Zur Frage nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager hat unsere Leserin Lizzy A. M. Schmid aus Talheim die folgende Meinung.
Hand aufs Herz: haben Sie in den letzten zehn Jahren weniger oder mehr Strom verbraucht für Ihre vielen Geräte zuhause, für Ihre regelmäßigen Suchmaschinen- oder KI-Anfragen? Und woher kommt dieser Strom? Für die Suche nach einem Endlager für Atommüll von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) wurde auch der Schwarzwald als dafür geeignet eingestuft. Ganz aktuell hat die BGE die geeigneten Regionen der deutschen Landesfläche nun nochmals stark eingegrenzt: auf gerade mal noch 25 Prozent! Zum besseren Verständnis: In dem vor fünf Jahren veröffentlichten Zwischenbericht waren noch etwa 54 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands als dafür geeignet ausgewiesen. Wir im Landkreis Freudenstadt und Calw sind darin weiterhin gut im Rennen und jetzt sogar schon in die engere Auswahl gekommen!
Woher kommt der Strom?
Folglich: Wer beim Bürgerentscheid gegen Windkraft auf kommunalen Flächen stimmt, muss sich im Klaren sein, dass der Strom von anderswo herkommen muss. Aus Atomkraft? – so, wie es die AfD in ihrem Parteiprogramm ja glasklar formuliert?
Ich frage mich: Mit welchen Argumenten wird die AfD ihren Wählerinnen und Wählern verkaufen wollen, dass sie die bereits stillgelegten Atomkraftwerke wieder aktivieren beziehungsweise auch weitere für den künftigen Stromhunger im Land bauen will, es damit logischerweise aber auch nötig sein wird, dass – und mit durchaus hoher Wahrscheinlichkeit – in allernächster Nachbarschaft zu deren Häusle oder Wohnungen ein Atomkraft-Endlager entsteht?
Das Sankt-Floriansprinzip „Heiliger Sankt Florian, verschon’ mein Haus, zünd’ and’re an“ wird hier schließlich nicht funktionieren. Das Interessanteste ist bekanntlich ja immer, wovon nicht geredet wird!
Lizzy A. M. Schmid, TalheimSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.