Barbara Marx und Ute Berner (von links) überreichen Saskia Esken einen Fragenkatalog. Foto: Ver.di

Ver.di-Mitglieder überreichen Fragenkatalog an SPD-Kandidatin. DRG-System krankt an mehreren Stellen.

Kreis Freudenstadt - Unerträglich sei die Situation der Krankenhäuser vor Ort, sagt die Ver.di-Betriebsgruppe der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH (KLF). Den Besuch der Bundestagskandidatin der SPD, Saskia Esken, nutzten die Gewerkschaftler, um genau darauf aufmerksam zu machen.

Große Probleme für die Ver.di-Mitglieder der KLF seien die unzureichende Krankenhausfinanzierung, die fehlende gesetzliche Personalbemessung der Krankenhäuser sowie die daraus resultierenden negativen Folgen für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Nach einer Erhebung der Gewerkschaft Ver.di im Februar dieses Jahres fehlen bundesweit 162 000 Beschäftigte in den Krankenhäusern, was etwa einem Fünftel aller Stellen entspricht. Als Ursache hierfür machen die Gewerkschaftler die Deckelung der Krankenhauseinnahmen verantwortlich.

Dies sieht auch Saskia Esken so. Ihrer Auffassung nach krankt das DRG-System, aus dem sich die Einnahmen der Krankenhäuser berechnen, an zwei Stellen. Erstens werden die Tarifsteigerungen für die Beschäftigten nicht kompensiert, und zweitens ist die Grundversorgung vor allem im ländlichen Bereich zu schlecht abgebildet.

Von den Mitgliedern der Ver.di-Betriebsgruppe wurde Esken im Verlauf des Gesprächs ein Schreiben mit Unterschriftenlisten der Gewerkschaftsmitglieder der Krankenhäuser im Kreis überreicht, in dem die Bundestagskandidaten aller im Bundestag vertretenen Parteien aufgefordert werden, sich zu folgenden Fragen noch vor der Bundestagswahl zu äußern:

-  Was wollen Sie konkret tun, damit mehr Geld für Krankenhäuser zur Verfügung gestellt wird?

- Sind Sie der Meinung, dass die Kosten eines wirtschaftlich arbeitenden Krankenhauses durch die Finanzierung gedeckt werden müssen?

- Sind Sie für eine vollständige Refinanzierung der Tarifsteigerungen der Krankenhäuser?

- Sind Sie für eine gesetzliche Personalbemessung und ihre Finanzierung, damit nicht der Kampf der Krankenhäuser gegen Defizite durch eine ständige Reduzierung von Personal ausgetragen wird?

- Welche Vorstellungen haben Sie, um die negativen Wirkungen des DRG-Systems (Verdrängungswettbewerb unter den Krankenhäusern über Personalabbau und Mengenausdehnung) zu beseitigen?

Die Antworten sollen mit den Beschäftigten der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt und innerhalb der Gewerkschaft Ver.di diskutiert werden, um weitere Aktionen zu planen.

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