Mehrere Schildkröten brachen zwischen Mai und Juli in Horb-Nordstetten aus. Foto: Florian Ganswind

Ob Bananenschalen auf der Autobahn oder Schildkröten-Gangs: Auch 2025 gab es wieder kuriose Vorfälle im Kreis Freudenstadt, die teils sogar die Polizei oder Gerichte beschäftigten.

Ruhe haben Polizei und die Gerichte im Landkreis Freudenstadt wahrscheinlich nie – trotz der vergleichsweise niedrigen Einwohnerzahl. Nicht nur Verkehrsunfälle und andere Straßendelikte halten sie auf Trab.

 

Viele dieser Fälle erregen normalerweise keine Verwunderung. Zu alltäglich, zu allgegenwärtig sind die Situationen.

Wie jedes Jahr gibt es aber auch solche, die beim Lesen so einige Gehirnzellen fordern und bei vielen Menschen Stirnrunzeln verursachen. Wir haben die kuriosesten Fälle gesammelt, die sich 2025 im Landkreis abgespielt haben.

Nervenkitzel gesucht

Im März suchte das Polizeipräsidium Konstanz Personen, die Zeugen eines Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz geworden sind – auf der Neckartalbrücke an der A 81 bei Weitingen. Bekanntermaßen kein Flugplatz.

Verkehrsteilnehmer meldeten der Polizei, ein Mann mit gelbem Rucksack sei von der Brücke gesprungen – ein Begleiter habe im Kleinbus auf dem Seitenstreifen gewartet. Die Polizei geht von einem Base-Jumper – Fallschirmspringer, die von festen Objekten springen – aus. Den Springer und seinen Begleiter konnte die Polizei nicht mehr antreffen.

Zu viel Mario-Kart gespielt?

Wieder auf der Autobahn, dieses Mal zwischen Empfingen und Rottenburg, ereignete sich ein weiterer kurioser Fall – der sogar vor dem Horber Amtsgericht landete. Ein 48-jähriger Schweizer Unternehmer soll dort durch aggressives Drängeln, dichtes Auffahren und riskante Überholmanöver aufgefallen sein.

Den Höhepunkt der Aktion bildete eine Bananenschale, die der Mann laut Anklage aus dem fahrenden Auto auf die Frontscheibe eines anderen Fahrzeugs warf – ein Verhalten, das selbst erfahrene Verkehrsteilnehmer fassungslos zurückließ.

Das Gericht wertete den Vorfall als vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs und Nötigung. Das Urteil: 40 Tagessätze Geldstrafe und acht Monate Fahrverbot in Deutschland – inklusive Vermerk im Führerschein.

Angeberei geht schief

Rückwärts und bergab lief es für eine Jugendliche in Freudenstadt. Sie soll wohl beim „Posen“ auf einem Parkplatz im Rückwärtsgang und bei hoher Geschwindigkeit in ein geparktes Fahrzeug gestreift haben.

Die Polizei ermittelte daraufhin wegen eines illegalen Fahrzeugrennens sowie Fahren ohne eine Fahrerlaubnis. Durch den Unfall entstand ein Sachschaden in Höhe von 10 000 Euro. Ein teurer Spaß.

Schildkröten auf der Flucht

Zwischen Mai und Juli kam es im Horber Stadtteil Nordstetten zu mehreren Ausbrüchen – von Schildkröten. Sie buddelten sich aus oder zwängten sich an Zaunbegrenzungen vorbei. Kurios dabei: Die Fluchtrouten waren sehr ähnlich – sowohl in der einen als auch in der anderen Richtung.

Alle drei Ausbruchsversuche endeten glücklich. Die Schildkröten wurden gefunden und an ihre Besitzer unbeschadet übergeben. Die Polizei musste in diesen Fällen nicht tätig werden.