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Kreis Freudenstadt Kinderbetreuung läuft über 24 Stunden

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Die Geldleistungen für die Kindertagespflege wurden zwar erhöht, reichen aber für die Randzeitenbetreuung nicht aus. Foto: Pleul

Kreis Freudenstadt - Die Vergütung von Tageseltern reicht noch nicht aus. Dies erläuterte unter anderem der stellvertretende Vorsitzende des Tageselternvereins, Paul Huber, im Jugendhilfeausschuss des Kreistags.

In seinem Bericht über die Arbeit des Tageselternvereins und den Stand der Kindertagespflege beschränkte sich Huber auf die wichtigsten Eckpunkte. Im vergangenen Jahr hätten 656 Kinder von der Kindertagespflege profitiert. Rechne man die Ferienbetreuung hinzu, seien es sogar 711 Betreuungsverhältnisse gewesen.

Rechtlich unterscheide man die Gruppe der unter Dreijährigen (U3) von derjenigen der über Dreijährigen (Ü3). Im ersten Fall stehe die Kindertagespflege gesetzlich gleichrangig neben dem Krippenangebot, im Bereich der über Dreijährigen stelle die Kindertagespflege nur eine Ergänzung dar, erläuterte Huber.

359 Kinder im U3-Bereich wurden 2018 in der Kindertagespflege betreut. "Es ist damit nach wie vor eine Betreuungsform, die von Eltern sehr stark gewählt wird", so Huber. Betrachte man stichtagsbezogen beispielsweise die Zahlen der unter Dreijährigen am 1. März des vergangenen Jahres (180) und dieses Jahres (205), dann entspreche dies einer Krippe mit 20 Gruppen. Die größte Krippe im Landkreis habe gerade mal vier Gruppen, merkte Huber an.

Ein Unterschied zur klassischen Krippenbetreuung im U3-Bereich sei die deutlich größere Flexibilität in der Kindertagespflege. Sie gestatte es den Eltern, nur geringe bis hin zu sehr langen Betreuungszeiten in Anspruch zu nehmen – also das Kind bei Bedarf auch vor sechs Uhr morgens abzugeben und den ganzen Tag dort zu lassen. Auch bei den Ü3-Kindern werde Kindertagespflege gerne zu eher unüblichen Zeiten angenommen, berichtete Huber. Hier gehe es manchmal um Zeiten von 6 Uhr bis 22 Uhr und manchmal auch um Wochenenden und Übernachtungen. "Über die Kindertagespflege hat der Landkreis damit im Grunde ein Betreuungsangebot über 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche", fasste Huber zusammen.

Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 186 Kindergartenkinder und 50 Schulkinder, die im Ü3-Bereich durch die Kindertagespflege betreut wurden, weil die regulären Zeiten nicht ausreichend gewesen sind. Stichtagsbezogen betreuten immer etwa 92 Kindertagespflegepersonen Kinder, etwa zehn von ihnen seien ohne Betreuungsverhältnis, weil sie sich beispielsweise noch in der Ausbildung befänden. Abgesehen davon sei es aber auch wichtig, immer auf einen Pool an Tagespflegepersonen zurückgreifen zu können, wenn man sie brauche.

Zunehmendes Alter bereitet Sorge

Sorge bereite das zunehmende Alter der Tagespflegepersonen, betonte Paul Huber, von denen rund zehn Prozent das Alter von 60 Jahren schon überschritten hätten. Falle eine Tagespflegeperson altershalber weg, fehlten damit auch fünf Betreuungsplätze. 83 Tagespflegepersonen – also die große Mehrheit – haben im vergangenen Jahr 561 Kinder bei sich betreut. Im Haushalt der Eltern wurden darüber hinaus 25 Kinder von zehn Tagespflegepersonen betreut. Die Betreuungsvariante der Tagespflege in anderen geeigneten Räumen – gemeint sind solche, die nicht für Wohnzwecke genutzt werden – wurde von 19 Tagespflegepersonen für 125 Kinder gewählt.

Als positiv erwähnte Huber die beschlossene Erhöhung der laufenden Geldleistung für die Kindertagespflege, wenngleich sie nicht ausreiche, die Randzeitenbetreuung adäquat zu vergüten. Gerade im Hinblick darauf müsse sich die Politik Gedanken machen, anstatt einfach nur linear zu fördern und zu erhöhen. Huber wurde an der Stelle deutlich: "Wir bilden aktuell jedes Jahr etwa zehn Tagespflegepersonen aus und verlieren diese oft nach einem Jahr weil sie sich sagen, dass sie mit Putzen mehr verdienen". Stehe eine Tagespflegeperson beispielsweise morgens um sechs Uhr auf und betreue ein Kind, komme sie auf einen Nettostundenlohn von gerade mal drei Euro. Der Verein selbst sei im Auftrag des Jugendamts tätig und erfülle damit eine gesetzliche Aufgabe – nämlich die Vermittlung, Beratung und Begleitung sowie Qualifizierung und Weiterqualifizierung der Tagespflegepersonen sowie die Beratung der Eltern, hob Huber hervor. Man suche Tagesspflegepersonen, und prüfe vor der Ausbildung zunächst deren Eignung und qualifiziere diese im Rahmen einer 160-stündigen Ausbildung. Derzeit diskutiere die Politik über eine Ausweitung der Ausbildung.

Ferienbetreuung in Horb übernommen

In der Stadt Horb habe der Verein auch die Ferienbetreuung übernommen, erläuterte Huber. Den Haushalt des Tageselternvereines finanziere zum größten Teil der Landkreis. Man suche und erschließe immer wieder aber auch weitere Finanzierungsquellen – zuletzt in Kooperation mit der Deutschen Textilhilfe. Im kommenden Jahr würde dann auch der Mitgliedsbeitrag erhöht.

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