Gemeinsam mit der IHK will die Stadt Horb in Sachen Elektromobilität eine Forschungskooperation zwischen der Dualen Hochschule in Horb (Bild) und der Fachhochschule Pforzheim ins Leben rufen. Foto: Hopp

Regionalverband Nordschwarzwald beschließt finanzielle Beteiligung der Region an Wettbewerb RegioWIN.

Kreis Freudenstadt - Neue Fördertöpfe für Innovationen sind im ländlichen Raum sehr willkommen. Der Regionalverband Nordschwarzwald beschloss daher bei einer Ausschusssitzung in Baiersbronn, die Beteiligung der Region am Landeswettbewerb RegioWIN nicht nur ideell, sondern auch finanziell zu unterstützen.

Viele Projekte sollen Baden-Württemberg voranbringen. Auch der Landeswettbewerb RegioWIN, mit dem das Land die regionale Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und Nachhaltigkeit stärken möchte. Mit dem vage klingenden Konstrukt sollen sogenannte Leuchtturmprojekte gefördert werden – und zwar mit insgesamt 65 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, über die nächsten sechs Jahre.

Als eine von elf Regionen gelang es der Region Nordschwarzwald, in die engere Auswahl zu kommen, wie Verbandsdirektor Dirk Büscher und Verbandsvorsitzender Heinz Hornberger bei der Sitzung des Ausschusses für Verwaltung, Wirtschaft und Verkehr mitteilten. Ob und in welcher Höhe ein Projekt gefördert wird, ist offen. Bislang ist im Wettbewerb gerade die erste Phase durch: Die, in der  Ideen mit passendem Strategiekonzept eingestellt werden. Nun gilt es, erfolgreiche Vorschläge hinsichtlich Inhalt und Finanzierung verbindlich auszuarbeiten. Unter den als geeignet eingestuften Beiträgen finden sich auch Ideen der Stadt Horb.

Sie möchte gemeinsam mit der IHK Nordschwarzwald das Thema Elektromobilität weiter voranbringen und dafür eine Forschungskooperation zwischen Dualer Hochschule und der Fachhochschule Pforzheim ins Leben rufen (Projektvolumen: fünf Millionen Euro). Ebenfalls auf der Liste der aussichtsreichen Kandidaten steht ein interkommunales Projekt mit dem Landratsamt Calw, in dem die intermodale Mobilität, sprich Fortbewegung mit verschiedenen Verkehrsträgern, gefördert werden soll (Volumen: drei Millionen Euro). »Zusätzlich denkbar« wäre in der Formulierung der Wettbewerbsträger auch der Plan, das Kunststoff-Unternehmensnetzwerk INNONET weiter zu entwickeln (Volumen: 500.000 Euro).

Die Wirtschaftsfördergesellschaft Nordschwarzwald (WFG) möchte dort in Zusammenarbeit mit dem Technologiezentrum Horb aktiv werden und in der Rolle eines Projektträgers außerdem Mittel investieren. Als Gesellschafter der WFG wäre folglich auch der Regionalverband in Form einer Co-Finanzierung an dem Projekt beteiligt. Von der Versammlung wurde den Vorhaben geschlossen zugestimmt. Abschlägig beschieden wurde die Förderhoffnung für einen Vorschlag der Stadt Horb, die in Zusammenarbeit mit der IHK und dem Regionalverband »Gewerbeflächen der Zukunft« – möglichst autobahnnah – entwickeln wollte (Projektvolumen: eine  Million Euro).

Interessant, aber nicht zur Förderkulisse passend, lautete hier die Rückmeldung von Landesebene. Im Regionalverband möchte man nun klären, wie das Gewerbeprojekt doch noch im Wettbewerb untergebracht werden könnte. »Eine zukunftsfähige Region steht und fällt mit den entsprechenden Gewerbeflächen«, betonte Verbandsvorsitzender Heinz Hornberger. Walter Trefz als Mitglied der Fraktion der Grünen begrüßte vor allem das Projektvorhaben in Sachen Elektromobilität: Für eine Flächenregion ergäben sich hier noch erhebliche Verbesserungsmög-lichkeiten im öffentlichen Personen-Nahverkehr, meinte Trefz.

Einige andere Versammlungsmitglieder hingegen investierten erst einmal reichlich Zeit in die Debatte, ob, wann und wie Projekte in welcher Priorität gefördert werden. Verbandsdirektor Dirk Büscher oblag es dabei, die teils kreiselnde Diskussion wieder zu dämpfen. Welche Projekte einen Förderzuschlag erhielten, entscheide das Land, betonte Büscher wiederholt. Die bisherige Einstufung gibt lediglich eine Orientierung über die Förderchancen der Vorschläge. Wie groß diese tatsächlich sind, entscheidet der nächste Schritt: »Jetzt müssen alle Projekte inhaltlich ausgearbeitet werden«, erklärte Büscher. 
 

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