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Kreis Freudenstadt Gemeinsam zum schnellen Internet

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Breitbandkabel in einem Rechenzentrum: In Sachen schnelles Internet gehen die Kommunen im Landkreis Freudenstadt möglicherweise einen gemeinsamen Weg und bilden einen Zweckverband. Foto: Roland

Kreis Freudenstadt - Schnelles Internet auch in abgelegenen Weilern: Vor allem kleine Gemeinden im ländlichen Raum bekommen dafür kaum Angebote von Anbietern. Nun strebt der Landkreis Freudenstadt eine kreisweite Lösung an.

Bei einer Gegenstimme und vier Enthaltungen beschloss der Kreistag bei seiner jüngsten Sitzung, dass beim Verein Breitbandinitiative Baden-Württemberg mit Sitz in Schwäbisch Gmünd eine Studie in Auftrag gegeben wird. Darin soll für den Landkreis Freudenstadt die Möglichkeit aufgezeigt werden, über einen Zweckverband ein kreisweites Glasfasernetz zu erstellen. Dies soll dann nach einer Ausschreibung einem privaten Anbieter zum Betrieb überlassen werden. Die Breitbandinitiative Baden-Württemberg hat, wie ihr Vorsitzender Stefan Liebing bei der Kreistagssitzung sagte, eine solche Studie bereits für den Ostalbkreis erstellt. Weitere Landkreise hätten ebenfalls schon ihr Interesse bekundet. Die Studie kostet 18 000 Euro plus Mehrwertsteuer und wird, so Liebing, in acht Wochen erstellt.

Nach Auffassung der Kreisverwaltung sollte der Ansatz mit dem Zweckverband näher beleuchtet und, wenn realisierbar, auch umgesetzt werden. Denn trotz großer Anstrengungen der Städte und Gemeinden sei es bisher nicht gelungen, wie Landrat Klaus Michael Rückert sagte, eine gute Breitbandversorgung für den ganzen Landkreis zu ermöglichen.

Der Weg, ein modernes Glasfasernetz über einen Zweckverband durch die öffentliche Hand herzustellen und dann durch private Unternehmen betreiben zu lassen, entspreche dem Ansatz, der vielerorts vor über 100 Jahren verfolgt worden sei, eine flächendeckende Stromversorgung im Land sicherzustellen.

Die Studie umfasst unter anderem eine Analyse der jetzigen Versorgungssituation im Kreis, die Ermittlung des Bedarfs, ein Lösungsmodell für einen kommunalen Zweckverband, das Vorgehen bei der Netz(aus)bauplanung und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Noch völlig offen sei, wie Rückert einschränkte, ob der Weg auch zum Erfolg führt. Aber man solle es versuchen, zumal eine gute Breitbandversorgung als Standortfaktor sehr wichtig sei.

Genug Kapazitäten für die nächsten 20 Jahre schaffen

Die Infrastruktur für die Telekommunikation funktioniere nicht, wenn man sie nur dem Markt überlasse, umschrieb Liebing den Ausgangspunkt, der zur Gründung der Breitbandinitiative geführt habe. Mitglieder in dem Verein seien kommunalpolitische Entscheidungsträger, aber auch Unternehmen, die mit Telekommunikation zu tun hätten. Angestrebt werde mit der Studie für den Landkreis Freudenstadt eine kreisweite Lösung, die genug Kapazitäten für die nächsten 20 Jahre schaffe. Örtliche Energieversorger und Planungsbüros würden eingebunden. Bereits bestehende Glasfasernetzfragmente könnten integriert werden. Der Verein sei gemeinnützig und bilde keine Konkurrenz zu Beratungsunternehmen.

FWV-Kreisrat Dieter Bischoff zeigte sich noch nicht überzeugt davon, dass ein Zweckverband bei der Breitbandversorgung die richtige Lösung sei: "Jemand muss auch Geld in die Hand nehmen." Auch wenn niemand garantieren könne, dass es funktioniert, sei es besser, früh auf den Zug aufzuspringen, meinte hingegen Landrat Rückert. Eine gute Breitbandversorgung des ganzen Landkreises sei nur über einen Solidarpakt machbar. FDP-Kreisrat Michael Theurer fragte, ob nicht auch Genossenschaften eine Möglichkeit seien, regionales Kapital für die Breitbandversorgung zu sammeln und diese dann auch zu betreiben. "Wir vergeben in zwei bis drei Wochen eine flächendeckende Glasfaserversorgung für die ganze Stadt", sagte der Freudenstädter OB und CDU-Kreisrat Julian Osswald. Damit werde eine "Versorgungsinsel" geschaffen. Dennoch sei er für die Studie.

Im Ostalbkreis, so FWV-Kreisrat Wolfgang Kronenbitter, sei von rund 30 Millionen Euro für das Glasfasernetz die Rede. Auf den Kreis Freudenstadt käme wohl ein ähnlicher Betrag zu. "Das wird ein Kraftakt, schon klar", räumte Rückert ein. Und Stefan Liebing bestätigte: "Wir reden hier über zweistellige Millionenbeträge." Dennoch war Rückert zuversichtlich: "Die Stromleitungen hat man ja auch mal gebaut."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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