Die Zahl der Alkoholvergiftungen ist im Kreis Freudenstadt in den vergangenen Jahren gesunken. Foto: AOK

Auswertung der AOK Nordschwarzwald: Rauschtrinken geht zurück.

Kreis Freudenstadt - Ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, ein Gläschen Sekt zum Jahreswechsel oder zu sonstigen Feierlichkeiten gehört für viele einfach dazu. In Deutschland und den meisten europäischen Ländern ist Alkohol als Genussmittel kulturell fest verankert. "Gegen einen bewussten und genussvollen Umgang mit Alkohol ist nichts einzuwenden. Allerdings macht die Menge das Gift, wie bereits Paracelsus feststellte", wird Uwe Renz von der Gesundheitsförderung der AOK Nordschwarzwald in einer Pressemitteilung zitiert.

Alkohol ist eine psychoaktive Substanz, die süchtig machen kann. Gesundheitsschädlicher Alkoholkonsum gilt laut Robert Koch-Institut bei über 200 Krankheiten als eine mehrerer Ursachen. Übermäßiges Trinken von Alkohol zählt weltweit zu den fünf bedeutsamsten Risikofaktoren für Krankheiten, Beeinträchtigungen und Sterbefälle.

Immer mehr Jugendliche verzichten auf Alkohol

Nach einer Auswertung der AOK Nordschwarzwald ist die Zahl der Versicherten, die wegen einer Alkoholvergiftung stationär behandelt werden mussten, im Landkreis Freudenstadt leicht zurückgegangen. Waren es im Jahr 2017 noch 122, sank die Zahl im Jahr 2018 auf 110 Versicherte.

"Rauschtrinken ist ein gesundheitlich besonders riskantes Trinkverhalten, das akute Schäden wie Alkoholvergiftungen und Verletzungen sowie Gewalt - auch gegenüber Dritten - zur Folge haben kann. Langfristig betrachtet, sind Alkoholabhängigkeit und organische Schäden möglich", so AOK-Ärztin und Psychotherapeutin Sabine Knapstein.

Die Veränderungen seien insgesamt positiv zu bewerten, heißt es weiter in der Mitteilung der AOK. Immer mehr 12- bis 17-Jährige verzichteten komplett auf Alkohol. Außerdem sinke in dieser Altersgruppe auch der Anteil derer, die regelmäßig alkoholische Getränke zu sich nehmen, und auch das Rauschtrinken gehe zurück. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung würden rund 80 Prozent der 12- bis 25-Jährigen durch Informationsangebote zu den Gefahren des Trinkens von Alkohol erreicht, so die AOK.