, die sich wegen eines bösartigen Melanoms der Haut ambulant beim Hautarzt behandeln lassen mussten, stieg deren Zahl auf 203 im Jahr 2011. Das teilt die Krankenkasse mit. Hautkrebs müsse vor allem bei Älteren ab 65 Jahren behandelt werden. "Die meisten Fälle aber werden in der Altersgruppe zwischen 70 und 74 Jahren gezählt", steht in dem Bericht.

Um Hautkrebs vorzubeugen, müsse Sonnenbrand unbedingt vermieden werden, rät die AOK. Besonders Heranwachsende und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 24 Jahren liefen Gefahr, sich einen schweren Sonnenbrand zu holen. Im Nordschwarzwald verzeichnete die AOK im Jahr 2011 von insgesamt 190 Fällen schweren Sonnenbrands allein 20 Fälle bei den 15- bis 19-Jährigen; bei den 20- bis 24-Jährigen sogar 43. Aber auch bei Kindern im Alter zwischen 5 und 14 Jahren passiere es häufiger als in den höheren Altersgruppen, dass sie wegen eines Sonnenbrands zum Arzt müssen. Der Grund: Kleine Kinder haben eine empfindlichere Haut als Erwachsene und brauchen einen besonders intensiven Sonnenschutz.

Und noch mehr Gefahren birgt der Sommer: Sommerhitze kann zu Flüssigkeitsmangel, Hitzekrämpfen und im schlimmsten Fall sogar zu einem Hitzschlag führen. In 114 Fällen mussten AOK-Versicherte im Nordschwarzwald 2011 wegen eines Hitzschlags, Sonnenstichs oder wegen Hitzeermüdung einen Arzt aufsuchen. Bei hohen Temperaturen sei es daher ratsam, übermäßige Anstrengung in der prallen Sonne zu vermeiden und auf genügend Flüssigkeitszufuhr zu achten. "Am besten Wasser oder ungesüßte Früchte- oder Kräutertees", rät AOK-Ernährungsberaterin Judith Loés. "Mindestens zwei Liter pro Tag müssen es an heißen Sommertagen sein". Auf schwere Kost und Alkohol sollte gänzlich verzichtet werden.

Besonders ältere Menschen erleiden gesundheitliche Schäden, weil sie bei Hitze zu wenig trinken: "Pflegebedürftige Menschen sind besonders gefährdet", betont Loés. Deshalb sei es wichtig, dass Angehörige und Betreuer besonders darauf achten, dass diese Menschen genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.

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